29.07.2011 | Automotive

Rheinmetall erhöht Jahresausblick

Hauptsitz von Rheinmetall in Düsseldorf: Die Bundeswehr kauft jetzt"Gladius"-Ausrüstungen für 84 Mio Euro. (Bild: Rheinmetall).
Hauptsitz von Rheinmetall in Düsseldorf: Die Bundeswehr kauft jetzt"Gladius"-Ausrüstungen für 84 Mio Euro. (Bild: Rheinmetall).

Rheinmetall hat sowohl seine Umsatz- als auch seine Gewinnprognose erhöht. Gleichzeitig will der Düsseldorfer Konzern seine Zwei-Säulen-Strategie überprüfen und untersucht einen möglichen Börsengang des Automotive-Bereichs Kolbenschmidt-Pierburg AG.

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Der Umsatz soll nun auf rund 4,4 Mrd bis 4,5 Mrd Euro zulegen, wie der Düsseldorfer Konzern am Freitag mitteilte. Das EBIT sieht die Rheinmetall AG zwischen 350 Mio und 370 Mio Euro. Bisher waren 330 Mio bis 360 Mio Euro EBIT und Erlöse von 4,3 Mrd Euro geplant worden.
In den ersten sechs Monaten hat der Rüstungskonzern und Autozulieferer deutlich mehr erlöst und verdient als im Vorjahr, blieb beim EBIT allerdings deutlich hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Rheinmetall steigerte den Umsatz um 20% auf 2,075 Mrd Euro. Vor Zinsen und Steuern stand zwischen Januar und Juni ein Gewinn von 127 (104) Mio Euro zu Buche, netto waren es 75 (57) Mio Euro. Während Rheinmetall die Umsatzschätzung der Analysten weitgehend erreicht hat, hatten die Branchenbeobachter beim EBIT mit 158 Mio Euro ein gutes Stück mehr erwartet.

“Rheinmetall zeigt im Jahr 2011 weiter eine starke Performance – in beiden Sparten”, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Eberhardt. “Für den weiteren Jahresverlauf sind wir optimistisch, so dass wir die Ergebnisprognose angehoben haben.”

Rheinmetall erwägt, den Bereich Automotive mit der Tochter Kolbenschmidt Pierburg AG an die Börse zu bringen. Das wird nach einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstagabend derzeit geprüft. Man halte sich offen, an der bisherigen Zwei-Säulen-Strategie festzuhalten, hieß es jedoch einschränkend. Den Bereichen Automotive und Defence solle es aber ermöglicht werden, jeweils die eigene Wettbewerbsposition weiterzuentwickeln, erklärte Rheinmetall.

Beide Bereiche sind nach Umsatz etwa gleich groß. Im Vorjahr fiel das EBIT im Bereich Defence allerdings knapp drei Mal so hoch aus wie im Bereich Automotive. Vor zwei Jahren verbuchte Kolbenschmidt Pierburg vor Steuern und Zinsen noch einen hohen Verlust, kam dann aber mit viel Schwung aus der Krise. Im ersten Halbjahr lag das EBIT bei Automotive mit 76 Mio Euro leicht über dem des Defence-Bereichs (62 Mio Euro), der Umsatz deutlich. Die EBIT-Marge im Bereich Automotive stieg auf 6,5% (4,5%).

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