25.01.2012 | Kongress der Weltmarktführer

Kongress der Weltmarktführer eröffnet

Der 2. Weltmarkführer-Kongress ist eröffnet. In den kommenden zwei Tagen stehen die Themen auf dem Programm, die Weltmarktführern unter den Nägeln brennen. Bild: Sabine Leikep
Der 2. Weltmarkführer-Kongress ist eröffnet. In den kommenden zwei Tagen stehen die Themen auf dem Programm, die Weltmarktführern unter den Nägeln brennen. Bild: Sabine Leikep

Der 2. Deutsche Kongress der Weltmarktführer hat begonnen. Über 300 Teilnehmer aus der Industrie beschäftigen sich zwei Tage lang schwerpunktmäßig mit den Themen Demografie, Rohstoffe und Wachstum.

von Claus Wilk

SCHWÄBISCH HALL. Der Stellenwert des Kongresses der Weltmarktführer ist in seiner zweiten Auflage gestiegen: Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sprach erst in Schwäbisch Hall bevor er zum Weltwirtschaftsgipfel nach Davos weiter reiste. Und das aus gutem Grund, treffen die Themen des Haller Kongresses doch genau den Nerv der Weltmarktführer.

„Wir haben stürmische Zeiten“, so Prof. Dr. Bernd Venohr, Mitveranstalter und ausgesprochener Kenner der Weltmarktführer-Szene. Die Realwirtschaft funktioniere gut, so Venohr, und stehe dabei absolut im Widerspruch zur Finanzwirtschaft. Seine Botschaft an alle Weltmarktführer: „Die Weltmarktführerschaft ist nur eine Momentaufnahme!“ Laut Venohr gibt es ein Weltmarktführer-Syndrom, das gekennzeichnet ist durch eine gewisse arrogante Haltung, die Marktführer zu Tage fördern. Doch Vorsicht sei geboten: „In der Regel werden aus erfolgreichen Unternehmen weniger erfolgreiche Unternehmen.“ Dafür spräche die Statistik. Wer rede heute noch von Blackberry und Nokia, wenn es um Smartphones gehe. Beide Unternehmen wurden von Apple und zunehmend auch Samsung schlicht aus dem Markt gedrängt. Ein weiteres Beispiel ist Kodak, ehemaliger Weltmarktführer, der das Zeitalter der Digitalfotografie schlicht verschlief und jetzt in den USA Insolvenz angemeldet habe. „Die besten warten nicht ab, sondern leiten Veränderungen ein, bevor sie von Veränderungen überrollt werden“, so Venohr.

„Wir machen nicht das, was der Kunde will, sondern was der Kunde braucht.“ Diese Maxime sei oberstes Ziel von Unternehmen, deren Ziel nicht der kurzfristige Erfolg, sondern langfristige Wertsteigerung sei, betonte Venohr. Viele diese Unternehmen sind in Schwäbisch Hall entweder durch Vorträge oder als Kongressgäste vertreten. Interessantes Detail: Die Weltmarktführer beim Kongress sind im Schnitt schon 85 Jahre alt, deren Chefs bereits 11 Jahre im Amt. Die Halbwertszeit typischer Dax-Konzern-Chefs beträgt hingegen etwa 6 Jahre. Kontinuität heißt das Erfolgsrezept, so Venohr.

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