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08.02.2012 | Maschinenbau
DMG/Mori Seiki: Auf dem Weg zum Weltkonzern

Die beiden Werkzeugmaschinenriesen DMG und Mori Seiki wachsen weiter zusammen. Aktuelle Informationen gab es von beiden Konzernchefs anlässlich der Pressekonferenz im Rahmen der traditionellen Hausausstellung bei DMG im bayerischen Pfronten.
von Sebastian Moser
Wie wird sich die Branchenkonjunktur entwickeln?
Dr. Rüdiger Kapitza, Vorstandsvorsitzender der DMG: Die Branchenkrise der Jahre 2009 und 2010 ist fast vergessen und der Werkzeugmaschinenverbrauch bewegt sich weltweit wieder auf einem sehr hohen Niveau. Dieses Niveau dürfte auch 2012 stabil gehalten werden. Wir rechnen lediglich mit einer leichten Abkühlung in Europa, die uns angesichts voller Auftragsbücher keine Sorgen bereitet. Dafür investieren China und Russland weiter kräftig in neue Werkzeugmaschinen.
Wie ist der aktuelle Stand Ihrer Kooperation?
Dr. Masahiko Mori, Präsident Mori Seiki: Unsere Kooperation läuft sehr gut. Der Verkauf und Service wächst weltweit weiter zusammen und dieser Prozess ist in Europa und Asien beinahe abgeschlossen. Mori Seiki verkauft mittlerweile rund 600 DMG-Maschinen jährlich. Ich bin zuversichtlich, dass Mori Seiki durch die Kooperation seine Verkaufszahlen in Europa verdoppeln kann. Mit dem vertikalen Fräs- und Bohrzentrum Milltap 700 haben wir auch die erste gemeinsam entwickelte Maschine auf den Markt gebracht. Produziert wird die Maschine bei DMG in Deutschland und Mori Seiki in Japan.
Dr. Kapitza: In Europa geht die Integration weiter und wir werden eine gemeinsame neue Gesellschaft gründen. Diese wird zu 60 Prozent DMG und zu 40 Prozent Mori Seiki gehören. Ihren Sitz wird sie in der Schweiz haben.
Im vergangenen Jahr gaben Sie eine Kooperation mit dem chinesischen Branchenriesen Shenyang bekannt. Was ist hier Stand der Dinge?
Dr. Kapitza: Die Kooperation läuft und wir beziehen mittlerweile immer mehr Gusskomponenten und sonstige Teile aus China. Da unsere eigenen Produktionsstätten derzeit angesichts voller Auftragsbücher voll ausgelastet sind, ist dies eine große Hilfe. Shenyang liefert uns die Teile preiswert und in hoher Qualität. Wir werden diese Beziehung schrittweise weiter ausbauen. Eine derart enge Kooperation wie mit Mori Seiki wird es aber nicht geben.
Gibt es Märkte, die Sie derzeit verstärkt angehen wollen?
Dr. Kapitza: Russland ist für DMG derzeit besonders vielversprechend. Hier kommt uns zugute, dass Gildemeister seit 1945 etliche Maschinen nach Russland geliefert hat und etliche Mitarbeiter Russisch sprechen. Unsere Beziehung zu diesem Markt war und ist sehr gut. Ich selbst habe bereits mehrere Besuche gemacht und mich dabei auch mit dem russischen Premierminister Wladimir Putin gesprochen. Er will unbedingt, dass die russische Industrie modernste Werkzeugmaschinen einsetzt und in Zukunft auch produziert. Diesem Wunsch werden wir entsprechen und wir errichten gerade eine Fertigungsstätte in Russland bei Moskau. Ab Ende 2012 werden wir die Produktion von zunächst rund 500 Maschinen jährlich aufnehmen. Zudem werden wir Russland in diesem jahr Maschinen im Wert von rund 100 Mio Euro verkaufen. Ich schätze den russischen Markt auch deshalb, weil die Zahlungsmoral hier sehr hoch ist.
Wie sieht es mit dem DMG-Geschäftsfeld Energy Solutions aus?
Wir verfolgen damit das Ziel, dass die Industrie ihren Strom mittels unserer modularen Lösungen teilweise selbst erzeugt. Unsere Strategie unterscheidet sich damit völlig von den großen Solar- oder Windparks. Mit dem „SunCarrier” und der langlebigen und wartungsarmen Großbatterie „cellcube” stellen wir bereits heute wegweisende Lösungen zur Verfügung. Mittlerweile haben wir auch eine eigene modulare Windenergieanlage entwickelt und wir arbeiten auch an einer noch größeren Stromspeicherzelle der Megawatt-Klasse. Wir gehen übrigens selbst mit gutem Beispiel voran: Bei Gildemeister in Bielefeld werden wir ab Juni 2012 15 Prozent unseres Strombedarfs selbst mit unseren Lösungen erzeugen. Diese Energie reicht für die Fertigung von immerhin 160 Maschinen. Auch die Volkswagen AG hat unsere Produkte bereits gekauft. Die Amortisationszeit solcher Anlagen liegt bei ungefähr neun Jahren. Aber die Strompreise steigen und bald dürften diese Lösungen dann finanziell noch lukrativer sein.
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