szmtag

Firmen

23.03.2012 |

Opel-Werk Bochum droht abermals das Aus

GM macht mit der Restrukturierung seiner angeschlagenen europäischen Tochter Opel offenbar ernst (Bild: Opel).
GM macht mit der Restrukturierung seiner angeschlagenen europäischen Tochter Opel offenbar ernst (Bild: Opel).

General Motors will laut Insider-Informationen ein oder zwei Werke in Europa schließen. Am stärksten gefährdet sind demnach die Werke in Bochum und im britischen Ellesmere.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Die Entscheidung über eine eventuelle Werksschließung könne in den nächsten Wochen fallen. Das berichtet das “Wall Street Journal” und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen. Der Aufsichtsrat von Opel dürfte bei seiner Sitzung in der kommenden Woche über die Werksschließungen beraten, hieß es.

Ein Opel-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren: “Wir gehen davon aus, dass die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinsam getragene Einschätzung, Opel müsse auch in Zeiten schlechter werdender Rahmenbedingungen profitabel arbeiten, weiterhin Gültigkeit hat”, sagte er nur. “Wir arbeiten an den notwendigen Strategien und werden informieren, sobald es etwas mitzuteilen gibt. An Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen.” Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug wollte keinen Kommentar abgeben.

Die Verluste von Opel haben sich in den letzten zehn Jahren auf mehrere Milliarden Euro aufgetürmt, weshalb GM entschlossen ist, den Autobauer zu sanieren. Arbeitnehmervertreter sehen eine Restrukturierung durch den Abbau von Kapazitäten aber skeptisch. “Gesundschrumpfen” könne man Opel nicht, das habe die Vergangenheit gezeigt, hatte Schäfer-Klug jüngst im Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland gesagt. “Opel ist zu Wachstum verdammt.”

Nahezu alle europäischen Autohersteller leiden unter den chronischen Überkapazitäten und rückläufigen Absätzen. Seit 2007 sind die Verkäufe auf dem Kontinent um 14% gesunken. GM hatte in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Anläufe unternommen, Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall auf gesunde Füße zu stellen. Tausende Jobs wurden gestrichen, mehrere Werke dichtgemacht. Zuletzt musste im Jahr 2010 das Werk im belgischen Antwerpen seine Pforten schließen.

Im Opel-Werk in Bochum bauen rund 5000 Mitarbeiter die Modelle Astra und Zafira sowie Achsen und Getriebe. Insgesamt hat Opel in Deutschland noch etwa 40.000 Mitarbeiter. 2007 wurden dort 240.000 Autos gebaut. In Ellesmere Port arbeiten etwa 2100 Menschen, das Werk hat eine Produktionskapazität von 187.000 Autos.

GM Chart habe nach Informationen von Spiegel Online wiederholt erklärt, dass es angesichts von Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr zwei Werke zu viel gebe, hieß es. Die Produktionskapazitäten sollen demnach um 30% gesenkt werden.

Weitere Aktuelle News

Dank vieler neuer Modelle hat Renault in den ersten sechs Monaten bei Absatz und Gewinn zugelegt. Durch Absatzflaute in den Schwellenländern und negative Währungseffekte fiel der Umsatz jedoch. - Bild: Renault

Renault steigert Absatz und Gewinn

Dank vieler neuer Modelle hat Renault in den ersten sechs Monaten bei Absatz und Gewinn zugelegt. Der Umsatz wurde jedoch durch Währungseffekte belastet. An der Prognose für das Gesamtjahr halten die Franzosen jedoch fest. mehr

Der Automobilzulieferer hat seine Prognose für 2014 aufgrund eines starken ersten Halbjahres nach oben gesetzt. - Bild: Faurecia

Faurecia korrigiert Prognose für 2014 nach oben

Der Automobilzulieferer Faurecia hat seine Prognose für das Jahr 2014 nach oben korrigiert. Grund ist laut Unternehmen das starke Ergebniswachstum im ersten Halbjahr. mehr

Anzeige

Martin Winterkorns Milliarden-schweres Sparprogramm sorgt für Wirbel - auch bei den Konzerntöchtern Audi und Porsche. - Bild: VW

Gewaltiges Knirschen im Volkswagen-Reich

Mißmanagement in Wolfsburg? Nach "Spiegel"-Informationen müssen Volkswagen-Produktionsvorstand Michael Macht und VW-Vertriebschef Christian Klingler um ihre Posten fürchten. mehr

Autozulieferer Dürr plant eine weitere Expansion und will sich durch Zukäufe verstärken. - Bild: Dürr

Dürr hat weitere Zukäufe im Visier

Der Automobilzulieferer Dürr will weiter zukaufen. Nur wenige Tage nach der Akquisition des Maschinenbauers Homag hat Dürr weitere Unternehmenskäufe in Aussicht gestellt. mehr



Suchen