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Daimler - hier der Mercedes SLS - hat das erfolgreichste Jahr seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. - Bild: Daimler

| von Stefan Weinzierl

Der Konzern hat mit insgesamt 282.488 (Vorjahr 284.015) Beschäftigten weltweit erstmals rund 3 (Vorjahr 2,9) Mio. Fahrzeuge abgesetzt, einen Umsatz von 153,3 (Vorjahr 149,5) Milliarden Euro erzielt und ein EBIT in Höhe von 12,9 (Vorjahr 13,2) Milliarden Euro erreicht.

Aufgrund der günstigen Geschäftsentwicklung in den meisten Geschäftsfeldern konnte Daimler das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT von 13,8 Milliarden Euro im Vorjahr mit 14,2 Milliarden Euro im Jahr 2016 leicht übertreffen und damit erneut einen Höchstwert erwirtschaften. Das Konzernergebnis stieg auf den Spitzen­wert von 8,8 (Vorjahr 8,7) Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich entsprechend auf 7,97 (Vorjahr 7,87) Euro.

10 Milliarden für E-Mobilität

Im Zentrum der Unternehmensstrategie steht laut Daimler das emissionsfreie Fahren. In den nächsten Jahren wird das Unternehmen 10 Milliarden Euro in den Ausbau der Elektroflotte investieren und bis 2022 mehr als zehn neue Elektroautos in Serie bringen. Auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren werden alle verfügbaren Mittel zur CO2-Reduktion genutzt. Aus diesem Grund bleiben effiziente Verbrennungsmotoren in der Übergangszeit ein wesentlicher Teil der Lösung.

Eine wichtige Brückentechnologie in Richtung Elektromobilität sind Plug-in-Hybride, von denen Mercedes-Benz bereits acht Modelle auf dem Markt hat. Der nächste Technologiesprung folgt bereits in Kürze mit der neuen S-Klasse als Plug-in-Hybrid. Durch die neueste Lithium-Ionen-Technologie steigt die Reichweite auf rund 50 km abhängig von Fahrweise und äußeren Einflüssen. Weitere Modelle werden folgen.

Der aktuelle Stand der Batterietechnologie ermöglicht mittlerweile Reichweiten, die sogar für Schwer-Lkw interessant sind. 2016 hat Daimler den Urban eTruck vorgestellt, der noch im laufenden Jahr in Kleinserie auf den Markt kommt. Zetsche vor der Hauptversammlung: „Wir setzen auf das einfache Prinzip: Alternative Antriebe müssen attraktive Antriebe sein.“

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung des autonomen Fahrens, so Daimler. Das Auto war schon immer mehr als nur ein Transportmittel, und das autonome Fahren ermöglicht noch mal eine neue Dimension von individueller Freiheit und Sicherheit. Bereits heute können Serienautos von Mercedes-Benz auf Wunsch des Fahrers eigenständig die Spur wechseln, im Notfall bremsen oder selbständig einparken. Neben den Pkw sind auch die Lkw und Busse von Daimler Vorreiter in ihrer jeweiligen Branche beim autonomen Fahren.

Daimler entwickelt sich seit Jahren vom Automobilhersteller zum führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Mit car2go ist Daimler weltweiter Marktführer beim flexiblen Carsharing, in München testet das Unternehmen mit Croove derzeit das Peer-to-Peer Carsharing mit Privatautos, mit mytaxi hat Daimler das größte App-basierte Taxi-Netzwerk in Europa und mit Mercedes pay können die Dienstleistungen zukünftig per Smartphone bezahlt werden. Die Mobilitäts-App moovel bietet einfach und direkt Zugang zu unterschiedlichen Mobilitätsangeboten - inklusive Buchung und Bezahlung, so Daimler.

Erwartungen für 2017:

Daimler geht davon aus, das Konzern-EBIT im Jahr 2017 nochmals leicht zu steigern. Die einzelnen Geschäftsfelder haben beim EBIT für das Jahr 2017 die folgenden Erwartungen:

- Mercedes-Benz Cars: deutlich über Vorjahresniveau,
- Daimler Trucks: leicht unter Vorjahresniveau,
- Mercedes-Benz Vans: deutlich unter Vorjahresniveau,
- Daimler Buses: leicht über Vorjahresniveau und
- Daimler Financial Services: in der Größenordnung des Vorjahres.

Um Daimlers Anspruch auf Technologieführerschaft einzulösen, geht das Unternehmen auch gezielt Kooperationen ein. „Was uns vom Wettbewerb unterscheidet, wollen wir selbst in der Hand haben. In anderen Feldern gehen wir verstärkt Kooperationen ein“, erläutert Zetsche. Zum Beispiel baut Daimler mit anderen Automobilherstellern in Europa ein Schnell­ladenetz für Elektrofahrzeuge auf und arbeitet mit ChargePoint in den USA an neuen Produkten und Services rund um Elektromobilität, damit Elektroautos sich schneller im Markt etablieren.

Ein anderes Beispiel ist HERE. Gemeinsam mit BMW und Audi hat Daimler 2015 den Spezialisten für hochpräzise digitale Karten übernommen. Inzwischen sind weitere Unternehmen an Bord, die eigenes Know-how einbringen, so dass mit vereinten Kräften diese Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren vorangetrieben wird. „Autobau ist wie Zehnkampf. Wer auf Dauer vorne sein will, muss viele Disziplinen beherrschen“, betont Zetsche. Dazu werden vorhandene Stärken weiter ausgebaut und mit Offenheit und dem Willen zur Veränderung neue Herausforderungen und Lernfelder angenommen.

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