25.01.2012 | Kongress der Weltmarktführer

Fehrenbach zum Web 3.0: Das neue Internet der Dinge und Dienste

Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sprach auf dem 2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall über "Zukunft gestalten im globalen Wettbewerb". (Bild: Sabine Leikep)
Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, sprach auf dem 2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall über "Zukunft gestalten im globalen Wettbewerb". (Bild: Sabine Leikep)

Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, stellte auf dem 2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer die Zukunft des Internet dar. Das Web 3.0 – das Internet der Dinge und Dienste – stellt die Unternehmen der deutschen verarbeitenden Industrie vor völlig neue Herausforderungen.

von Annika Mentgen

SCHWÄBISCH HALL. “Innovation, Effizienz, Zuverlässigkeit, Fleiß und Kundenorientierung sind die Voraussetzungen, um Weltmarktführer zu werden”, sagte Franz Fehrenbach als Einleitung seines Vortrags  “Zukunft gestalten iom globalen Wettbewerb” auf dem 2. Deutschen Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall. Doch er gibt zu beachten: Weltmarktführer zu werden sei sehr viel einfacher als es auch zu bleiben.

Bosch ist Weltmarktführer, hat soeben einmal mehr seine Umsatzprognosen übertroffen: 51,4 Mrd Euro im Jahr 2011, ein Plus von 8,8% im Vergleich zum Vorjahr. Die F%E-Quote liegt mit 4 Mrd Euro laut Fehrenbach bei etwa 8%. Und Bosch will Weltmarktführer bleiben. Franz Fehrenbach nennt die drei Richtungen, die Bosch dazu verfolgt: fokussierte Diversifikation, regionale Balance sowie einen stetigen Ausbau der Innovationskraft. Dabei prägen Megatrends wie zunehmende Globalisierung, Klimawandel und Energie als auch die steigende Vernetzung über das Internet das aktuelle und künftige Geschäftsleben – nicht nur für Bosch, sondern für alle Unternehmen.

“Einer der mächtigsten globalen Trends, der aber von vielen Unternehmen noch stark unterschätzt wird, ist die Vernetzung über das Internet”, sagte Fehrenbach. Seien heute schon Millionen von Menschen bereits in Online-Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. vernetzt, werde genau diese Vernetzung in Zukunft auch für Produkte und Dienstleistungen gelten. “Das Web 3.0 kommt. Das Internet der Dinge und Dienste”, so Fehrenbach. Dinge bekämen ihre eigene Website, kommunizieren dadurch mit anderen Dingen und Diensten. “Das wird unser aller Geschäftsleben grundlegend verändern.”

Und Fehrenbach fordert die Kongressteilnehmer direkt auf: “Auf diesem Feld müssen wir stark explorativ agieren, Pilotprojekte starten. Denn: Das Geschäftspotenzial ist dabei nicht prognostizierbar. Und das ist natürlich ein Problem für uns, die wir Berechnungen und Prognosen normalerweise lieben.”

Die zunehmende Globalisierung erfordert laut Fehrenbach unbedingt eine “Local for Local”-Strategie. Ausländische Märkte wie China haben oftmals ganz andere Produktanforderungen. “Der deutsche Handwerker legt beispielsweise bei Akku-Schraubern höchsten Wert auf geringe Vibration. Dafür ist er bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Diese Anforderung existiert in der Form in China noch nicht”, sagt Fehrenbach. Aus diesem Grund produziere Bosch für den chinesischen Markt vor Ort lokal angepasste Produkte, die preislich günstiger seien.

Billig-Anbieter werden zu Hightech-Anbietern

“Die Wertschöpfung vor Ort muss steigen”, fordert Fehrenbach. Es reiche nicht aus, Verkaufsbüros im Ausland zu etablieren. Innovationszentren und Produktentwicklung müssten künftig genau so in die aufstrebenden Märkte wandern. Nur so hätten die deutschen Unternehmen langfristig eine Chance gegen die lokalen Anbieter.  Und diese entwickeln sich extrem schnell: “Die Zeiten wandeln sich. Die Billig-Anbieter werden immer mehr zu Hightech-Anbietern. Das sieht man beispielsweise daran, dass Chinas weltweite Patentanmeldungen rasant steigen.”

Darum gelte es laut Fehrenbach zusätzlich, viel in Forschung und Bildung zu investieren. Bosch gebe beispielsweise für das Projekt “InterCampus” rund 50 Mio Euro aus, um den internationalen Wissensverbund zu stärken. “Wir als Unternehmer haben auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft”, so Fehrenbach. “Wir müssen in den Fortschritt des Nachwuchses investieren.”

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