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07.03.2013 | Elektroindustrie
Osram baut rund 8.000 Stellen ab

Die Siemens-Tochter Osram hat erstmals die Gesamtzahl ihres geplanten Jobabbaus genannt. Weltweit will der Konzern künftig bis zu 8.000 Mitarbeiter weniger beschäftigen, wie das Unternehmen mitteilte. Ein Teil der Mitarbeiter verliert dabei nicht den Arbeitsplatz, sondern wechselt schlicht den Arbeitgeber, weil Osram Unternehmensteile verkauft.
von Ursula Quass, Dow Jones
(ks). Bei der Bekanntgabe des verschärften Sparprogramms Ende November hatte Osram angekündigt, den bis dato kommunizierten Abbau um 4.700 zusätzliche Stellen zu erweitern. Im Anfang Dezember gemeinsam mit der Konzernmutter Siemens veröffentlichten Abspaltungsbericht hatte Osram dann die geplanten Stellenstreichungen einzeln aufgelistet – versteckt auf den Seiten 154 und 155 in dem 258 Seiten umfassenden Papier. Eine Gesamtzahl von bis zu 8.000 Stellen wurde damals aber nicht extra ausgewiesen.
Im Zuge der Verkleinerung der Belegschaft ist den Münchenern nun der Verkauf der Fertigung im chinesischen Shaoxing gelungen. Damit habe Osram einen “weiteren Meilenstein” beim Konzernumbau erreicht, wie der Lampenhersteller mitteilte. “Gut die Hälfte” des bis zu 2014 angestrebten Abbaus von bis zu 8.000 Stellen weltweit im traditionellen Geschäft sei damit nun erreicht. Käufer sei das in Hongkong ansässige Unternehmen Super Trend Lighting (Group) Limited. Über die Vertragsdetails sei Stillschweigen vereinbart worden.
Das Closing der Transaktion wird noch im Frühjahr erwartet. In Shaoxing fertigte Osram bislang mit rund 2.000 Mitarbeitern vorwiegend traditionelle Lampentypen. Super Trend werde den Standort weiterführen.
Die Siemens-Lichttochter, die vor der Abspaltung vom Mutterkonzern steht, sieht ihre Zukunft im LED-Bereich. Osram will den Anteil der LED-basierten Umsätze ausbauen, wie Osram-Vorstandschef Wolfgang Dehen angekündigt hat. Zuletzt hatte dieser bei mehr als 25% gelegen.
Auf den starken Wandel auf dem Lichtmarkt und den harten Branchenwettbewerb reagiert Osram mit seinem Kostenspar- und Konzernumbauprogramm. Schon im Geschäftsjahr 2012 hatte Osram weltweit rund 1.900 Jobs abgebaut, davon 300 in Deutschland. Von den im November bekanntgegebenen Jobkürzungen sollen im Wesentlichen die Standorte Berlin, Wipperfürth (Nordrhein-Westfalen) und München betroffen sein. Wo im Ausland Stellen wegfallen sollen, hatte Osram damals nicht mitgeteilt. Die Kosten für die neuerliche Restrukturierung wurden mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag veranschlagt.
Bis 2015 will Osram so die Kosten um insgesamt eine Milliarde Euro zu drücken. Die Hälfte davon soll im Einkauf eingespart werden. Das erinnert an Pläne bei der Konzernmutter Siemens: Der DAX-Konzern will bis 2014 insgesamt 6 Milliarden Euro sparen; 3 Milliarden davon soll ein effizienterer Einkauf bringen. Wie die Konzernmutter strebt auch Osram in erster Linie eine Verbesserung der Margen an.
Osram will noch vor dem Börsengang für Investoren interessant werden. Nach den Plänen von Siemens soll die komplett konzerneigene Tochtergesellschaft über einen Spin-off an die Börse gebracht werden. 80,5 Prozent der Anteile bekommen die Siemens-Aktionäre dabei in ihre Depots gebucht. Die Siemens AG selbst behält eine Minderheitsbeteiligung. Allerdings schwelt Berichten zufolge noch ein Streit mit einer Gruppe von Aktionären, die die geplante Abspaltung gerichtlich verhindern wollen.
Osram gehört mit einem Nettobuchwert von mehr als 2,3 Milliarden Euro zu den größeren Börsengängen, die für dieses Jahr erwartet werden. Siemens will sich von der Lichttochter trennen, da sie nicht mehr zu den Kernaktivitäten gehört. Weil ein Börsengang über ein öffentliches Angebot nicht durchführbar war, soll der Konzern nun über einen Spin-off an die Börse.
Die Siemens-Aktionäre werden bei der Abspaltung von Osram zunächst Anteilseigner an einem Verlustbringer. Die Lichttochter steckt im dreistelligen Millionenbereich in den Miesen. 2013 soll der Verlust zumindest geringer ausfallen.
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