26.01.2011 |

Mappus: Mittelständler sind exzellent international unterwegs

Stefan Mappus lobt Unternehmer aus Baden-Württemberg.

Eines haben Weltmarktführer und Stefan Mappus, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, gemeinsam: Sie möchten an der Spitze bleiben. So begrüßte Moderator Dr. Marc Beise, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung, den Politiker auf dem Kongress der Weltmarktführer.

von Sabine Leikep

SCHWÄBISCH HALL. Stefan Mappus lobte die Tatkraft und den Erfindergeist der in Baden-Württemberg zahlreich vertretenen Weltmarktführer. Baden-Württemberg sei die größte Industrieregion Europas. Der Slogan „jedes Mal ein bisschen besser“ und das Handeln nach dem Prinzip der ständigen Prozessoptimierung und kontinuierlichen Verbesserung sei ein Faktor für diesen Erfolg. Als großes Plus sieht er auch, dass es strukturell viele Familienunternehmen gibt. Anders als in anonym geführten Aktiengesellschaften zählten hier andere Werte. Familienunternehmen seien generell bodenständiger und blieben ihrer Kernkompetenz treu, was nicht heiße, dass sie inflexibel wären. „Was sie tun, das tun sie richtig“.

Doch auch die Politik habe Rahmenbedingungen für die Erfolgsgeschichte geschaffen: „Deutschland erntet jetzt die Früchte einer beachtlichen Reformpolitik“ so Mappus. So sei die Möglichkeit der Kurzarbeit eine Beschäftigungsbrücke über den Abgrund der weltweiten Rezension hinweg gewesen, und es sei gelungen, während der Krise Entlassungen weitgehend zu vermeiden. Heute seien die Unternehmen froh, dass sie diese Mitarbeiter noch haben.

Mappus plädiert für eine moderne Industriepolitik. Die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass sich die Hoffnungen auf eine Zukunft durch neue Strömungen im Dienstleistungsbereich oder die New Economy nicht erfüllt haben. Die „Old Economy“ laufe immer noch gut. Heute würden andere Maßstäbe gesetzt wie Clusterbildung und angewandte Forschung. Hier sei die Unterstützung der Politik erforderlich, um entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ein wesentliches Element sieht Mappus im Zukunftsfaktor Bildung: „Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen“. So habe das Land Baden-Württemberg trotz sinkender Schülerzahlen 4.500 Lehrer neu eingestellt. Auch der Hochschulbereich werde massiv ausgebaut. Bildung als Standortfaktor sei für die Zukunft von großer Bedeutung. Forschung und Entwicklung müsse mehr denn je in Baden-Württemberg stattfinden. Einen Beitrag dazu leiste das kürzlich in Ulm eröffnete Helmholtz-Institut, das sich mit zentralen Zukunftsfragen wie Antriebskonzepten oder erneuerbaren Energien beschäftigt.


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