22.05.2012 |

Mehr Geld für Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie

Der Einsatz von Zeitarbeitern wird für die Arbeitgeber künftig deutlich teurer (Bild: Fotolia).

Leiharbeiter bekommen in Zukunft in der Metall- und Elektroindustrie mehr Geld. Darauf haben sich die IG Metall und die Branchenverbände der Zeitarbeitsbranche nach dem Pilotabschluss in Baden-Württemberg für die festangestellten Mitarbeiter geeinigt.

FRANKFURT (Dow Jones/ks). Leiharbeiter aller Lohngruppen erhalten ab dem 1. November künftig stufenweise ein Plus zwischen 15 auf 50%, wie die Gewerkschaft mitteilte. Für einen Facharbeiter sind das nach IG-Metallzahlen zwischen 246 und 819 Euro mehr pro Monat.

“Die Tarifvertragsparteien haben einen zentralen Beitrag zu mehr Fairness in der Leiharbeit geleistet”, erklärte Helga Schwitzer vom IG-Metall-Vorstand. Schwitzer empfahl den bundesweit ersten Tarifvertrag über Branchenzuschläge in der Leiharbeit als Vorbild für andere Branchen. Er hat eine Laufzeit von über 5 Jahren und endet am 31. Dezember 2017. Ab Inkrafttreten erhalten Leiharbeitnehmer nach sechs Wochen Einsatzdauer 15% Branchenzuschlag, nach drei Monaten 20%, nach fünf Monaten 30%, nach sieben Monaten 45% und nach weiteren zwei Monaten 50%.

“Die Zeitarbeitgeber sind an die Grenze ihrer Belastbarkeit gegangen. In unserer wichtigsten Kundenbranche – der Metall- und Elektroindustrie – wird der Jobmotor Zeitarbeit nun deutlich langsamer laufen”, sagte der Verhandlungsführer der Zeitarbeitsfirmen, Holger Piening.

Leiharbeitnehmer erhalten den Branchenzuschlag auch, wenn sie in nicht tarifgebundenen Metall- und Elektrounternehmen arbeiten, wie die Gewerkschaft weiter mitteilte. Für Leiharbeiter gibt es damit im November dieses Jahres gleich zweimal mehr Geld. Denn am 1. November steigen auch die Löhne in der Zeitarbeitsbranche.


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