Siehe auch
- Originäre chinesische Kunden gesucht
- Condition Monitoring: Bald Fahrtenschreiber für Maschinen
- Eine lustige Geschichte aus der frühen Zeit der Funkenerosion
- UCIMU: „Italien droht die Deindustrialisierung“
- Bezahlbare Maschinen ‚Made in USA‘
- Italiens Werkzeugmaschinenindustrie geht die Puste aus
- Cecimo ernennt Carl-Martin Welcker zum EMO-Generalkommissar
- Martin Kapp wird neuer Präsident von CECIMO
15.06.2012 | Maschinenbau
CECIMO: Europa droht die Deindustrialisierung

In Europa mangelt es eindeutig an einer Strategie für die produzierende Industrie – dies stellte die Generalversammlung des europäischen Werkzeugmaschinenindustrieverbands CECIMO am 12. Juni im belgischen Gent fest.
B-BRÜSSEL (sm). „Europa braucht dringend eine zielgerichtete Politik für die produzierende Industrie, die sich auf eine klare Vision stützt. Der derzeitige Ansatz basiert auf unzusammenhängenden und selektiven Aktivitäten, die sich sowohl als kostenaufwändig als auch ineffizient erwiesen haben. Maßnahmen sind notwendig, bevor es zu spät ist und wir unsere Fähigkeit verlieren, Hightech-Produkte zu erfinden, die benötigt werden, um wieder eine europäische Wirtschaft mit Zukunft aufzubauen“, betont Martin Knapp, Präsident von CECIMO. In Europa mangelt es laut CECIMO eindeutig an einer Strategie für die produzierende Industrie. Im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt, die ihre Industrie aktiv aufbauen, schwinde in Europa die Industriebasis zusehends. Das sorge für steigende Arbeitslosigkeit und beinhalte die Gefahr, von Drittländern abhängig zu werden. Die Deindustrialisierung Europas in Kombination mit zunehmendem Protektionismus in Schwellenländern stelle eine erhebliche Gefahr für Europa im Hinblick auf die Versorgungssicherheit in strategischen Bereichen dar.
„Die Werkzeugmaschinen-Industrie ist keine Branche, die sich über Nacht ohne qualifizierte Mitarbeiter entwickelt. Europa hat seine Werkzeugmaschinenindustrie über mehrere Generationen aufgebaut. Heute ist diese wertschöpfungsstarke Branche mit ihren hoch qualifizierten Mitarbeitern das Rückgrat der modernen europäischen Wirtschaft“, erläutert Kapp. Weiter: „Unsere ausländischen Mitbewerber erkennen deutlich, welche Vorteile es hat, über eine Industrie zu verfügen, die das Herzstück der nächsten industriellen Revolution bildet. Sie werden daher ebenfalls aktiv, um ihre eigene Position zu stärken oder schnell das notwendige Know-how zu erwerben.“
CECIMO begrüßt die ehrgeizige Marktzugangsstrategie der EU, die dazu beitrage, den europäischen Unternehmen den Marktzugang in Schwellenländern zu erleichtern. Obwohl die EU-Handelspolitik die Bemühungen für die Industriepolitik unterstützt, habe sie jedoch ihre Grenzen. Die schleppende Umsetzung bilateraler Verhandlungen und die Unfähigkeit, den Handel mit Schlüsselmärkten zu vereinfachen, seien Beispiele dafür. Diese Situation liefere europäischen Entscheidungsträgern zusätzliche Argumente für eine Reform der Industriestrategie und die Entwicklung industriepolitischer Maßnahmen, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller in den globalen Märkten erhöht werden könne. Maßnahmen seien insbesondere in den Bereichen KMU-Politik, Innovation und Ausbildung erforderlich.
Die Finanzkrise in der Eurozone verschärft die Situation in Europa und weltweit, so CECIMO. Die durch politische Programme diktierten, halbherzigen Maßnahmen hätten die endgültige Lösung der Probleme lediglich verzögert. Infolgedessen sei der Zugang zu Finanzmitteln versiegt und hemme derzeit Geschäfte und Investitionen in vielen europäischen Ländern, trotz bestehender Nachfrage bei den Kunden. „Wir fordern die Politiker nachdrücklich auf, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen und endlich die Probleme zu lösen, die ihre Wurzeln in der Krise 2008 und 2009 haben“, so Martin Knapp.
Die Produktion im Jahr 2011 im Wert von fast 21 Mrd Euro  2011 liegt circa 15 % unter der des Rekordjahres 2008. Gleichzeitig beliefen sich die Exporte der 15 CECIMO-Mitgliedsländer 2011 auf 16,5 Mrd. Euro und erreichten damit nahezu den Spitzenwert aus dem Jahr 2008. Importe und Werkzeugmaschinenverbrauch, die die Stimmung im europäischen Markt widerspiegeln, blieben weit hinter den Werten von 2008 zurück, trotz des starken Aufschwungs 2011 im Vergleich zu 2010. Die Importe wuchsen um 37% auf 7,9 Mrd. Euro, während der Verbrauch um 29% auf 12,2 Mrd. Euro anstieg, was jedoch noch deutlich unter dem Niveau von 2008 liegt.
Die europäischen Werkzeugmaschinenhersteller vertreiben ihre Produkte in fast allen Ländern der Welt. Auf den Schlüsselmärkten für Werkzeugmaschinen gehört CECIMO zu den führenden Lieferanten von Fertigungslösungen. „Dies beweist, dass unser Angebot nicht nur das wettbewerbsfähigste ist; häufig ist es sogar unersetzlich. Die Exporte der europäischen Werkzeugmaschinen-Hersteller in Märkte außerhalb der CECMO-Mitgliedsstaaten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 27 % auf über 10 Milliarden Euro“, so Kapp.
Anzeige
Anzeige
Weitere Aktuelle News
Maschinenbau-Konkurrenz aus Japan nimmt zu
Bei den japanischen Maschinenbauern sind im März die Bestellungen durch die Decke gegangen. Den deutschen Wettbewerbern setzt nach Einschätzung des VDMA die Konkurrenz aus Japan immer stärker zu. TOKIO (Dow Jones/ks). Nach den starken Daten zum japanischen BIP-Wachstum im ersten Quartal sind die Zahlen vom März ein weiteres Zeichen dafür, mehr
Bei Aixtron sind alle Prozesse auf dem Prüfstand
Aixtron, Hersteller von DepositionsÂanlagen für die HalbleiterindusÂtrie, steht unter Druck. Jetzt werden alle Prozesse überprüft, um wieder in die GewinnÂzone zu fahren. Gunnar Knüpffer Aachen. Der Hersteller von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie Aixtron sieht sich derzeit nicht in der Lage, eine genaue Prognose für Ums mehr
CIMT: Chinesen brauchen Automatisierung
Großer Andrang herrschte auf der chinesischen Werkzeugmaschinenmesse CIMT in Peking. Deutsche Hersteller profitieren von steigenden Löhnen und dem damit verbundenen Trend zur Automatisierung. PEKING (kk/ks). Schon vor neun Uhr haben sich Schlangen gebildet und warten auf Einlass zur wichtigsten Werkzeugmaschinenmesse in Asien, der China Inte mehr
Koenig & Bauer startet schwach ins neue Jahr
Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer hat einen schwachen Jahresstart hingelegt. Mit 200 Mio Euro holte der SDAX-Konzern 15,5% weniger Neuaufträge rein als im Vorjahr. Zudem verschoben sich Umsätze wegen kundenseitiger Lieferverschiebungen in das zweite Halbjahr. (Dow Jones/ks). Mit 657 Mio Euro ist der Auftragsbestand nach Einschätz mehr
Anzeige





www.automobil-produktion.de/ase

