szmtag

Firmen

01.07.2013 |

Kampf der Produktpiraterie: Schaeffler zerstört 26 t Wälzlager-Plagiate

Gefälschte Wälzlager verschiedener Bauarten und Größen mit einem Nominalwert von über einer Million Euro wurden bei der Firma Interseroh verschrottet (Bild: Schaeffler)
Gefälschte Wälzlager verschiedener Bauarten und Größen mit einem Nominalwert von über einer Million Euro wurden bei der Firma Interseroh verschrottet (Bild: Schaeffler)

Schaeffler lässt gefälschte Wälzlager verschiedener Bauarten und Größen mit einem Nominalwert von über einer Million Euro verschrotten.

Schweinfurt (pd). Wälzlager verschiedenster Bauarten und Größe werden vom Greifarm des Baggers unter lautem Getöse in die Schrottpresse befördert. Heraus kommen die Lager zerhackt und zerbrochen oder zumindest soweit beschädigt, dass sie für eine weitere Verwendung unbrauchbar sind. Den Großlagern mit einem Außendurchmesser von über einem Meter, vor denen selbst die Schrottpresse kapituliert, rückt man mit dem Schneidbrenner zu Leibe. Es handelt sich bei allen Lagern um gefälschte Produkte mit den Markenaufdrucken INA und FAG, die bei Razzien sichergestellt wurden. Das Ziel der Aktion: die Lager unbrauchbar zu machen.

Nach einer spektakulären Aktion im Jahr 2007, bei der rund 40 Tonnen gefälschte Lager auf dem Schaeffler-Werksgelände in Schweinfurt zerstört wurden und zahlreichen weiteren Vernichtungsaktionen weltweit, sind es diesmal rund 26 Tonnen gefälschte Lager im Nominalwert von über einer Million Euro, die auf dem Gelände der INTERSEROH Franken Rohstoff GmbH in Schweinfurt vernichtet werden. Die Plagiate stammen zum Großteil aus Razzien bei Lager-Händlern in Europa, unter anderem aus Italien und Großbritannien. Aber auch gefälschte Lager aus Deutschland sind dabei: “Marken- und Produktpiraterie ist kein Phänomen, das sich auf China oder Südosteuropa beschränkt. Es findet auch hier vor unserer Haustür statt”, so Ingrid Bichelmeir-Böhn, Leiterin des Global Brand Protection Teams bei Schaeffler. “Es sind nicht mehr nur gefälschte Luxus- oder Konsumgüter, die den deutschen und europäischen Markt überschwemmen, sondern zunehmend auch sicherheitsrelevante Industrieprodukte wie Wälzlager”.

Die bei dieser Aktion verschrotteten Spindel-, Pendelrollen-, Kugel- und Nadellager stellen nur einen Teil der beschlagnahmten Fälschungen dar. Der Großteil wurde jeweils vor Ort unter Aufsicht der jeweiligen Landesbehörden entsorgt.

Die Fälschung von Wälzlagern und der Handel damit wird von Schaeffler weltweit konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht: Zum einen drohen zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung, Schadensersatz und Herausgabe der Fälschungen zur Vernichtung, zum anderen aber auch die strafrechtliche Verfolgung, ggf. verbunden mit einer Geld- und/oder Freiheitsstrafe. Der wirtschaftliche Schaden, der dem Unternehmen durch die Fälschungen entsteht, ist schwer zu beziffern. Denn neben den entgangenen Verkaufserlösen und dem Imageschaden durch die minderwertige Ware entstehen enorme Kosten für Ermittlung, Sicherstellung und fachgerechte Entsorgung der Lager.

Geschädigt werden aber nicht nur die Unternehmen, die Markenwaren herstellen und aufwändig Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung betreiben, sondern auch Firmen, die solche gefälschten Teile einbauen, und deren Kunden. Ein aktueller Fall aus der Schweiz beweist erneut, dass der Ausfall eines Wälzlagers als sicherheitsrelevantes Teil in Anlagen und Maschinen erhebliche Schäden auslösen kann. Aufgrund einer Kundenreklamation stellte sich bei einem Schweizer Unternehmen heraus, dass bei der Reparatur einer Maschine ein gefälschtes Zylinderrollenlager eingebaut wurde. So kam es bereits nach einem halben Jahr trotz regelmäßiger Wartung zum Heißlauf. Dieser wurde zwar vom Kunden rechtzeitig bemerkt, dennoch wurden Reparaturkosten in Höhe von rund 17.000 € verursacht, die den Lagerwert um ein vielfaches übersteigen.

Anzeige

Weitere Aktuelle News

Die Regularien für die Zulassung von Maschinen sind in den USA und Europa absolut unterschiedlich. Bei TTIP soll eine Lösung gefunden werden. - Bild: DMG Mori Seiki

USA-EU-Freihandelsabkommen: So wird TTIP zum Erfolg

USA und EU müssen sich vor allem bei den unterschiedlichen Zulassungsverfahren für Maschinen näher kommen, wollen sie bei TTIP eine für den Maschinenbau gewinnbringende Einigung erzielen. mehr

Norman Memminger, Hirooki Fujiwara, Matthias Fischer und Hans van Leeuwen (v.l.n.r.) bei der Vorpressekonferenz zur CeMAT in Hannover. - Bild: TMHE

Toyota Material Handling: Europas Markt fest im Visier

Toyota Material Handling (TMHE) erklärt, dass auf der CeMAT 50  Prozent der dort vorzustellenden Produkte neu sein werden. Ein hoher Wert, denn TMHE beabsichtigt, Marktführer in Europa zu werden. mehr

Anzeige

Koschnick neuer Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation

Gunther Koschnick wurde zum Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation berufen. Er folgt damit Dr. Reinhard Hüppe, der sich nach zehn Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand verabschiedet hat. mehr

Karl Tragl:

Bosch Rexroth verzeichnet Umsatzrückgang in 2013

Der Umsatz von Bosch Rexroth ist im Jahr 2013 auf 5,7 Milliarden Euro gesunken, 2012 lag er bei 6,5 Miliarden Euro. Die Stagnation in Europa sei die Hauptursache des Umsatzrückgangs. mehr



Suchen