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04.04.2011 |

Maschinenbau fordert stabile Energiepolitik

VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner sieht im beschleunigten Umbau der Energieversorgung durchaus Chancen für den Maschinenbau (Bild: VDMA).
VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner sieht im beschleunigten Umbau der Energieversorgung durchaus Chancen für den Maschinenbau (Bild: VDMA).

Der VDMA sieht Deutschland vor einschneidenden Veränderungen in der Energieversorgung und sieht darin Chancen für den Maschinenbau. Von der Politik fordert der Verband mehr Verlässlichkeit.

von Claus Wilk

HANNOVER (ks). Die Ereignisse in Japan hätten entscheidende Konsequenzen für die Energiepolitik in Deutschland, sagte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf der Hannover Messe. Die Abkehr von der Atomenergie berge für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau große Chancen; die Branche könne einen entscheidenden Beitrag leisten. Beispiele: Derzeit gebe es bei den Herstellern von Strom- und Wärmeerzeugungstechnologien auf Basis fossiler wie auch erneuerbarer Energieträger Kapazitäten zum Bau neuer Kraftwerke.

Die reinen Bauzeiten liegen bei vorhandenen Netzen bei Windenenergieanlagen bei zwei Monaten, bei Anlagen etwa auf Basis von Gasturbinen bei maximal zwei Jahren. Auch zusätzliche Kapazitäten effizienter Kohlekraftwerke ließen sich in einer Größenordnung von etwa 10 Gigawatt bis 2013 realisieren, vorausgesetzt, die verhängten Planungsstopps würden zügig aufgehoben.

Lindner forderte jedoch unmissverständlich eine Energiepolitik, die „Stabilität für zwanzig Jahre bietet und nicht Gefühl und Wellenschlag folgt.“ Insbesondere der Netzausbau und die Stromspeicherung stünden dabei im Vordergrund. Deutschland verfüge in Sachen Stromerzeugung über 165 Gigawatt, maximal 80 Gigawatt an Spitzenleistung würden benötigt. Die Differenz beider Werte illustriere deutlich, wo die Probleme lägen.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist insgesamt gut ins Jahr 2011 gestartet. Der VDMA erhöhte die Produktionsprognose von zehn auf 14%. Ganz so leicht fiel es den Verantwortlichen beim VDMA nicht, die Jahresprognose zu erhöhen. „Unsere positive Meldung steht in einem Widerspruch zu den jüngsten Entwicklungen in Japan und Nordafrika“, gab Lindner zu bedenken. Zwar habe sich die Weltwirtschaft bislang als äußerst robust erwiesen, doch könnten die „apokalyptischen“ Ereignisse in Japan und der Krieg Libyen „konjunkturelle Schleifspuren“ hinterlassen.

Zum Special “Hannover Messe 2011″

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