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13.04.2010 | Maschinenbau

MAN Roland und Wifag brechen Übernahmegespräche ab

Die geplante Übernahme des schweizerischen Druckmaschinenherstellers Wifag durch die manroland AG ist geplatzt.

Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (ks)–”Die Interessen beider Parteien konnten nicht in Übereinstimmung gebracht werden”, teilte das in Augsburg und Offenbach ansässige Unternehmen am Montag mit. Daher sei vereinbart worden, die Verhandlungen abzubrechen.

Aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, dass im Zuge der Due-Dilligence-Prüfung potenzielle Risiken in den Wifag-Büchern gefunden worden seien, die manroland nicht zu übernehmen bereit gewesen sei. Es sei keine gemeinsame Lösung für diese Problematik gefunden worden, sagte eine mit der Materie vertraute Person am Montag zu Dow Jones Newswires.

Beide Unternehmen bleiben nach manroland-Angaben trotz der abgebrochenen Verhandlungen offen für eine Zusammenarbeit auf technischer Ebene.

Ende Februar hatte manroland eine Absichtserklärung zum Kauf der seit Jahren defizitären Wifag AG unterzeichnet. Die Übernahme sollte noch im Frühjahr 2010 in trockenen Tüchern sein. Finanzielle Details wurden seinerzeit nicht öffentlich.

Ziel des krisengebeutelten Druckmaschinenherstellers, dessen Fusion mit dem Konkurrenten HeidelDruck im Herbst scheiterte, war es, mit der Integration des Maschinen- und Servicegeschäfts von Wifag das eigene Produkt- und Serviceportfolio abzurunden und die Position im Zeitungsdruck sowie die regionale Präsenz zu stärken.

Die in Bern ansässige Wifag AG hatte im Oktober 2009 eine neue Entlassungsrunde eingeleitet und suchte seither einen geeigneten Partner, da die kritische Betriebsgröße unterschritten wurde. Mit dem geplanten Verkauf an manroland wollte das Unternehmen nach eigenen Angaben auf den zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche reagieren.

Nun werde Wifag “im Alleingang ein Servicegeschäftsmodell realisieren”, hieß es am Montag. Damit könnten die Verbindlichkeiten gegenüber den Kunden erfüllt und der Service in gewohnter Qualität gewährleistet werden. “Weitergehende Lösungen mit Branchenvertretern bleiben eine Option”. Zudem werde parallel zum Restrukturierungsprozess über den Verkauf von einzelnen Bearbeitungszentren verhandelt.

Die Wifag AG gehört zur Wifag-Polytype Gruppe. Die Muttergesellschaft erlöste 2008 mit 1.500 Mitarbeitern mehr als 500 Mio Schweizer Franken.

Der Maschinenbau steckt nach massiven Orderrückgängen in der wohl heftigsten Krise seiner Geschichte. Hohe Stornoraten, Bestellrückgänge und Überkapazitäten machen dabei vor allem den Druckmaschinenherstellern schwer zu schaffen. Hauptgrund für die Branchenkrise ist der Einbruch auf dem Printwerbemarkt, denn die Druckereien sind von Verlagen abhängig, die sich wiederum zu einem erheblichen Teil auf Werbeeinnahmen stützen. Die Neuaufträge der Druckmaschinenindustrie brachen 2009 um nahezu die Hälfte ein. Dass der Markt das Vorkrisenniveau jemals wieder erreichen wird, halten Branchenexperten für unwahrscheinlich.

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