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Weiqiao Pioneering mit Sitz in der Küstenprovinz Shandong ist weltgrößter Aluminiumproduzent und Chinas Textilriese. - Bild: Weiqiao Pioneering

Die Shandong Weiqiao Pioneering Group Co., Ltd. ist in der Küstenprovinz Shandong zu Hause, die mit fast 100 Millionen Einwohnern größer als die meisten europäischen Länder ist. Chinas Küstenprovinzen sind längst kein Billiglohn-Standort mehr. Innerhalb von zwei Jahrzehnten haben sich dort die Mindesteinkommen teilweise mehr als verzehnfacht.

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Firmengründer Zhang Shiping gehört zu der chinesischen Gründergeneration, die von der Kulturrevolution geprägt wurden. - Bild: Weiqiao Pioneering

So ist Chinas Textilriese gezwungen massiv zu automatisieren, hochwertigere Produkte anzubieten und auch Produktion zu verlagern. Shandong Weiqiao ist auch weltgrößter Aluminiumproduzent und im Rohstoff- sowie im Energiesektor tätig; Branchen die sich ebenfalls im Umbruch befinden.

Asiens drittgrößter Privatkonzern

Nach dem PrivCo Asia 50-Ranking ist die Shandong Weiqiao Pioneering Group Asiens drittgrößter Privatkonzern. Firmengründer Zhang Shiping gehört zu der chinesischen Gründergeneration, die von der Kulturrevolution geprägt wurden. "Die Landverschickung und das harte Leben haben meinen Willen stählern gemacht", so Zhang.

Danach arbeitete Zhang in sehr unterschiedlichen Branchen, war Feuerwehrmann oder Händler. Ab 1981 arbeitete er als Manager bei Weiqiao Cotton und kaufte danach mit geliehenem Kapital marode staatliche Textilfabriken und modernisierte diese. Mit dem damit verdienten Kapital stieg Zhang 1999 in die Produktion von Strom und später von Aluminium ein, wobei er die Preise von staatlichen Unternehmen unterbieten konnte.

Modernisierungsschub im Textilsektor

Die Lohnkosten stiegen in Shandong in den vergangenen Jahren steil an. Dennoch ist es schwierig, genügend Fachkräfte zu bekommen. Daher steht ein weiterer Modernisierungsschub im chinesischen Textilsektor an.

"Zur Bestückung der Textilmaschinen sind selbstfahrende Roboter eingesetzt. Diese arbeiten jedoch noch nicht genau, sodass ein Mitarbeiter hinterherlaufen muss. Wenn wir es schaffen, eine hundert Prozentig funktionierende Bestückungsmaschine anzubieten, sind wir im Geschäft. Und die brauchen nicht einzelne Bestückungsroboter, die brauchen Hunderte, vielleicht tausend", berichtet ein Ingenieur eines süddeutschen Maschinenbauers nach einer Werksbesichtigung.

Anordnung: Überkapazitäten abbauen

Im Jahr 2000 musste China noch große Mengen Aluminium importieren. Mit eigener und günstiger Energie und staatlicher Unterstützung schuf Zhang moderne und große Aluminumschmelzen. Doch es gibt jetzt in China Überkapazitäten, und auch die Aluminiumsparte steht vor gewaltigen Umstrukturierungen.

Die Zentralregierung ordnete die Reduktion der Produktion an, um Überkapazitäten abzubauen und Umweltverschmutzung zu bekämpfen. Die Regionalregierungen sträuben sich dagegen, fürchten Arbeitsplatzverluste und Steuerausfälle. Weiqiao zahlte allei 2016 Steuern in Höhe von 8 Milliarden Yuan (über 1 Milliarde US-Dollar). Der Umsatz stieg 2016 nur sehr leicht gegenüber 2015 auf 54,54 Milliarden US-Dollar, was jedoch angesichts der schweren Zeiten für den Aluminium- und Textilsektor als Erfolg gewertet werden kann.

Schwieriges Fahrwasser

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Ende 2016 schloss Weiqiao mit der Mitsubishi (China) Business Co., Ltd. eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit im Aluminium- und Rohstoffsektor. - Bild: Pixabay

Weiqiao ist weltweit im Rohstoffsektor aktiv. In Guinea betreibt der Konzern Bauxitabbau. Geplant sind Investitionen von umgerechnet etwa 1 Milliarde US-Dollar in eine neue Aluminiumhütte in Borneo, Indonesien. Die indonesische Regierung verabschiedete Regeln zur Beschränkung von Rohstoffexporten, damit die Weiterverarbeitung verstärkt im eigenen Land erfolgt. Ende 2016 schloss Weiqiao mit der Mitsubishi (China) Business Co., Ltd. eine Kooperationsvereinbarung zur Zusammenarbeit im Aluminium- und Rohstoffsektor.

Doch die Aluminiumsparte scheint in schwierigem Fahrwasser und der Handel der Aluminiumsparte, der China Hongqiao Group Ltd. an der Hongkonger Börse, wurde gestoppt, nachdem Bilanzprüfer keine befriedigenden Auskünfte über Bilanzgeschäfte innerhalb der Unternehmensgruppe bekamen, welche enorme Verluste verschleiern könnten. Das Unternehmen dementiert die Vorwürfe und sieht darin dem Versuch von Kursmanipulationen von Börsenspekulanten. Am 7. März nahm die Hongkonger Börse den Handel wieder auf, und die Aktie lag 4% über dem Stand bei Jahresbeginn.

Über 81 Prozent Anteile am Konzern

Die Familie Zhang hält noch über 81 Prozent an dem Konzern, und mit einem Vermögen von fast 9 Milliarden US-Dollar steht der Firmengründer auf Platz 16 der reichten Menschen Chinas. Durch das schnelle Expandieren und die vielen Übernahmen hat der Konzern große Schuldenlasten, deren Refinanzierung schwierig ist.

Zudem kommen von den Umweltschutzbehörden der Provinz verstärkt Klagen und Forderungen, die Produktion und Umweltbelastung zu reduzieren. Die erste Gründergeneration in China tritt bald ab, auch der 1946 geborene Unternehmensgründer Zhang muss seine Nachfolge regeln.

Shandong Weiqiao Pioneering Group

  • Gründung: 1998
  • Hauptsitz: Weiqiao
  • Produkte: Textil, Aluminium, Rohstoffe
  • Mitarbeiter: 140.000
  • Umsatz: 53,03 Mrd US-Dollar (2015)
  • Gewinn: 1,12 Mrd US-Dollar (2015)
  • Wichtige Tochterfirmen:
    China Hongqiao Group
    Shandong Weiqiao Aluminum & Power Co., Ltd.
    Huimin Huihong New Aluminum Profiles Co., Ltd.
    Hongqiao Investment (Hong Kong) Ltd.
  • CEO: Zhang Shiping