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23.02.2012 | Aerospace
MTU nicht mehr an Volvo interessiert

Der Triebwerkbauer MTU hat laut einem Pressebericht kein Interesse mehr an der Flugzeugtriebwerkssparte des schwedischen Volvo-Konzerns. MTU Aero Engines habe sich aus dem Bieterverfahren zum Kauf der Sparte zurückgezogen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf Branchenkreise.
HAMBURG (Dow Jones/ks)–Jüngste Renditekennziffern und -erwartungen hätten nicht dem Vorstellung des Münchener Konzerns entsprochen. Der Zukauf hätte schätzungsweise 800 Mio Euro gekostet, so die Zeitung. Ein MTU-Sprecher wollte den Bericht kommentieren.
Der Triebwerkhersteller Volvo Aero, der rund 3% zum Gesamtumsatz des Volvo-Konzerns beiträgt, habe jüngst für 2011 einen sinkenden Umsatz um gut 15% auf umgerechnet 739 Mio Euro vermeldet, so die FTD. Die Umsatzrendite habe sich zwar im Gesamtjahr auf 5,2% verbessert, sei im vierten Quartal aber rückläufig gewesen.
MTU hatte bereits zum dritten Mal Anlauf zum Einstieg bei den Schweden genommen. Vor gut fünf Jahren waren sich beide Seiten bereits handelseinig, doch der Abschluss scheiterte damals am Aufsichtsrat Volvos, so die Zeitung. Ein weiterer Versuch 2009 endete auch erfolglos.
MTU hatte am Morgen Eckzahlen für das vergangenen Jahr veröffentlicht. Der Umsatz legte um 8% auf knapp drei Mrd Euro zu. Das Ziel, die Einnahmen bis 2020 auf 6 Mrd Euro zu verdoppeln, könne durch organisches Wachstum, also ohne Zukäufe, erreicht werden, betonte der Konzern. Der bereinigte Nettogewinn stieg um 7% auf 196,6 Mio Euro.
Das im MDAX gelistete Unternehmen hat mit diesem Ergebnis die eigene Prognose erfüllt. Analysten hatten im Konsens einen leicht geringeren Gewinn, dafür aber ein etwas besseres bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) erwartet.
MTU Aero will den Wachstumstrend auch im laufenden Jahr fortsetzen. Vorstandsvorsitzender Egon W. Behle rechnet 2012 mit einem Anstieg des Umsatzes im mittleren einstelligen Prozentbereich, sowie einer Verbesserung des bereinigten Nettogewinns um 10 bis 12%. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sieht er um 8% bis 10% steigen.
Der Triebwerksteller hat auch seine mittelfristigen Wachstumspläne bekräftigt. Er will den Umsatz im Jahr 2020 auf 6 Mrd Euro ausbauen und die bereinigte EBIT-Marge auf mindestens 12% erhöhen. 2011 lag diese Kennzahl bei 11,2%.
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