Union, FDP und Grüne erzielten bei ihren seit dem Sonntagvormittag andauernden Verhandlungen keine Einigung. "Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren", sagte FDP-Chef Christian Lindner beim Verlassen des Tagungsgebäudes mit der gesamten FDP-Delegation. Den Inhalt des Sondierungpapieres "können und wollen wir nicht verantworten". Es sei in den wochenlangen Verhandlungen nicht gelungen, eine gemeinsame Vertrauensbasis zu schaffen. Doie FDP wolle "Trendwenden".

Umstritten waren bis zuletzt vor allem Migrations- und Klimafragen, zu denen sich die potenziellen Partner nicht auf Kompromisse verständigen konnten. Zwischenzeitlich hingen die Verhandlungen bereits mehrfach am seidenen Faden, und ein Scheitern lag seit dem Abend in der Luft. Bleibt es bei dem Scheitern, drohen Neuwahlen. Möglich wäre aber auch eine Minderheitsregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Eine Neuauflage der großen Koalition scheint hingegen ausgeschlossen, denn SPD-Chef Martin Schulz hat dies erst am Freitag auch für den Fall eines Scheiterns der Jamaika-Sondierungen schon kategorisch ausgeschlossen.

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