20.06.2011 | Aerospace

Gallois will EADS umkrempeln

EADS-CEO Louis Gallois will den Weg freimachen für eine geringere Beteiligung der Großaktionäre Lagardere und Daimler und eine eventuelle Fusion von Airbus und EADS (Bild: Airbus).
EADS-CEO Louis Gallois will den Weg freimachen für eine geringere Beteiligung der Großaktionäre Lagardere und Daimler und eine eventuelle Fusion von Airbus und EADS (Bild: Airbus).

Der EADS-Chef Louis Gallois hat für sein Unternehmen eine andere Unternehmensstruktur vorgeschlagen und abermals eine mögliche Fusion von Airbus und EADS ins Spiel gebracht.

PARIS (Dow Jones/ks)–Zum Auftakt der Luftverkehrsschau in Paris hat der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern European Aeronautic Defence & Space (EADS) eine neue Unternehmensstruktur vorgeschlagen. So bezeichnete der EADS-Chef eine mögliche Fusion von Airbus als “keine dumme Idee”. In der Vergangenheit waren immer wieder Fragen bezüglich der historisch gewachsenen Struktur mit zwei Hauptsitzen dies- und jenseits des Rheins aufgekommen. Eine Zusammenlegung auf einen Hauptsitz wäre zweifellos von Vortel, würde eine geringere Mitarbeiterzahl erfordern und für etwas mehr Transparenz sorgen. Auch buchhalterisch dürften sich Vorteile ergäben.

Außerdem will der Konzern den Großaktionären ermöglichen, ihre Beteiligungen zu reduzieren, bei gleichzeitiger Gewährleistung der nationalen Beteiligungsgleichgewichte. Zugleich würde das Unternehmen durch die neue Struktur für Investoren attraktiver und sicherer vor einer feindlichen Übernahme, so CEO Louis Gallois in einem Interview mit Dow Jones Newswires.

Den Streubesitz an EADS-Aktien zu erhöhen wäre für alle Aktionäre von Vorteil, so Gallois in einer Journalistenrunde vor der am Montag beginnenden Luftverkehrsschau in Paris.

“Ich habe nur ein paar Management-Ideen zum Ausdruck gebracht. Wir haben diese an die Aktionäre weitergegeben, die sich damit vom Zeitrahmen her als auch inhaltlich beschäftigen können”, so Gallois. Hintergrund sind Bestrebungen der Kernaktionäre Lagardere und Daimler, ihre Beteiligungen zu reduzieren, die jeweils Stimmenanteile von 22,45% halten. Beide Unternehmen hatten gesagt, die Beteiligungen bänden zu viel Kapital, nur um das Unternehmen vor feindlichen Übernahmen zu schützen.

Während das EU-Recht eine “Goldene Aktie” verbiete, die Staaten ein Vetorecht bei Unternehmen im nicht militärischen Bereich einräumt, gebe es im niederländischen Gesetz Möglichkeiten, das Problem zu umgehen, sagte Gallois weiter. Eine Lösung könne sein, das EADS-Rüstungsgeschäft abzuspalten und mit einer “Goldenen Aktie” abzuschirmen.

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