Sätze auf Twitter sind meist nur sehr kurz. Das gilt auch für Nachrichten und Botschaften in Gänze, die auf dem Kurznachrichtendienst verbreitet werden. Nach maximal 140 Zeichen ist Schluss. Das kann aber reichen, um Börsenkurse purzeln zu lassen oder Firmen von ihren Plänen zur Standortverlagerung abzubringen – vorausgesetzt man heißt Donald Trump und ist der amtierende US-Präsident.

Im Jahr 2011 waren Trumps Tweets noch nicht von solch durchschlagender Wirkung. "Denkt wie Champions", lautete sein Tipp an seine Follower zu Beginn seiner Social-Media-Karriere. Das - schreibt die US-Zeitung Politico - war die Zeit des netten Twitter-Users Trump.

Mit der Zeit erkannte der Geschäftsmann und nun Neu-Präsident, dass sich der Kurznachrichtendienst gut eignet für Tiraden. Vor allem Barack Obama bekam öfter mal eine Trumpsche Breitseite ab. Obama sei "der schlechteste Präsident in der US-Geschichte", sei "schwach", "schlecht" und "furchtbar" - er sei eben "ein inkompetenter Führer".

"Furnier für populistische Appelle"

Die New York Times schreibt, dass Twitter einst Hoffnungsträger war für den globalen Dialog, den weltweiten Austausch. Doch das sei nun vorbei. Heute stehe die Plattform vor allem für Hetze. Eben dieser Platz, so die Zeitung wenige Tage vor Trumps Amtsantritt als US-Präsident, sei für ihn wie geschaffen: "Für jemanden, dem es vor allem auf Außenwirkung ankommt, ist Twitter das Furnier für populistische Appelle ohne das Ärgernis, dafür auch einstehen zu müssen."

Täglich versorgt der designierte US-Präsident seine mehr als 20 Millionen Follower auf Twitter mit seinen Statements zu Politik, Wirtschaft und so ziemlich allem, was ihm so durch den Kopf zu gehen scheint. Doch vor wenigen Tagen erklärte Trump, dass er eigentlich nicht besonders gern twittert. Es sei jedoch der einzige Weg, sich gegen die "unseriösen Medien zu wehren".