28.09.2011 | Automotive

Katar will Porsche und VW bei Fusion helfen

Produktion des Panamera: Wegen möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche stehen dem Sportwagenhersteller möglicherweise horrende Schadenersatzforderungen ins Haus. Das verhindert derzeit die Verschmelzung mit VW (Bild: Porsche).
Produktion des Panamera: Wegen möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche stehen dem Sportwagenhersteller möglicherweise horrende Schadenersatzforderungen ins Haus. Das verhindert derzeit die Verschmelzung mit VW (Bild: Porsche).

Das Emirat Katar unterstützt trotz des Scheiterns der ursprünglichen Pläne zur Verschmelzung der Porsche-Holding mit Volkswagen die Bestrebungen beider Unternehmen zur Gründung eines integrierten Automobilkonzerns.

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Wenn es jetzt dafür einen anderen als den ursprünglich beabsichtigten Weg geben sollte, werden wir auch dabei helfen, es zu realisieren”, sagte Ahmad Mohammed Al-Sayed, Vorstandsvorsitzender der Qatar Holding, am Dienstag in Berlin am Rande des Tages der deutschen Industrie.

Es gebe eine Zusammenarbeit sowohl mit Porsche als auch mit VW. “Wir sind in den Aufsichtsräten von beiden Firmen, und das ist der beste Weg, um daran mit zu arbeiten”, sagte Al-Sayed. Nach seinem Dafürhalten ist es eine Frage der Zeit, bis der Zusammenschluss stattfindet. Das Emirat ist mit einem Anteil von 17% drittgrößter Stammaktionär bei der Volkswagen AG und hält einen Anteil von 10% an Porsche.

Im August 2009 hatten Volkswagen und die Porsche SE nach einem erbitterten Übernahmekampf die Bildung eines integrierten Automobilkonzerns vereinbart. In einem ersten Schritt übernahm Europas größter Autobauer 49,9% am Porsche-Kerngeschäft mit Sportwagen. Primäres Ziel war seither eine Fusion von Europas größtem Autohersteller. Für den Fall, dass dieses Vorhaben jedoch scheitert, erwarben die Wolfsburger auch Optionen für die restlichen 50,1% an der Porsche AG. Die Porsche SE würde zunächst als Holding-Unternehmen als separate Geschäftseinheit weiterbestehen, sollte die Optionsvariante gewählt werden.

Anfang September dieses Jahres erklärten beide Unternehmen dann allerdings, wegen der bestehenden rechtlichen Hürden nicht wie ursprünglich geplant noch in diesem Jahr zu verschmelzen. Man suche vielmehr nach Alternativen zur geplanten Fusion und der Übernahme der Porsche AG über die Optionen, hieß es. Bis zum Jahresende sollen dem Aufsichtsrat Vorschläge unterbreitet werden. Zu den möglichen Alternative gehört nach Angaben der Protagonisten auch eine spätere Verschmelzung.

Gegen die ehemaligen Porsche-Vorstände Wendeling Wiedeking und Holger Härter laufen in Deutschland und in den USA Verfahren beziehungsweise Klagen wegen möglicher Marktmanipulation im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme von VW durch Porsche. Hieraus könnten Porsche horrende Schadenersatzforderungen entstehen. Dies macht nach Volkswagen-Angaben zum jetzigen Zeitpunkt eine Quantifizierung der wirtschaftlichen Risiken eines möglichen Zusammengehens unmöglich – und somit eben auch die baldige Verschmelzung. Eine rasche Lösung der juristischen Streitigkeiten ist nicht in Sicht.

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