15.12.2011 |

Elektroindustrie sieht auch für 2012 Wachstum

Nach einem kräftigen Wachstum in diesem Jahr wird das Tempo im kommenden Jahr sicher deutlich zurückgehen, so der ZVEI (Bild: Matthias Krüttgen - Fotolia.com).

Die deutsche Elektroindustrie blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück und ist auch für 2012 grundsätzlich zuversichtlich gestimmt. Im kommenden Jahr soll die Produktion um 5% steigen – vorausgesetzt, die Eurokrise kann eingedämmt werden.

FRANKFURT (ks). „Die äußerst kraftvolle Erholung der deutschen Elektroindustrie aus dem Jahr 2010 hat sich 2011 ähnlich dynamisch fortgesetzt“, sagte der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung, Dr. Klaus Mittelbach. „Für das kommende Jahr rechnen wir ebenfalls mit weiterem Wachstum, dessen Tempo dürfte sich aber gegenüber den beiden vorausgegangenen Jahren deutlich verlangsamen“, sagte Mittelbach weiter. Mit ihren Technologien bleibe die Branche ein Stabilitätsanker im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der deutschen Wirtschaft insgesamt. Die Innovationen der Elektroindustrie seien mehr denn je die Grundlage für technischen wie auch wirtschaftlichen Fortschritt.

Im ablaufenden Jahr 2011 hat die Elektroindustrie den Hochrechnungen des ZVEI zufolge 14% mehr produziert als vor einem Jahr und 180 Mrd Euro erlöst. Damit sind die Verluste aus der 2009-er Finanz- und Wirtschaftskrise inzwischen so gut wie aufgeholt. Allerdings ist die Branche noch nicht wieder zurück auf dem alten Wachstumspfad.

„Unter der Voraussetzung, dass es der Politik endlich gelingt, die Euro-Schuldenkrise dauerhaft in den Griff zu bekommen und die Eurozone nachhaltig zu stabilisieren, erwartet der ZVEI für das kommende Jahr 2012 einen Anstieg der um Preiseffekte bereinigten Produktion der deutschen Elektroindustrie um fünf Prozent“, sagte Mittelbach. Damit werde am bisherigen Ausblick festgehalten. Der Branchenumsatz sollte ebenso weiter zulegen und dann Kurs auf die Rekord-Marke von mehr als 185 Mrd Euro nehmen. „In jedem Fall trägt die Elektroindustrie weiter überdurchschnittlich zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bei und füllt zunehmend eine treibende Rolle aus”, so Mittelbach. Die mit den globalen Megatrends verbundenen Herausforderungen seien ohne die zentralen Technologien der Elektroindustrie nicht zu meistern. Hierzu zählen: mehr Klimaschutz, mehr Energie- und Ressourceneffizienz, die Bewerkstelligung der Energiewende, mehr technologische Intelligenz, die Bewältigung des demografischen Wandels, mehr Sicherheit und mehr Infrastruktur.

Bei den Ausfuhren hatte die Branche das 2008-er Level bereits 2010 überholt. 2011 dürfte ein neuerliches Rekordjahr werden. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres haben die Elektroexporte ihren Vorjahresstand um 8% übertroffen. Für das Gesamtjahr ist mit einem Plus von 7% bzw. 10 Mrd Euro auf dann 161 Mrd Euro zu rechnen.

Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektroindustrie lag Ende September 2011 bei 845.000 Das sind 18.000 mehr als Ende des Boom-Jahres 2008, als die Branche 827.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählte, und 45.000 mehr als auf dem krisenbedingten Tiefpunkt im April 2010, als die Beschäftigung auf 800.000 gesunken war.


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