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27.03.2012 |

Pfeiffer Vacuum für 2012 vorsichtig

Hauptsitz von Pfeiffer Vacuum in Aßlar: Das Unternehmen schließt einen Umsatzrückgang für 2012 "nicht ganz" aus (Bild: Pfeiffer Vacuum).
Hauptsitz von Pfeiffer Vacuum in Aßlar: Das Unternehmen schließt einen Umsatzrückgang für 2012 "nicht ganz" aus (Bild: Pfeiffer Vacuum).

Nach einem kräftigen Umsatz- und Ergebnissprung 2011 blickt der Vakuumpumpen-Bauer Pfeiffer Vacuum zumindest bei den Erlösen verhalten auf das neue Gesamtjahr.

von Ursula Quass, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–”Wir glauben, dass wir eine recht stabile Nachfrage haben. Aber ein Umsatzrückgang kann nicht ganz ausgeschlossen werden”, sagte Vorstandschef Manfred Bender bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Schwierigkeiten bereitet dem TecDAX-Konzern weiterhin die schwache Weltkonjunktur.
Nach oben gehen soll es aber bei der operativen Rendite. Für 2012 sieht der Hersteller von Vakuumtechnik bei der EBIT-Marge ein Potenzial von 14,5%. Im vergangenen Jahr sank die Marge des Unternehmens aus dem hessischen Aßlar deutlich auf 11,9%. Bis 2014 soll sie sogar auf 20% wachsen – dazu beitragen sollen vor allem Prozess- und Vertriebsverbesserungen.
Das kommt bei Investoren gut an, die Aktie von Pfeiffer Vacuum legt um über 3,5% zu. “Das Potenzial bei den Margen spricht für die Aktie von Pfeiffer Vacuum”, sagt Adrian Pehl von Equinet. Außerdem dürfte sich die Erlössituation nun von Quartal zu Quartal wieder kontinuierlich verbessern: “Pfeiffer hat das Schlimmste hinter sich”, so Pehl.
Da die ersten drei Monaten recht schwankend waren, hieß es von Pfeiffer weiter, ist noch kein einheitlicher Trend für 2012 erkennbar. Zwar hätten einige Kunden “erhebliche Aufträge” angekündigt, allerdings stünden diese noch nicht sicher in den Büchern, hieß es von Pfeiffer weiter.
Die Pfeiffer Vacuum Technology AG produziert Vakuumpumpen und -systeme sowie Mess- und Analysegeräte unter anderem für die Halbleiterbranche und die Solarindustrie. Wegen des rückläufigen Bedarfs der Kunden nach Halbleitern und Photovoltaik hatte das hessische Unternehmen zuletzt die Erlösprognose kappen müssen.
“Fragezeichen” sieht der Manager nun vor allem für das Beschichtungsgeschäft. Dieser Bereich habe sich “zum Ende des Jahres sehr schwach entwickelt”. Für das Halbleitergeschäft zeigte sich der Vorstandsvorsitzende aber “sehr zuversichtlich”. Hier werde mit einer baldigen Erholung gerechnet. Die anderen Märkte seien “ohnehin sehr stabil”.
Allerdings, so Bender, werde das Geschäft mit Halbleitern immer zyklischer werden. “Wir werden stärkere Ausschläge spüren.” Deshalb gelte es flexibel zu sein und zum Beispiel mit Zeitarbeitskonten und Leiharbeitern einen Ausgleich zu schaffen. Leiharbeit spiele vor allem in Frankreich eine Rolle. Dort belaufe sich der Anteil an Leiharbeitern in der Fertigung auf bis zu 50%. Konzernweit würden in der Spitze bis zu zehn% Leiharbeiter eingesetzt.
Neben den deutschen Werken in Aßlar und Göttingen produziert der Konzern auch im französischen Annecy sowie in Südkorea und Rumänien. Insgesamt arbeiten mehr als 2.200 Mitarbeiter für Pfeiffer Vacuum.
Profitiert hatte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem von der Übernahme des Vakuumtechnikspezialisten adixen. Der Gesamtumsatz kletterte um 135,6% auf 519,5 Mio Euro. Das Ergebnis nach Steuern nahm auf 41,6 Mio Euro zu – das höchste Nettoergebnis in der Unternehmensgeschichte.
Umsatzzuwächse hätten sich in allen Regionen größtenteils aufgrund der einmaligen Einbeziehung von adixen ergeben, hieß es. Aber auch das Kerngeschäft sei gewachsen. Als Dividende sollen 3,15 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. 2010 waren es erst 2,90 Euro gewesen. Die Ausschüttungsquote liegt damit wie in den Vorjahren bei 75%.

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