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25.01.2012 |

VDMA: Iran-Sanktionen treffen deutschen Maschinenbau

Der Maschinenbau ist zwar nicht unmittelbar vom Importverbot für iranisches Öl betroffen, der VDMA befürchtet aber Probleme wegen des schwierigeren Zahlungsverkehrs und wegen des Exportverbots für petrochemische Anlagen und Ausrüstungen (Bild: Imago).
Der Maschinenbau ist zwar nicht unmittelbar vom Importverbot für iranisches Öl betroffen, der VDMA befürchtet aber Probleme wegen des schwierigeren Zahlungsverkehrs und wegen des Exportverbots für petrochemische Anlagen und Ausrüstungen (Bild: Imago).

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass deutsche Maschinenbauer von den neuen Iran-Sanktionen der EU erheblich betroffen sein werden.

FRANKFURT (ks). “Das am 23.1.2012 von den EU-Außenministern beschlossene Einfrieren der Konten der iranischen Zentralbank wird massive Auswirkungen auf die Irangeschäfte der deutschen Maschinenbauer haben”, erklärt der Verband auf seiner Website. Zwar könnten auch weiterhin Zahlungen für legale Iranlieferungen über die iranische Zentralbank abgewickelt werden, jedoch müssten diese Transfers jeweils von der Deutschen Bundesbank genehmigt werden, was einen erheblichen administrativen Aufwand bedeuten dürfte, so der Verband.

Gleichfalls beschlossen wurde ein Lieferverbot von Ausrüstungen für die petrochemische Industrie im Iran. Für konkrete Auswirkungen müsse aber die entsprechende EU-Verordnung mit einer konkreten Produktliste abgewartet werden, so der VDMA. Nicht unmittelbar betroffen sind die deutschen Maschinenbauer demnach vom beschlossenen Importverbot für iranisches Rohöl, Erdölerzeugnisse und petrochemische Produkte.

Ende vergangenen Jahres hatte der Verband ausstehende Schulden iranischer Unternehmen in Milliardenhöhe beklagt. Der VDMA sprach damals von offenen Rechnungen über nahezu 6 Mrd Milliarden Euro. Das Problem aus Sicht des Verbandes: International tätige Banken wollen das Geld wegen der US-Sanktionen gegen den Iran nicht überweisen. Es sei “Irrsinn”, auf die Zahlungen zu verzichten, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse der Nachrichtenagentur dapd.

Weil die privaten Banken Geldtransfers mit dem Iran aus Rücksicht auf ihr US-Geschäft verweigerten, forderte Hesse, dass beispielsweise die Deutsche Bundesbank einspringen müsse, um den deutschen Maschinen- und Anlagenherstellern das Geld zu sichern.

Die US-Regierung hatte das iranische Bankensystem im November als ein Zentrum für Geldwäsche verurteilt und damit die Bedeutung der bereits verhängten Sanktionen unterstrichen. Washington sendete damit eine erneute Warnung an die Finanzinstitute, Geschäfte mit Teheran zu meiden.

Der VDMA empfiehlt seinen Mitgliedern eine Registrierung im Iran-Verteiler der VDMA Außenwirtschaft, um sich über die aktuellen Entwicklungen zu informieren. Kontakt: amier.mekawe@vdma.org

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