Mit dem "Regional Innovation Scoreboard" misst die EU die Innovationskraft von Regionen. Nur 36 der 214 untersuchten europäischen Regionen aus 22 Ländern gelten als regionale Innovation Leaders, 65 als Strong Innovators. Dabei kommen 19 der führenden Innovatoren aus Deutschland – hauptsächlich aus dem Süden.

Im Rest der Bundesrepublik gelten nur Stadtregionen wie Berlin, Hamburg und Köln als besonders innovativ. Anders als das “Europäische Innovations-Scoreboard”, das die Grundlage der Untersuchung bildet, legt der regionale Vergleich einen größeren Schwerpunkt auf die kleinen und mittleren Unternehmen. Dennoch bleibt diffus, nach welchem Maßstäben bewertet wird, wenn zum Beispiel das argrarwirtschaftlich geprägte Mecklenburg-Vorpommern als Strong Innovator abschneidet. Die Macher der Studie konstatieren, dass auf regionaler Ebene weniger verlässliches Datenmaterial vorliegt. Deshalb wurden statistische Fakten hinzugefüttert.

Auch von der EU gezahlte Forschungs-Fördermittel dürften hier als Indikator eine Rolle spielen. Die Spezialisierung auf Schlüsseltechnologien wie moderne Werkstoffe, industrielle Biotechnologie, Photonik und Advanced Manufacturing hebt ebenfalls die Bewertung der Innovationsperformance an. Seit neun Jahren wird die Innovationskraft gemessen, der vorhergehende Index liegt zwei Jahre zurück. 70 Prozent der Regionen konnten ihre Performance stabil halten. Allerdings zeichnet sich ab, dass die Innovationsführer in der aktuellen Untersuchung Prozentpunkte verlieren, ein Anstieg ist eher bei den hinteren Plätzen der Innovation Leaders zu sehen. Macht viel Innovation müde?