02.04.2012 | Maschinenbau

Heideldruck einigt sich mit Arbeitnehmervertretung

Bei der Heidelberger Druckmaschinen AG sollen etwa 2000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden (Bild: Heidelberger Druck).
Bei der Heidelberger Druckmaschinen AG sollen etwa 2000 Stellen sozialverträglich abgebaut werden (Bild: Heidelberger Druck).

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat sich mit den Arbeitnehmervertretern über das geplante Restrukturierungsprogramm und den damit einhergehenden Personalabbau geeinigt. Wie bereits bekannt soll die Zahl der Arbeitsplätze weltweit bis Mitte 2014 auf unter 14.000 sinken.

HEIDELBERG (Dow Jones/ks)–Betroffen sind rund 2.000 Stellen, die sozialverträglich abgebaut werden sollen, teilte der Druckmaschinenkonzern mit. Der Verhandlungsabschluss bestehe aus Ausscheidensvereinbarungen inklusive einer Transfergesellschaft, dauerhafter Arbeitszeitabsenkung und Flexibilisierung der Arbeitszeit. Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte das Unternehmen 15.666 Mitarbeiter.

Insgesamt tragen diese Maßnahmen zu den angestrebten jährlichen Einsparungen von rund 180 Mio Euro ab dem Geschäftsjahr 2013/14 bei. Davon sollen bereits im Geschäftsjahr 2012/13 bis zu einem Drittel wirksam werden. Die Einmalaufwendungen bezifferte Heidelberger Druck auf rund 150 Mio Euro, deren Großteil bereits überwiegend im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden sollen.

Mit dem Restrukturierungsprogramm will der rote Zahlen schreibende Konzern die Profitabilitätsziele sichern. Der Großteil des Personalabbaus im Inland wird über freiwillige Ausscheidungsvereinbarungen inklusive Angeboten für ältere Mitarbeiter bis Mitte 2014 umgesetzt. Mitarbeiter, deren Funktionen aufgrund von Struktur- und Flexibilisierungsprojekten entfallen, könnten in eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft wechseln, hieß es. Der geplante Stellenabbau im Ausland befinde sich ebenfalls in der Umsetzung.

Die Personalkosten sollen durch eine kollektive Arbeitszeitverkürzung auf 31,5 Stunden pro Woche bei entsprechender Entgeldsenkung reduziert werden. Gleichzeitig werde mit diesem Schritt die Kapazität an den deutschen Produktionsstandorten sofort wirksam um 15% gesenkt. Nach Bedarf kann Heidelberger Druck die individuelle Arbeitszeit an die jeweilige Auslastungssituation über Zeitkonten anpassen.
“Die schnelle Einigung ermöglicht es uns, die vereinbarten Maßnahmen früher als geplant bereits zum 1. Mai dieses Jahres umzusetzen und den geplanten Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten”, sagte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier. “Die getroffene Vereinbarung ist in Summe ein großer Schritt, um das im Geschäftsjahr 2013/14 angestrebte operative Ergebnis vor Sondereinflüssen von rund 150 Mio Euro zu erreichen.”
Im weltweiten Vertrieb passt das Unternehmen seine Vertriebsorganisation an. Um die Strukturkosten erheblich zu reduzieren, werden Vertriebsaktivitäten gebündelt und Einzelmärkte restrukturiert. Die umfassende Betreuung der weltweiten Kundenbasis bleibt dabei gewährleistet. Zudem richtet Heidelberger Druck den Bereich Forschung und Entwicklung neu aus.

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