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25.01.2012 | Kongress der Weltmarktführer
Festo: Innovation zur Kultur gemacht

Sein Part bestand darin, das Auditorium nach der Mittagspause nicht in die Lethargie fallen zu lassen: Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG, zog die Aufmerksamkeit gekonnt auf sich: Sein Unternehmen versinnbildlicht Innovation und zeigt als Beispiel, wie man Weltmärkte auf Dauer dominiert.
von Claus Wilk
SCHWÄBISCH HALL. „Beschäftigen Sie sich mit der Zukunft“, appellierte Veit. Der Rohstoff dazu heiße Bildung und Wissen, insbesondere Applikationswissen. „Wenn man in der Globalisierung aus aufkommenden Problemen keine Chancen generiert, macht man etwas verkehrt. Dazu ist Applikationswissen absolut notwendig.“ Und: Der Kunde erwarte, dass der Lieferant auch in Zukunft führend bleibe. Veit: „Unser Ziel ist deswegen die höchste Problemlösungskompetenz aufzuweisen!“
Doch wie kommt Festo zu ständigen Innovationen. Veit verweist diesbezüglich auf sein Innovationsmanagement. „Innovationsarbeit ist nicht dann, wenn Entwickler schwitzen“, warnt Veit. Der Mensch, der Innovationen generiere, mache den Unterschied aus. Dabei sei es wichtig, in Netzwerken gut verankert zu sein: „ Wir sind in dieser Hinsicht nur so gut wie unsere Partner.“ Unter anderem die Hochschulen: Veit zeigt auf, dass deutsche Hochschulen öfter von ausländischen Unternehmen angegangen würden, als von deutschen Firmen. Er hält die Verantwortlichen bei Festo deswegen an, möglichst offensiv mit den Hochschulen zusammenzuarbeiten.
Prozessautomatisierung und Energieeffizienz heißen die Stichworte, die bei Veit im Fokus stehen, gerade in Hinblick auf die Innovation. Auch in einer möglichen Krise müsse man an diesen Themen festhalten. Durchhaltevermögen garantiere den Erfolg. Die Quellen für Innovation sieht Veit in vielerlei Hinsicht: Bei Frauen, Männern aber auch bei Mitarbeitern, die schon über 50 Jahre alt sind und über einen großen Erfahrungsschatz verfügen. 1,5 Prozent des Umsatzes gibt Veit pro Jahr für lebenslanges Lernen aus, um die Mitarbeiter für den ständigen Innovationsprozess fit zu machen. Aus- und Weiterbildung sieht er auch nicht als Aufgabe des Staates, sondern als Pflicht für Unternehmen.
Innovationskultur ist ein wesentlicher Bestandteil des Innovationsmanagements bei Festo. Dazu blicken Festo-Mitarbeiter gerne über den Tellerrand: beispielsweise auch in den Bereich der Bionik. Das Unternehmen zeigt mit nachgebildeten ‚Elefantenrüsseln‘ oder flugfähigen Möwen, wie sich durch den Blick auf die Natur Lösungen für die Industrie ableiten lassen. Veit: „Dazu brauchen Menschen Freiräume, die wir Ihnen bieten müssen.“ Das mache übrigens die Marke Festo aus; der Festo-Spirit ziehe ambitionierte, zur Innovation fähige Tüftler auch am Arbeitsmarkt an. Nachwuchsprobleme gibt es bei den Esslingern noch nicht.
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