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Die Beijing Automotive Group (BAIC) ist Chinas viertgrößter Autokonzern. - Bild: BAIC

Der Autobauer Beijing Automotive Group (BAIC) ist auch in anderen Branchen, wie Agrar oder Maschinenbau tätig und an zahlreichen Unternehmen beteiligt. Die Unternehmensgeschichte begann 1958 überwiegend mit der Produktion von Rüstungsgütern, mit dem Bau von Jeeps, die bis vor wenigen Jahren noch mit der Technologie aus den 1930er Jahren eher handwerklich montiert wurden.

Mit BAIC hatte Chrysler 1984 das damals erste Joint Venture im chinesischen Automobilsektor aufgebaut. Nach der Übernahme von Chrysler entstand 2004 Beijing-Benz DaimlerChrysler und nach der Trennung 2007 die Beijing Benz Automotive Co., Ltd. Daimler ist dadurch verpflichtet in China weiter mit Chrysler zu kooperieren.

Doch Mercedes ist auch bereits sehr chinesisch und hält eine Anteil von 12 Prozent an BAIC. Umgekehrt kauft sich BAIC in Beteiligungen von Mercedes ein und möchte einer der größten Anteilseigner der Stuttgarter werden. Die Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC) gilt als weltweit größte Fertigungsstätte von Daimler und wurde vergangenes Jahr als "Fabrik des Jahres" ausgezeichnet.

In China produzierten die Stuttgarter bereits weit über eine Mio Fahrzeuge. Mercedes konnte den Absatz im Reich der Mitte vergangenes Jahr um 27 Prozent auf 473.000 Fahrzeuge steigern und überholte damit dort BMW als wichtigsten Premiumanbieter. Daimler kündigte an, in die Erweiterung seines Pekinger Motorenwerks etwa 500 Mio Euro zu investieren.

Ende vergangenen Jahres kündigte Daimler an, zukünftig sein Lkw-Modell Actros auch in China zu produzieren. Seit 2012 produziert Daimler in dem Gemeinschaftsunternehmen Beijing Foton Daimler Automotive unter der Marke Auman überwiegend schwere Lastkraftwagen für den chinesischen Markt. 

In Turin hat BAIC ein großes Desingzentrum. Die Tochter Beiqi Foton kaufte die Rechte an der Marke Borgward und baut in China Personenkraftwagen mit dem Traditionsnamen. Die ersten 10.000 Käufer bekamen eine lebenslange Garantie auf ihr Markenfahrzeug. Nächstes Jahr möchte Beiqi Futon mit der Produktion in Bremen starten, wobei ein Großteil der Zulieferungen aus China kommen dürfte - und vom Partner Daimler.

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Das BAIC-Headquarter in Peking. - Bild: BAIC

Riese BAIC zieht Zulieferer an

Vergangenes Jahr nahm Beijing Hyundai seine vierte China-Fabrik in Cangzhou mit einer Investitionsvolumen von 1,7 Milliarden US-Dollar in Betrieb. Das neue Werk hat eine Produktionskapazität für 300.000 Fahrzeuge und 200.000 Motoren. Insgesamt hat Hyunday damit Produktionskapazitäten in China für über 1,8 Millionen Fahrzeuge, mit der Tochter J Kia für 2,7 Millionen. Der Marktanteil in China liegt bei etwa 8 Prozent.

Im Umfeld von BAIC haben sich auch viele internationale Zulieferer angesiedelt. Hella fertigt in dem Joint Venture Beijing Hella BHAP Automotive Lighting Co., Ltd. Lichtsysteme. Siemens möchte in dem Gemeinschaftsunternehmen mit SAIC, der Beijing Siemens Automotive E-Drive System Co. Elektroantriebe entwickeln und in hoher Stückzahl produzieren. 

Eigene Modelle fertigt BAIC unter anderem mit technischen Lizenzen von Saab und exportiert hauptsächlich in Schwellenländer, aber auch nach Deutschland. Vergangenes Jahr gingen 88.000 Fahrzeuge in den Export. In Südafrika baut SAIC eine Fabrik, von der aus Exporte nach Europa zu erwarten sind. In Zimbabwe liefen bereits im März die ersten SAIC-Picups vom Band.

BAIC - Das Brandvideo

Chefetage setzt auf E-Antrieb

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BAIC-Chef Xu Heyi. - Bild: BAIC

Firmenchef Xu Heyi setzt auf Elektroantriebe. In den vergangenen vier Jahren hätten sich die Preise für Batterien halbiert und solle weiter um 15-20% pro Jahr sinken. Die Tochter Peking Electric Vehicle Co. produziere bereits diese Jahe profitabel und plant für 2018 einen Börsengang. Wenn 2020 die Subventionen für Fahrzeuge mit Elektroantrieb in China auslaufe, sollten die Elektrofahrzeuge auch ohne Staatsprogramme wettbewerbsfähig sein, sagte Xu. In Peking sollen bis September alle Taxis elektrisch fahren und BAIC errichtet dafür zusammen mit dem Ölkonzern Sinopec ein Netz mit hunderten Ladestationen. 

Neben Elektroantriebe setzt BAIC auf vernetzte und intelligente Fahrzeuge. Mit Baidu Intelligent Vehicle startete der Konzern eine Kooperation für automobile Internetdienste, selbstfahrende Fahrzeuge und elektronische Leitsysteme. Zhang Xiyong, Vizepräsident der BAIC Group sagte, bei der zukünftigen Entwicklungen werden traditionelle Autofirmen mit dem Internetgeschäft zusammenzuwachsen.

Noch wird BAIC überwiegend staatlich kontrolliert, wobei die Stadtregierung der 21-Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Peking besondere lokale Interessen vertritt. Chinas Regulierungsbehörde kündigte jedoch an, den Aktionenbesitz weiter zu streuen, Aktien an Führungskräfte auszugeben und einen gemischte Besitz an staatseigene Unternehmen wie BAIC einzuführen. Mit einer neuen Unternehmensstruktur möchte BAIC ein globaler Konzern werden.

Beijing Automotive Group - BAIC

  • Gründung: 1958
  • Hauptsitz: Peking
  • Produkte: Kraftfahrzeuge, Kfz-Teile, Elektrofahrzeuge, Maschinenbau, Agrar
  • Mitarbeiter: 130.000
  • Umsatz: 54,94 Milliarden US-Dollar (2015)
  • Gewinn: 1,1 Milliarden US-Dollar (2015)
  • Wichtige Tochterfirmen und Beteiligungen:
    BAIC Motor
    Beijing Automobile Works
    Beiqi Foton Motor
    Beijing Hyundai Motor
    Beijing Benz (50%)
    Beijing Foton Daimler Automobile
    Jiangxi Changhe
    Beijing Siemens Automotive E-Drive System
    Beijing Hella BHAP Automotive Lighting.
    Beijing New Energy Automotive
    The Beijing State-owned Assets Management Company
  • Präsident: Xu Heyi