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20.09.2011 | Management
“Just enough” schlägt Overengineering

Das hoch gelobte und gleichzeitig oft gescholtene “German Overengineering” wird immer stärker in den Hintergrund gedrängt. “Just-enough-Konzepte” und Baukastensysteme erfreuen sich zusehends größerer Beliebtheit – niedrigere Systemkosten und kürzere Planungszeiten sprechen für sich.
von Annika Mentgen
LANDSBERG. Die deutsche Industrie liebt Komplexität: „Keiner kann sie so gut wie wir und weil wir sie so gut können, betreiben wir sie auch so heftig.“ Diese Meinung vertritt Prof. Günther Schuh, Maschinenbauexperte der RWTH Aachen, schon seit Jahren. Doch nicht immer ist die Überkomplexität bei Produkten und Produktionsstrategien der Königsweg. Highend-Lösungen treffen bei weitem nicht jedermanns Bedarf – sie sind oft zu teuer, zu kompliziert, schlicht unnötig. „Der Trend zu Just-enough-Konzepten hat längst auch bei deutschen Produktionsplanern Anklang gefunden“, sagt Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.
Sein Unternehmen macht sich diesen Trend zunutze: Eine etablierte Highend-Lösung wurde bedarfsorientiert abgespeckt, die Systemkosten dadurch deutlich gesenkt. Tragl verweist auf die zumeist wirtschaftlichere Lösung eines Baukastensystems. „90 Prozent der Aufgaben lassen sich durch die Kombination von Standardbauteilen abdecken“, so Tragl. „Das ist preiswerter und verkürzt die gesamte Planung und den Aufbau von Montage- und Handlingsystemen.“ Anwendungsgerechte Technik, das ist hier das Stichwort. „Genug ist genug – auch in der Fabrikautomation der Zukunft“, ist Tragl überzeugt.
Bei Werkzeugmaschinenhersteller Haas vertritt man dieselbe Meinung. Viele Kunden des Unternehmens setzen auch bei der Bearbeitung komplexer Bauteile auf Standardmaschinen. Dies sei oft ausreichend und deutlich günstiger.
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