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16.01.2012 | Automotive

Dank Automobilelektronik zum “Raumschiff auf Rädern”

Die Marktdurchdringung von Sicherheitssystemen wie dem ABS von Knorr Bremsen schreitet rasch voran, begünstigt durch Gesetzgebung; Europa gilt hier als Vorreiter (Bild: Knorr Bremsen).
Die Marktdurchdringung von Sicherheitssystemen wie dem ABS von Knorr Bremsen schreitet rasch voran, begünstigt durch Gesetzgebung; Europa gilt hier als Vorreiter (Bild: Knorr Bremsen).

Das Auto der Zukunft: vernetzt, intelligent und immer eigenständiger – Fluch oder Segen? Auf dem ZVEI-Kongress ‚Kompetenztreffen Automobilelektronik 2011’ präsentierten Hersteller ihre Visionen einer mobilen Zukunft.

von Sabine Spinnarke

MÜNCHEN (ks). Wie sich das 1-PS-Fuhrwerk von Karl Benz innerhalb von 120 Jahren „zur Enterprise auf Rädern“ entwickelte, beschreibt Keynote-Speaker Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender Continental, auf dem alljährlich stattfindenden ZVEI-Automobilelektronik-Kongress eindrucksvoll: „Autos heute sind ausgerüstet mit Protektoren, Sensoren, Kameras und Telekommunikation“; die Rechnerkapazität einer Motorsteuerung betrage das 4000fache der Saturn-Rakete von Apollo 11. Der Elektronikanteil im Fahrzeug klettere kontinuierlich nach oben; von derzeit 20 % soll er im Jahr 2020 bereits 30 % erreicht haben. Einen weiteren Schub erwartet die Branche von der Elektromobilität. Derzeit sitzen die wesentlichen Kfz-Elektronik-Hersteller in Japan und Deutschland – mit einem Weltmarktanteil von insgesamt 50 %. In Deutschland nimmt Automotive innerhalb der Elektronikindustrie einen Anteil von 37 % ein – Automotive spielt eine Schlüsselrolle in der deutschen Industrie.

Das neue Touchpad von Audi erkennt Handschriften automatisch und lässt dem Fahrer so mehr Raum, das Verkehrsgeschehen aufmerksam zu verfolgen (Bild: Audi).

Auch wenn ein indischer Tata Nano derzeit mit Elektronik im Wert von nur 50 Euro auskommt, „wird sich das Auto der Zukunft im Zeitalter von iPhone, Google und Facebook zu einem nach Innen und Außen vernetzten System entwickeln, das blitzschnell die Situation des Fahrers und der Mobilität erfasst und immer weniger dem Zufall oder der individuellen Entscheidungen des Fahrers überlässt“, betont Degenhart. Bereits heute wird in einem Fahrzeug der Oberklasse Elektronik im Wert von 4 000 bis 5 000 Euro verbaut – die Elektrifizierung des Fahrzeugs lässt sich nicht mehr aufhalten. Und dass dies nicht nur Wunschdenken der Anbieter ist, untermauern die Experten mit Studien und Statistiken zu den weltweit wachsenden Anforderungen an Verkehrsmanagement, Umweltfreundlichkeit, Sicherheit und Interaktion bzw. zu den technischen Möglichkeiten, die hohe Bandbreiten und Rechnerkapazitäten eröffnen. Neben den Themen Sicherheit und Umweltfreundlichkeit sind es Komfort- und Kommunikationslösungen, die global auf dem Vormarsch sind. Im vernetzten Auto wird kommuniziert; Unterhaltendes und Informatives kann zu jeder Zeit abgerufen werden – passiv und aktiv. Audi plant mit einem neuen Bedienkonzept das Unfallrisiko durch Ablenkung des Fahrers, während er telefoniert oder Online-Dienste abruft, zu minimieren: das Touchpad mit integrierter Handschriftenerkennung bedient man mit dem Finger – ein gewisses Restsrisiko bleibt.

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