Damit schwächt sich laut der Studie das Wachstum im Weltautomarkt weiter ab, obgleich die Weltwirtschaft nach den neusten Prognosen der OECD im Jahr 2018 mit einer Rate von 3,7 Prozent stärker wächst als in den Vorjahren. 

Die Gründe für die divergierenden Wachstumsgeschwindigkeiten zwischen Weltwirtschaft (Bruttosozialprodukt GDP) und dem Weltautomarkt haben für Studienleiter Prof. Ferdinand Dudenhöffer überwiegend regionale Ursachen: "Neue Modelle und Produkt-Innovationen lösen im Weltautomarkt im Jahre 2018 keine außerordentlichen Nachfrageerhöhungen aus."

Zusätzlich bremse ein überschaubares Angebot an Euro 6d Diesel Modellen die Nachfrage auf dem europäischen Markt. "Die heutigen Euro 6 Modellen sind im normalen Fahrbetrieb mit zum Teil hohen Abgaswerten bei NOx belastet und werden daher von Käufern im 2018 eher links liegen gelassen", so Dudenhöffer. Erneut entwickeln sich die deutschen Premiumhersteller stärker als der Weltmarkt. "Nach unserer Einschätzungen steigen die weltweiten Verkäufe von Audi, BMW, Mercedes, Porsche im Jahr 2018 um 4,5 Prozent während der Pkw-Weltmarkt lediglich um 2,2 Prozent wächst."

Produkt-Innovationen nach üblichem Muster

Produkt-Innovationen verlaufen laut dem Autoexperten auch 2018 nach dem traditionellen Muster, so dass eine außerordentliche, von Produkt-Innovationen getragene Zusatznachfrage im Jahr 2018 nicht zu erwarten sei. Wichtige neue Fahrzeuge der europäischen Autobauer im Jahr 2018 sind:

  • Audi A6 (Juli)
  • BMW 3er (Oktober)
  • Ford Focus (September)
  • Jaguar E-Pace (kleiner neuer SUV im Januar)
  • Mercedes A-Klasse (Mai und November mit zusätzlicher Limousine)
  • Peugeot 508 (Mai)
  • Opel Insigna und Grandland Varianten
  • Renault Clio (Oktober) und Dacia Duster (Februar)
  • Volvo XC 40 (März) und V60 (September)
  • VW Touareg (Juli)

Obgleich etwa mit dem Jaguar E-Pace und einigen weiteren zusätzlichen SUV-Modellen das Produktangebot erweitert werde, bleibe der Nachfrage-Effekt durch Produktinnovationen überschaubar. Dies gelte auch für die Neuauflagen, wie etwa den Audi A6 oder BMW 3er, "so dass auch hier eher „business as usual“ erwartet werden kann", so Dudenhöffer. Zwar kommen im Jahre 2018 die ersten Nicht-Tesla-Elektroautos mit 500 Kilometer Reichweite mit dem Audi e-tron und dem Jaguar iPace auf den Markt, aber die Volumen bleiben laut CAR-Prognose sehr überschaubar.

Auf der Negativseite bleibe das Angebot an Dieselmodellen mit der neuen Abgasnorm Euro 6d überschaubar. Euro 6d Diesel erfüllen im normalen Fahrbetrieb die NOx-Grenzwerte und sind damit eine Absicherung gegenüber Fahrverboten. "Insgesamt wird in Europa im nächsten Jahr ein begrenztes Angebot an Euro 6d Diesel-Modelle zur Verfügung stehen. Das überschaubare Diesel-Angebot bremst die Nachfrage. Käufe werden in die Zukunft verlagert", erläutert Studienleiter Dudenhöffer.

Mit größeren Produkt-Innovationen könne im Jahre 2019 gerechnet werden. Dann würden die Angebotslücken bei Elektroautos und Diesel Euro 6d kleiner. Damit liegen im Jahr 2019 bessere Voraussetzungen für sogenanntes Produkt-induziertes Wachstum vor.