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03.04.2012 |

Ex-Chef Claassen will von insolventer Solar Millennium 265 Mio Dollar

Der frühere EnBW-Chef Utz Claassen, der seinerzeit eine Antrittsprämie von 9 Mio Euro bei Solar Millennium kassiert hatte, will nun noch deutlich mehr von dem Unternehmen (Bild: Imago).
Der frühere EnBW-Chef Utz Claassen, der seinerzeit eine Antrittsprämie von 9 Mio Euro bei Solar Millennium kassiert hatte, will nun noch deutlich mehr von dem Unternehmen (Bild: Imago).

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Solar Millennium, Utz Claassen, der im März 2012 nach nur 74 Tagen im Amt zurückgetreten war, fordert von dem Unternehmen und einigen Tochtergesellschaften in den USA nun 265 Mio Dollar Schadenersatz, wie das insolvente Solarunternehmen mitteilte.

ERLANGEN (Dow Jones/ks)–Verantwortliche des Konzerns hätten durch rufschädigende Äußerungen gegenüber Öffentlichkeit und Presse nach seinem Ausscheiden Claassens Reputation als Manager geschädigt, lautet die Begründung in der Klageschrift. Infolgedessen habe er seitdem keine adäquaten Mandate mehr bekommen.

Der frühere EnBW-Chef hatte seinerzeit eine Antrittsprämie von 9 Mio Euro kassiert, die er auch nach seinem raschen Rücktritt behalten hat. Nachdem der Versuch des Aufsichtsrats, Claassen zur Rückzahlung zu bewegen, gescheitert war, reichte Solar Millennium beim Landgericht Nürnberg Klage gegen den ehemaligen Chef ein.

Die Klage Claassens werde derzeit vom Insolvenzverwalter Volker Böhm und den betroffenen Tochtergesellschaften rechtlich geprüft, teilte Solar Millennium weiter mit. Auf das deutsche Insolvenzverfahren habe die Klage keine unmittelbaren Auswirkungen. Selbst wenn Claassen tatsächlich mit seiner Klage Erfolg haben sollte, wäre er gegenüber der Solar Millennium AG nur Insolvenzgläubiger und müsste die erstrittene Summe zur Insolvenztabelle anmelden. Ob die Forderung vom Insolvenzverwalter auch anerkannt werden würde, wäre dann nach deutschem Recht zu prüfen.

Solar Millennium hat im Dezember Insolvenz anmelden müssen. Einer der Stolpersteine war das US-Geschäft. Der Ausflug des Unternehmens in die USA war von Anfang an glücklos. Hier hatte der Konzern zunächst auf den Hoffnungsträger Solarthermie gesetzt. Dann wechselte Solar Millennium aber die Pferde und wollte sich stattdessen auf die weiter verbreitete Photovoltaik konzentrieren. Auch dies blieb jedoch erfolglos.

Mittlerweile hat der Konzern auch für die Töchter in den USA Gläubigerschutz beantragt. Damit wolle der Insolvenzverwalter einen geordneten Verkaufsprozess für die amerikanischen Projekte ermöglichen, hieß es. Ziel sei es weiterhin, die US-Projekte im Interesse der Gläubiger bestmöglich zu verwerten. Bei einem Verkauf der US-Beteiligungen bestünden insbesondere gute Aussichten, dass eine bar hinterlegte Bürgschaft in Millionenhöhe in das Vermögen der Solar Millennium AG zurückfließt.

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