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25.01.2012 |

Bosch verfehlt 2011 trotz Umsatzplus Margenziel

Bosch-Chef Franz Fehrenbach bei einer Pressekonferenz im September 2011: Im vergangenen Jahr hat der Autozulieferer statt der anvisierten Marge von 7% bis 8% nur eine Umsatzrendite vor Steuern von 5% erzielt (Bild: Bosch).
Bosch-Chef Franz Fehrenbach bei einer Pressekonferenz im September 2011: Im vergangenen Jahr hat der Autozulieferer statt der anvisierten Marge von 7% bis 8% nur eine Umsatzrendite vor Steuern von 5% erzielt (Bild: Bosch).

Die Robert Bosch GmbH hat im abgelaufenen Jahr ihre Umsätze deutlich ausgebaut, musste wegen der Schwäche im Solargeschäft beim Gewinn aber einen Rückschlag hinnehmen.

STUTTGART (Dow Jones/ks)–Der weltgrößte Automobilzulieferer komme 2011 mit einem Plus von 8,8% auf 51,4 Mrd Euro Umsatz, sagte Unternehmenschef Franz Fehrenbach bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten. Bei der Umsatzrendite vor Steuern verpasste Bosch jedoch die eigene Zielmarke. Statt anvisierter 7 bis 8% erreichte Bosch lediglich eine Marge von 5%. Vorlaufkosten für Entwicklungen in der Elektromobilität und bei erneuerbaren Energien belasteten den Gewinn mit 1 Mrd Euro. Zudem trübten ungünstige Wechselkurseffekte und steigende Rohstoffpreise das Geschäft ein. Allein bei seinen Photovoltaik-Aktivitäten musste Bosch wegen Preisdrucks und Überkapazitäten eine Wertberichtigung von 500 Mio Euro vornehmen.

Der Ausblick für die Solarbranche bleibt verhalten. “Die vergangenen Insolvenzen zeigen, dass wir uns in der Mitte einer Konsolidierungswelle befinden”, sagte Fehrenbach mit Blick auf die Lage bei Unternehmen wie Solon oder Solar Millennium. Trotz zuletzt hoher Aufwendungen für das Solargeschäft will Bosch in der Branche aber einer der führenden Spieler bleiben.

Der Stuttgarter Konzern kündigte an, auf die neuen Marktherausforderungen zu reagieren. Der Kostensockel soll sich verringern, so dass auch bei geringeren Umsätzen noch mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden kann. Fehrenbach will in Zukunft auch einen Umsatzeinbruch um 20% verkraften und dennoch vor Sonderbelastungen einen Vorsteuergewinn ausweisen können.

Der Manager zeigte sich trotz der Schwierigkeiten für das laufenden optimistisch: Er verwies auf das große Wachstumspotenzial in diesem Jahr und wischte globale Rezessionsängste vom Tisch. Trotz angespannter Wirtschaftslage will Bosch im Jahr 2012 beim Umsatz um 3 bis 5% zulegen.

Auf den alten Kontinent setzt Bosch allerdings keine großen Hoffnungen. Europa stecke tief in der Staatsschuldenkrise. Die Musik spielt für die Stuttgarter in China, Indien sowie Nord- und Südamerika. Bosch geht davon aus, dass die Weltwirtschaft trotz Europa-Schwäche im neuen Jahr wächst, aber nur noch mit 2,5% statt 3,2% 2011. Und der Konzern setzt auf die Wachstumsregionen. Im Jahr 2012 sollen in China mehr als 400 Mio Euro und in Indien rund 200 Mio Euro investiert werden.

Bosch ist einer der weltweit größten Zulieferer für die Auto- und Lastwagenbranche. Zusätzlich ist das Unternehmen ein wichtiger Hersteller von Gebrauchsgütern sowie von Industrie- und Gebäudetechnik, wozu Photovoltaik, Verpackungsmaschinen und Kühlschränke zählen. Das Unternehmen wurde 1886 gegründet und beschäftigt 303.000 Mitarbeiter in mehr als 60 Ländern.

Getrieben wird das Wachstum des schwäbischen Unternehmens auch durch Übernahmen. Bosch hat gerade erst angekündigt, für 883 Mio Euro eine Sparte des US-Unternehmens SPX Corp zu kaufen. Mit der Übernahme will Bosch die Präsenz im Autowartungsgeschäft ausbauen, vor allem in Nordamerika und der asiatisch-pazifischen Region.

Weitere Übernahmen schloss Fehrenbach nicht aus. Bosch habe weiterhin eine ausreichende Finanzkraft, um weitere Akquisitionen auf seinen verschiedenen Geschäftsfeldern stemmen zu können.

Bosch war im Jahr 2009 schwer von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen worden. Die Nachfrage nach Fahrzeugen ging deutlich zurück. Das Stuttgarter Unternehmen musste das erste Mal seit Jahrzehnten einen Verlust ausweisen. Dem Unternehmen gelang dann aber schnell die Kehrtwende, vor allem dank des hohen Wachstums in den Schwellenländern und der besseren Geschäfte auf dem nordamerikanischen Automarkt.

Wie gut oder schlecht Bosch im vergangenen Jahr genau abgeschlossen hat, wird sich erst am 26. April zeigen. Dass berichtet Bosch detailliert über die Bilanz für 2011. Fehrenbach wird dann voraussichtlich auch einen konkreteren Gewinnausblick für 2012 präsentieren.

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