09.11.2011 | Maschinenbau

Kuka setzt sich höheres Umsatzziel

Von Krise keine Spur: Kuka hat bei sämtlichen Finanzkennziffern die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen (Bild: Kuka AG).
Von Krise keine Spur: Kuka hat bei sämtlichen Finanzkennziffern die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen (Bild: Kuka AG).

Der Aufwärtstrend beim Roboter- und Anlagenbauer Kuka hält trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds an. Im dritten Quartal steigerten die Augsburger sämtliche wichtigen Finanzkennzahlen deutlich. “Unser Unternehmen hat ein hervorragendes drittes Quartal 2011 hinter sich”, schrieb Vorstandschef Till Reuter in seinem am Mittwoch im Zwischenbericht veröffentlichten Brief an die Aktionäre.

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Angesichts der starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hält der MDAX-Rückkehrer 2011 nun einen etwas stärkeren Umsatzanstieg für möglich als bislang. Zwischen Juli und September nahm Kuka 369 Mio Euro ein, fast 35% mehr als im Vorjahresquartal. Operativ – also vor Zinsen und Steuern – wurden gut 19 (Vorjahr: 8,3) Mio Euro verdient, unterm Strich blieben 9 Mio Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein leichter Verlust angefallen war. Die deutlichen Gewinnzuwächse begründete Kuka vor allem mit der deutlich gestiegenen Auslastung in sämtlichen Geschäftsbereichen, die nahe an ihren Kapazitätsgrenzen.

Auch die positive Entwicklung an der Auftragsfront hält an: Die Bestellungen legten im dritten Quartal dank der hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie, besonders von deutschen Herstellern und Zulieferern, um ein Fünftel auf 378 Mio Euro zu, womit die sogenannte Book-to-Bill-Ratio – also das Verhältnis von Aufträgen zu Umsatz – bei 1,03 lag. Werte über der 1er-Marke sprechen für eine weiterhin dynamische Geschäftsentwicklung. “Bereits jetzt haben wir im Auftragseingang das Niveau des Gesamtjahres 2010 übertroffen”, so Reuter.

Mit den vorgelegten Drittquartalszahlen schnitt Kuka durch die Bank besser als von Analysten prognostiziert ab. Entsprechend positiv war die Resonanz am Markt: “Die Kennziffern liegen alle mehr oder minder deutlich über den Erwartungen”, so ein Händler, der vor allem den starken Auftragseingang lobte. Im Frankfurter Spezialistenhandel gewinnt die Aktie des Roboter- und Anlagenbauers am frühen Morgen gut 6% an Wert und wird bei 14,50 Euro zu 14,80 Euro getaxt.

2011 will Kuka nun – vorausgesetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verschlechtern sich nicht – Einnahmen von rund 1,35 Mrd Euro erwirtschaften. Zuvor hatten die Augsburger lediglich 1,3 Mrd Euro für möglich gehalten. Die Rendite vor Zinsen und Steuern soll weiter bei mindestens 5% liegen. Im Vorjahr hatte der Roboter- und Anlagenbauer bei Erlösen von knapp 1,08 Mrd Euro eine Rendite von 2,3% geschafft.

Auch die weiteren Aussichten sind positiv: “Kuka profitiert vom langfristigen Trend zur roboterbasierten Automation – nicht nur in den Industrieländern, sondern verstärkt auch in den Schwellenländern”, sagte Reuter. Dem Unternehmen kämen in den nächsten Jahren mehrere Trends zu Gute: Eine steigende Modellvielfalt in der Automobilindustrie, eine aus Kostengründen zunehmende Automatisierung im produzierenden Gewerbe, weiteres Wachstum in den Schwellenländern und der Bedarf an energieeffizienten Produktionsmethoden.

Und sollte es eine deutliche Abschwächung der Weltwirtschaft geben, sieht Reuter Kuka trotzdem “bestens gewappnet”. Zur Begründung verwies der Vorstandsvorsitzende unter anderem auf den hohen Auftragsbestand und die im Vergleich zu früheren Jahren deutlich niedrigeren Kosten sowie deren flexiblere Struktur.

Weitere Aktuelle News

Kuka will Marktanteil im Robotergeschäft deutlich ausbauen

Bis 2017 will Kuka seinen Marktanteil außerhalb der Automobilindustrie mehr als verdoppeln (Bild: Kuka).

Die Kuka AG will ihren Marktanteil im Geschäftsbereich Robotics in den kommenden Jahren kräftig ausbauen. Besonders in der General Industry, also in Branchen außerhalb der Automobilindustrie, wollen die Augsburger den Wettbewerbern erheblich Druck machen. Dabei setzt der MDAX-Konzern vor allem auf China. AUGSBURG (Dow Jones/ks)--Bis 2017 mehr

Ende gut, alles gut: Chinesen kaufen Drossbach

Der Aufkauf von Drossbach seitens der chinesischen Dalian Sunlight Machinery eröffnet dem Traditionsunternehmen neue Perspektiven (Bild: Manfred Arloth).

Das börsennotierte chinesische Unternehmen Dalian Sunlight Machinery Co. Ltd. hat den Geschäftsbetrieb des Maschinenbauers Drossbach übernommen. Das Unternehmen meldete Anfang des Jahres Insolvenz an (Produktion berichtete). von Tino Böhler RAIN AM LECH (ilk). Das Traditionsunternehmen Drossbach entwickelte und produzierte in den mehr

Gildemeister rechnet mit höheren Einkaufs- und Personalkosten

Gildemeisters Ziel bleibt es, bis Ende 2012 erstmals einen Auftragseingang von mehr als 2 Milliarden Euro zu erreichen (Bild: Gildemeister).

Gildemeister stimmt seine Aktionäre auf höhere Rohstoffkosten ein. Insgesamt bleibt der Werkzeugmaschinenhersteller optimistisch und erwartet Zuwächse im Segment "Industrielle Dienstleistungen". FRANKFURT (Dow Jones/ks)--"Zu den Herausforderungen des laufenden Jahres gehört unter anderem, dass die Werkzeugmaschinenhersteller den global mehr

UCIMU: „Italien droht die Deindustrialisierung“

UCIMU-Präsident Giancarlo Losma.

Werkzeugmaschinen aus Italien sind weltweit gefragt - nur nicht in Italien selbst. Der italienische Werkzeugmaschinenverband UCIMU sieht die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in Gefahr. I-Cinisello Balsamo (sm). Die Auftragseingänge der italienischen Werkzeugmaschinenhersteller haben sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um über mehr



Anzeige

Suchen