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19.01.2011 | Management
BMW: Emotionalität als Schlüssel zu Höchstleistung

Bei der BMW Group wird Führung in Zeiten des Wandels als wichtige Aufgabe betrachtet. Daraus ergab sich im Konzern ein antizyklisches Vorgehen während der Krise, indem in Weiterbildungsmaßnahmen für Führungskräfte investiert wurde.
Sabine Leikep
STUTTGART. Sein Weltbild sei durch die Krise und die inzwischen sehr volatilen Märkte ein anderes geworden, so Harald Krüger, Personalvorstand von BMW in München. „Die Volatilität möchte ich als Konstante bezeichnen.“ Er rechnet mit höheren Ausschlägen und regional sehr unterschiedlichen Entwicklungen. Ein Wertewandel sei zu beobachten, auch bei Kaufentscheidungen. Die Konsequenz sei, dass sich Unternehmen stark verändern müssen.
In puncto Arbeitszeitmodelle hat sich bei BMW einiges getan: Während der Krise standen Beschäftigungssicherung und Einkommenskonstanz als zentrale Faktoren auf dem Plan. Es gab temporäre Umschichtungen innerhalb des Unternehmens. So stieg zum Beispiel für ein in Leipzig gefertigtes Modell die Nachfrage, während das Werk Regensburg nicht ausgelastet war. Also wurden 300 Mitarbeiter von Regensburg temporär nach Leipzig transferiert. „Auf diese Flexibilität im Netzwerk sind wir stolz”, betont Harald Krüger. Eine weitere Maßnahme sei die Übernahme von Azubis , die nach Bedarfslage weltweit im internationalen Netzwerk eingesetzt werden, mit späterer Rückkehroption. Das sei ein Baustein des Kompetenz- und Talentmanagements. Inzwischen werde mehr in Weiterbildung investiert, deutlich über Vor-Krisenniveau. Als fruchtbar habe sich auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen erwiesen. So entstand zum Beispiel der Master-Studiengang Elektromobilität an der Hochschule Ingolstadt.
Zum Zeitpunkt der tiefsten Krise Anfang 2009 entstand ein neues Nachwuchsförderungsprogramm. “Wir handeln in der BMW-Group antizyklisch und wir haben das Ziel, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“, so Krüger. Dazu seien klassische Managementqualitäten mit dem Fokus auf Prozessverbesserung wichtig, aber im Wandel nicht ausreichend. “Wir müssen Leidenschaft, Emotionalität und Aufbruchsstimmung erzeugen”, fordert Krüger, “ähnlich wie das bei der Fussball-WM 2006 in Deutschland der Fall war”. Emotionalität sei der Schlüssel zur Höchstleistung. Dazu müssten die Führungskräfte Orientierung und Vertrauen geben, gerade in Zeiten des Wandels. Und sie müssten Freiräume geben, damit Ideen entstehen können. So sei ein neues Führungsverständnis Top down entstanden. Die BMW Group schulte weltweit ca. 9000 Führungskräfte zu den Themen Strategie, Führungsverständnis und emotionales Erleben.
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