24.05.2011 |

BDI: Netzinstabilitäten beim Atomausstieg unbedingt vermeiden

Der BDI fordert von der Politik bei der Energiewende eine Garantie für die Netz- und Systemstabilität (Bild: fotos4people - fotolia.com).

Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat vor den Auswirkungen von Stromausfällen als Folge eines überhasteten Atomausstieges gewarnt und eine Garantie für Kosten- und Netzstabilität bei der Energiewende gefordert.

BERLIN (Dow Jones/ks)–”Neben den Kosten ist die System- und Netzstabilität die größte Sorge der Industrie bei der Energiewende”, sagte Christopher W. Grünewald, Vorsitzender des BDI-Ausschusses Energie- und Klimapolitik, am Dienstag in Berlin.

Das Abschalten der Kernkraftwerke hat sich laut BDI bereits auf die Sicherheit der Stromversorgung ausgewirkt. Industrieunternehmen mit empfindlichen Maschinen, etwa in der Papierindustrie, hätten durch kleinere Netzschwankungen im Millisekundenbereich stundenlange Produktionsausfälle gehabt. “Dies verursacht kostspielige Schäden in den Unternehmen und schwächt das Industrieland Deutschland”, kritisierte Grünewald.

“Die Politik muss bei der Energiewende die Netz- und Systemstabilität garantieren”, verlangte Grünewald. Der BDI fordere ein jährliches Monitoring, um die Entwicklung von Kosten- und Systemstabilität regelmäßig zu überwachen. Die Risiken bei der Energiewende lägen im Detail. “Es ist zwar gut, die politischen Eckpunkte jetzt zu verabschieden. Aber es wäre gefährlich, einen starren Fahrplan zu beschließen, der keine Kontrollmechanismen für mögliche Zielabweichungen enthält”, warnte der BDI-Ausschussvorsitzende.

Der vorgezogene Ausstieg aus der Kernenergie werde den Preis für Strom mit Sicherheit erhöhen. Der Klimaschutz werde schwieriger und viel teurer als bisher gedacht. Der BDI fordert daher, die besondere Ausgleichsregelung für energieintensive Unternehmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unverändert fortzusetzen. Um eine Schwächung der Industrie zu vermeiden, setzt sich der BDI für eine Obergrenze von zwei Cent pro Kilowattstunde im produzierenden Gewerbe ein. Damit würde die Höhe der Umlage auf dem Stand des Jahres 2010 eingefroren.


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