24.06.2011 | Aerospace

Airbus bricht in Paris alle Order-Rekorde

Der riesige Verkaufserfolg des A320neo auf der Luftfahrtschau in Le Bourget sorgt für gute Laune bei Airbus-Chef Tom Enders (links) und seinem Vertriebsvorstand John Leahy (Bild: Airbus).
Der riesige Verkaufserfolg des A320neo auf der Luftfahrtschau in Le Bourget sorgt für gute Laune bei Airbus-Chef Tom Enders (links) und seinem Vertriebsvorstand John Leahy (Bild: Airbus).

Airbus hat auf der Luftfahrtschau in Le Bourget den größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte verbucht und zugleich dank des treibstoffsparenden Mittelstreckenjets A320neo so viele Bestellungen eingesammelt wie kein anderer Hersteller vor ihm je auf einer Messe.

Von David Pearson, Dow Jones Newswires

LE BOURGET (Dow Jones/ks)–Airbus hat damit auf der Pariser Luftfahrtschau gleich zwei neue Rekorde aufgestellt. Auch die eigene Zielmarke von 1.000 Bestellungen für den A320neo bis zum Ende der Messe konnte Airbus knacken. Seit der Konzernentscheidung im Dezember, die geplante Maschine auf den Weg zu bringen, ist sie nun insgesamt 1.029 mal geordert worden. 2015 sind die ersten Auslieferungen geplant. Maßgeblich dazu bei trug am Donnerstag der Großauftrag des malaysischen Billigfliegers AirAsia. Bestellt wurden über 200 Maschinen im Wert von 18,5 Mrd Dollar. Das ist der bislang größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte.

Auch das Großraumflugzeug A380 war weiter gefragt. So konnte Airbus eine feste Bestellung für zehn A380 verbuchen. Laut Liste hat diese einen Wert von 3,75 Mrd Dollar. Der Käufer wollte nicht genannt werden; informierten Personen zufolge soll es sich dabei aber um Hong Kong Airways und deren Muttergesellschaft Hainan Airlines handeln, die bereits 15 Boeing 747 geordert haben sollen.

Insgesamt gingen bei Airbus auf der Paris Air Show 730 Aufträge für neue Flugzeuge im Gesamtwert von 72,2 Mrd Dollar ein. Damit übertraf die EADS-Tochter ihren bisherigen Rekord von 728 Bestellungen aus dem Jahr 2007. Die Ordereingänge hätten selbst die optimistischsten Schätzungen des Konzerns übertroffen, hieß es sowohl von Airbus-Chef Tom Enders als auch von anderen Branchenvertretern.

Mit dieser Bilanz stellt Airbus den Konkurrenten Boeing deutlich in den Schatten – der US-Hersteller konnte auf der Messe lediglich feste Bestellungen für 129 Maschinen im Wert von über 22 Mrd Dollar an Land ziehen. Eine Entscheidung über ein Nachfolgemodell für die beliebte 737 steht bei Boeing immer noch aus.

Zudem wurden bei Boeing eigenen Angaben zufolge auch Aufträge storniert. So musste der Konzern aus Chicago acht Bestellungen für die bereits mehrfach verzögerten 787 Dreamliner sowie Ordervereinbarungen für zwei 777-Maschinen aus den Büchern streichen.

Wegen der hohen Nachfrage nach Maschinen aus der A320-Familie erwägt Airbus-CEO Enders die Produktion auszuweiten. Bis Ende 2012 soll die Fertigung ohnehin auf 42 von derzeit 36 Maschinen pro Monat steigen. Nun könnten es noch mehr werden. Die Nachfrage nach Single-Aisle-Flugzeugen dürfte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts noch anziehen, glaubt Enders.

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