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09.08.2011 |

Heidelberger Druck macht Fortschritte

Heidelberger Druck konnte seine Verschuldung im vergangenen Geschäftsjahr von 629 Mio Euro auf  260 Mio Euro deutlich reduzieren (Bild: Heidelberger Druck).
Heidelberger Druck konnte seine Verschuldung im vergangenen Geschäftsjahr von 629 Mio Euro auf 260 Mio Euro deutlich reduzieren (Bild: Heidelberger Druck).

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat in ihrem Erstquartal 2011/12 den Erholungskurs zwar fortgesetzt, allerdings in einem etwas langsameren Tempo als erwartet. Dabei warnten die Heidelberger am Dienstagmorgen mit Blick erneut vor weiterhin hohen Konjunktur- und Marktrisiken.

Von Christine Benders-Rüger, Dow Jones Newswires

HEIDELBERG (ks)–Diese hätten in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich zugenommen. Ihre Prognose, im laufenden Geschäftsjahr mit einem höheren operativen Ergebnis und einem geringeren Finanzierungsaufwand ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis zu schaffen, bekräftigten die Heidelberger aber.

Der Ausblick gilt unter der Voraussetzung, dass die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Branche stabil verläuft. Die Auswirkungen der Schuldenkrise und damit das Investitionsverhalten der Branche seien noch nicht absehbar. “Wir beobachten die aktuellen konjunkturellen Entwicklungen in der Welt sehr genau, deren Weiterentwicklungen schwer vorherzusagen sind. Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage und des anhaltend hohen Wirtschaftswachstums im chinesischen Markt gehen wir jedoch davon aus, dass die regionalen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Heidelberg nur temporär sind”, erklärte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des Konzerns.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 verbesserte sich das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse (EBIT) auf minus 25 Mio Euro von minus 35 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Im Berichtsquartal fielen laut Heidelberger Druck keine nennenswerten Sondereinflüsse an. Im Vorjahresquartal hatten die Sondereinflüsse noch einen positiven Effekt von 15 Mio Euro gehabt.

Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich von minus 56 Mio Euro im Vorjahresquartal auf nun minus 47 Mio Euro im ersten Quartal 2011/12. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 46 Mio Euro nach minus 52 Mio Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit einem operativen Ergebnis von minus 22 Mio Euro, einem Vorsteuerergebnis von minus 42 Mio Euro und unter dem Strich mit einem Nettoverlust von 34 Mio Euro gerechnet.

Bereits vor drei Wochen hatte Heidelberger Druck im Rahmen vorläufiger Zahlen für die ersten drei Monate 2011/12 einen Auftragseingang von 665 (786) Mio Euro und einen Umsatz von 544 (563) Mio Euro berichtet. Den höheren Vorjahreswert beim Auftragseingang führten die Heidelberger hauptsächlich auf zusätzliche Bestellungen auf den Branchenmessen IPEX und ExpoPrint im Jahr 2010 zurück. Gegenüber dem Vorquartal (637 Mio Euro) erhöhte sich der Auftragseingang währungsbereinigt um 8%. Der Auftragsbestand des Heidelberg-Konzerns lag zum Ende des ersten Quartals 2011/12 bei 718 Mio Euro, was einen Anstieg um 84 Mio Euro gegenüber dem Vorquartal darstellt.

Einen Fortschritt erzielten die Heidelberger auch bei der Nettofinanzverschuldung. Diese “konnte aufgrund der im vergangenen Geschäftsjahr erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung und des verbesserten operativen Ergebnisses” mit 260 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr (629 Mio Euro) deutlich reduziert werden.

In der wichtigsten Sparte Equipment lag der Auftragseingang im ersten Quartal mit 404 Mio Euro um 11% über dem Vorquartal. Der Wert des Vorjahres von 501 Mio Euro sei erwartungsgemäß aufgrund der hohen Bestelleingänge auf den Messen IPEX und ExpoPrint nicht erreicht worden, so das Unternehmen. Die Umsätze lagen mit 300 Mio Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Sondereinflüssen erhöhte der Konzern in der Sparte auf minus 39 (Vj minus 48) Mio Euro. Das Unternehmen entwickelt und produziert in dem Geschäftsbereich Präzisionsdruckmaschinen, Geräte zur Druckplattenbebilderung und zur Druckweiterverarbeitung sowie digitale Inkjet-Systeme für Verpackungshersteller.

Dem weltgrößten Druckmaschinenhersteller waren in der Wirtschaftskrise die Aufträge weggebrochen. Nur mittels staatlich abgesicherter Kredite konnte der MDAX-Konzern seine Finanzierung sichern, die Folge war ein strikter Sparkurs inklusive Arbeitsplatzabbau. Zum Mitarbeiterstand meldete das Unternehmen, dass sich die Zahl im ersten Quartal um weitere 110 Personen verringert habe. Zum 30. Juni 2011 waren damit weltweit 15.718 Mitarbeiter im Heidelberg-Konzern beschäftigt nach noch 16.218 im Vorjahr.

Heidelberger Druck hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr das erste Mal seit zwei Jahren operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die hohen Finanzierungskosten im vergangenen Jahr sowie Einmalaufwendungen aus der Rückführung von Verbindlichkeiten führten aber zu einem Jahresfehlbetrag von 129 Mio Euro. Erst für das Geschäftsjahr 2012/13 geht das Unternehmen nach Aussagen von der Bilanzpressekonferenz im Juni wieder von einem positiven Nettoergebnis aus.

Das bereits genannte mittelfristige Umsatzziel bekräftigten die Heidelberger am Berichtstag erneut. Mittelfristig strebt das Unternehmen in den kommenden zwei bis drei Jahren einen Umsatz von über 3 Mrd Euro im Jahr an. Bei einer insgesamt stabilen Entwicklung rechnet Heidelberg damit, sich im laufenden und im nächsten Geschäftsjahr diesem Ziel schrittweise zu nähern – der Umsatzzuwachs im kommenden Geschäftsjahr sollte durch die weltgrößte Branchenmesse drupa 2012 und die weitere Erholung der Printmedienindustrie größer als im laufenden Geschäftsjahr ausfallen. Die drupa findet nur alle 3 bis 5 Jahre in Düsseldorf statt, zuletzt im Juni 2008.

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