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14.07.2009 | Maschinenbau-Gipfel

Stark aus der Krise

DRESDEN (sm). Wenn sich am 13. und 14. Oktober dieses Jahres die Top-Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Forschung zum 4. Maschinenbau-Gipfel in Berlin treffen, dürfte die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden sein. Und so steht auch der deutsche Maschinen- und Anlagenbau als starke und erfolgreiche Branche vor der größten Herausforderung seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Im deutschen Maschinenbau schlägt die Krise hohe Wellen. Strategien zur Rettung verspricht der Maschinenbau-Gipfel.

Im Vorwort zu dem unter dem Motto „Zukunft produzieren!“ stattfindenden und von VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) und der Wirtschaftszeitung Produktion ausgerichteten Maschinenbaugipfels heißt es: „Die Zeiten sind schwierig wie lange nicht mehr. Das Erfolgsrezept der Branche in der Vergangenheit war ihre Fähigkeit, sich immer wieder Neuem zu öffnen.“ Und das sollte schleunigst wieder geschehen, lag doch nach Angaben des VDMA der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau im Mai 2009 um real 48?% unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Dazu Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, Präsident des VDMA, der beim Gipfel in Berlin einen Vortrag mit dem wegweisenden Titel „Spielregeln für die Weltwirtschaft von morgen“ halten wird: „Wir hatten von Anfang an nicht an einen immerwährenden Aufschwung geglaubt. Doch mit einer Finanzkrise hatten wir nicht gerechnet. Da exogene Schocks, und dazu gehört auch die Finanzkrise, grundsätzlich nicht vorhersehbar sind und auch ihre Auswirkungen unkalkulierbar sind und auch bleiben werden, müssen wir ein hohes Maß an Flexibilität in der Produk-

tion vorhalten.“

Auch aus den Teilbereichen des VDMA kommen nicht die besten Nachrichten, wie Dr. Norbert Stein, Vorsitzender des Vorstandes von VDMA Robotik + Automation, erläutert: „Unsere Branche hat in den letzten zwölf Monaten ein Wechselbad der Gefühle durchlebt – mit dem absoluten Rekordjahr 2008, aber auch mit einer durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten beispiellosen Abwärtsspirale im Auftragseingang im ersten Quartal 2009.“ Der VDMA rechnet zwar ab Jahresmitte, spätestens im Spätsommer 2009 mit dem Ende der bisherigen Talfahrt bei den Auftragseingängen. Vor allem aus China und Indien erwarte man Aufträge insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Energieerzeugung und -effizienz sowie Umwelttechnologien.

Doch warum gerade Exportweltmeister Deutschland gegenwärtig von dieser Krise so stark getroffen wird, erläutert Christian Böllhoff, Geschäftsführer der Prognos AG: „Zwar werden sich die Exporte wieder erholen und das ‚Geschäftsmodell Export’ muss nicht über Bord geworfen werden. Aber Unternehmen wie Politik müssen ihre Ausrichtung doch neu justieren, um die Verwundbarkeit zu verringern.“ Dr. Michael Böhmer, Projektleiter der Studie und Maschinenbau-Gipfel-Referent zum Thema „Hidden Champions – Dynamische Zielmärkte des Exports“, ergänzt: „Wenn ein Unternehmen in den vergangenen Boomjahren mal auf den falschen Markt gesetzt hat, war das zu verkraften, heute kann es die Existenz gefährden.“ Die starke Exportorientierung scheint also nicht das Problem zu sein, sonder eher die richtige Wahl der Zielmärkte, wie das Beispiel Mexiko zeigt: Anlässlich des ersten VDW-Symposiums in Mexiko bescheinigte der VDW-Vorsitzende Carl Martin Welcker dem Land trotz wirtschaftlicher Turbulenzen eine attraktive Zukunft. Gut und ausbaufähig nennt er die Beziehungen deutscher Hersteller zur mexikanischen Industrie.

Auch Produktionsforschung und Technologievorsprung könnten in Zukunft noch mehr über hopp oder topp entscheiden, dazu VDMA-Chef Wittenstein: „Jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland hängt von der Produktion ab. Unsere Technologien sind es, die nachhaltiges Wachstum möglich machen.“ Noch sei es allerdings fraglich, ob man in Deutschla

Maschinenbaugipfelnd auch beim Thema Elektromobilität – dem in Berlin ein kompletter Forenstrang gewidmet sein wird – bis zum Kern der Wertschöpfung durchkomme und damit hunderttausende Arbeitsplätze sichere. Aber auch das Prinzip ‚Das richtige Produkt zur richtigen Zeit’ hilft Unternehmen: So hat ebm-papst der steigenden Nachfrage nach energiesparenden Stromsparventilatoren ein hervorragend abgeschlossenes Geschäftsjahr zu verdanken. Geschäftsführer Hans-Jochen Beilke wird darauf in seinem Referat „Energie-Effizienz als Erfolgsstrategie im wirtschaftlich schwierigen Umfeld“ eingehen.

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