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26.10.2011 |

Die Druckmaschinenbranche plagen Rezessionsängste

Montage im Werk Wiesloch bei Heidelberger Druckmaschinen: Der Branchenprimus musste gestern seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückschrauben (Bild: Heidelberger).
Montage im Werk Wiesloch bei Heidelberger Druckmaschinen: Der Branchenprimus musste gestern seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückschrauben (Bild: Heidelberger).

Kaum ist die Erholung in der Druckmaschinenindustrie in Schwung gekommen, schon wird der Aufwärtstrend durch die weltweiten Rezessionsängste wieder jäh ausgebremst. Der deutsche Druck-Fachverband berichtet von einem schwieriger gewordenen Umfeld.

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Da die Kunden sich aufgrund der unsicheren Lage mit neuen Bestellungen zurückhalten, erklärte auch Branchenprimus Heideldruck seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr am Montagabend für wohl unerreichbar.

Mit Mühe und Not hatten sich die Druckmaschinenhersteller in den vergangenen Monaten zurück in die Gewinnzone oder zumindest in Richtung der schwarzen Zahlen gespart, nachdem sie in der schweren Wirtschaftskrise 2008/09 in schwere See geraten waren. Heideldruck hatte damals sogar nur dank Staatshilfen die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden können. Durch die Schuldenkrise könnte die sowieso nur auf tönernen Füßen stehende Erholung allerdings schon wieder im Keim erstickt werden.

“Aufgrund der konjunkturellen Aussichten ist davon auszugehen, dass sich die Nachfrage in der zweiten Geschäftsjahreshälfte schwächer entwickelt als erwartet”, erklärte die Heidelberger Druckmaschinen AG am Vorabend. Bei den Kunden wachse angesichts der Verwerfungen an den Kapitalmärkten und der Sorge vor einer schwächeren wirtschaftlichen Dynamik die Unsicherheit.

Und genau das ist Gift für die konjunktursensible Branche. Denn in unsicheren Zeiten stellen Kunden große Investitionen – wie eben für teure Druckmaschinen – auf den Prüfstand. Die Laufzeiten für Druckmaschinen werden dann über den eigentlichen Ersatzzeitpunkt hinaus ausgeweitet, Neubestellungen werden nicht selten erst einmal auf die lange Bank geschoben. Dass diese einfache Mechanik greift, zeigt ein Blick auf jüngste Daten des deutschen Maschinenbau-Verbandes VDMA: In den Monaten Juni bis August schrumpften die Auftragseingänge im Bereich Druck- und Papiertechnik um ein Zehntel.

Im August habe es allerdings sogar Zuwächse gegeben, sagte Markus Heering, der den Fachverband Druck- und Papiertechnik im VDMA leitet, am Dienstag im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Dies zeige, wie schwierig die Situation aktuell einzuschätzen sei. “Wie sich die Bestellungen im vierten Quartal entwickeln werden, ist sehr schwer zu sagen. Die Erwartungen sind allerdings nur sehr moderat wegen der Unsicherheiten, die wir im Euro-Raum haben”, gestand er ein.

Weiter zu Seite 2: “Strukturwandel: Teile des Geschäfts wandern ins Internet ab”

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