15.06.2011 |

Maschinenbau-Gipfel: Pflichttermin auch für Top-Politiker

Dr. Hannes Hesse: „Der Maschinenbau-Gipfel ist das Top-Event der Branche. Hier trifft sich das ‚Who-is-who‘ des Maschinen- und Anlagenbaus.“ Bild: VDMA

Deutschland ist ein leistungsfähiger Standort. Damit das so bleibt, fordert Dr. Hannes Hesse im Interview mit Produktion von der Politik, gute Absichten in die Tat umzusetzen: ein zentrales Thema des 5. Maschinenbau-Gipfels.

Wie wichtig ist der Maschinenbau-Gipfel für Ihre Branche?
Der Maschinenbau-Gipfel ist das Top-Event unserer Branche in den Jahren zwischen den VDMA-Mitgliederversammlungen. Hier trifft sich das ‚Who is Who‘ des Maschinen- und Anlagenbaus und wer nichts verpassen möchte, ist in Berlin dabei. Nicht nur bei den Managern unserer Branche, sondern auch seitens der Politik hat der Maschinenbau-Gipfel eine große Bedeutung eingenommen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel oder den früheren Bundeskanzler Dr. Gerhard Schröder durften wir ebenso zu unseren Gästen zählen wie die Minister Franz Müntefering und Michael Glos. Auch der chinesische Wissenschaftsminister Wan Gang folgte bereits unserer Einladung, um 2008 zu den Teilnehmern zu sprechen. Für 2011 freuen wir uns über die Zusagen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Bildungs- und Forschungsministerin Prof. Annette Schavan, Umweltminister Norbert Röttgen sowie unserem internationalen Gast, dem EU-Handelskommissar Karel De Gucht.

Wie gut ist der Maschinenbau aufgestellt, um das atemberaubende Tempo der momentanen wirtschaftlichen Entwicklungen mitgehen zu können?
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist an starke zyklische Schwankungen gewöhnt und kann daher sehr flexibel reagieren. Unsere Branche ist im letzten Jahr bereits wieder um stattliche 9,4 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem weiteren Produktionsplus von 14 Prozent. Viele Unternehmen schaffen bereits seit Frühjahr 2010 zusätzliche feste Arbeitsplätze. Außerdem füllen sich die Arbeitszeitkonten wieder. Dort, wo die technischen Kapazitäten zu begrenzt sind, wird es auch Erweiterungsinvestitionen geben. Wir sind also auch für einen rasanten Aufschwung bestens gerüstet. Zeitarbeit ist ein wichtiges Instrument gerade in Zeiten seines schnellen Produktionsaufbaus.

In diesem Zusammenhang: Muss der deutsche Maschinenbau nach der fürchterlichen Japan-Katastrophe den Rückwärtsgang einlegen?
Das alles hat uns menschlich sehr schwer getroffen und unsere Gedanken sind bei den Menschen in Japan. Vor dem Hintergrund des Japan-Unglücks ist uns die an sich erfreuliche Anhebung der Prognose nicht leicht gefallen, aber trotz der traurigen Ereignisse geht es dieses Jahr für den deutschen Maschinenbau nicht rück-, sondern vorwärts. Lieferengpässe sind zwar bisher nur bei vereinzelten Unternehmen zu vermelden – dennoch ist eine Abschätzung weiterer Konsequenzen derzeit noch schwierig.
In Japan kam es in zahlreichen Branchen zu Produktionsausfällen durch zerstörte Fabriken oder mangelnde Stromversorgung. Auch die Infrastruktur und damit die Logistik ist durch zerstörte Straßen oder Hafenanlagen schwer getroffen.

Dauerbrenner-Thema Standort Deutschland: Wie schneiden wir im Vergleich zu anderen Produktionsstandorten aus Sicht des größten deutschen Branchenverbandes ab und was würde der VDMA gerne verbessern?
Deutschland ist ein leistungsfähiger Standort – anders wäre nicht zu erklären, dass hier mit die höchsten Löhne der Welt bezahlt werden können. Aber wir sehen auch, dass andere Länder im Pro-Kopf-Einkommen an uns vorbeiziehen. Dem sollten wir nicht tatenlos zusehen, denn in mancher Hinsicht gehen wir auf dünnem Eis. Ich würde mir wünschen, dass die Politik sich nicht mit den eigenen Absichtserklärungen zufrieden gibt, sondern umsetzt, was sie an guten Absichten hat und zwar mit langfristiger Investitionssicherheit für die Unternehmen, die die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen sichert. Darüber werden wir auf dem Maschinenbau-Gipfel mit unseren politischen Gästen reden.

Zur externen Website des Maschinenbau-Gipfels


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