Rockwell Welt von oben

Innovation treibt die Menschheit voran. Doch sie will in Fertigungsanlagen gut geplant sein. - Bild: Shutterstock

| von Stefan Beyeler, Leiter Kompetenzzentrum Packaging Engineering, Johnson & Johnson

Innovationen in großem Maßstab einführen – für viele produzierende Unternehmen ist das Vorhaben eine große Herausforderung. Denn oftmals versuchen die Unternehmen, neue Technologien gleichzeitig mit bestehenden Systemen zu nutzen, ohne vorher im Detail definiert zu haben, wie die Integration gelingen kann.

Wir vom Johnson & Johnson Kompetenzzentrum sollten nun dazu beitragen, das Risiko beim Innovationsmanagement zu verringern. Wir sollten dazu die Arbeitsweise der Abteilungen so gestalten, dass Innovation zum festen Bestandteil des gesamten Unternehmens werden kann.

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Innovationsfähigkeit branchenweit fördern

Unsere Hauptaufgabe war, Innovationen im globalen Netzwerk von Johnson & Johnson voranzutreiben. Wir wollten aber gleichzeitig dazu beitragen, den Standard für die gesamte Fertigungsindustrie anzuheben. Um dieses große Ziel zu erreichen, betrachteten wir die ganze Bandbreite an Einflussfaktoren – von Diagnostik und Effizienz über Automatisierung bis hin zur effizienten Umsetzung des Projekts.

Wir sind bei Johnson & Johnson ständig auf der Suche, den Produktionsteams mit innovativeren und kreativeren Technologien zu helfen, effizienter zu arbeiten. Das heißt, die neuen Technologien sollten Aufgaben schneller, besser oder sicherer erledigen. Um das zu erreichen begleiten wir Prozesse Schritt für Schritt.

Während des Innovationsprozesses entdecken wir meist erst das ganze Potenzial, das in der Technologie steckt. Neue Lösungen auf den Markt prüfen wir umgehend: Eignen sie sich für unser Portfolio? Wenn ja, testen wir die Systeme, bevor wir sie einsetzen.

Aus unseren Erfahrungen haben sich fünf erfolgskritische Punkte heraus kristallisiert, mit denen Unternehmen die Herausforderungen rund um Innovationsprojekte besser meistern können.

1: Innovation als Prozess sehen

Ein klar strukturierter Prozess ist von entscheidender Bedeutung, wenn die Durchführbarkeit eines Innovationsprojekts beurteilt werden soll. Wir strukturieren ihn meist in fünf Phasen.

  1. Kann eine neue Technologie überhaupt einen Mehrwert für Ihr Unternehmen schaffen?
  2. Erarbeiten Sie Einsatzszenarien und bewerten sie verfügbare Lösungen.
  3. Testen Sie die Lösungen: Mit kleinen Pilotprojekten erfahren Sie, ob die Lösung ausgereift ist und ob sie zur Sicherheit und Robustheit Ihrer Produktion beiträgt. Außerdem können Sie die TCO (Total Cost of Ownership) besser abschätzen.
  4. Sie können die Kosten für die geprüfte Lösung ermitteln.
  5. Führen Sie die gewählte Lösung in größerem Maßstab ein.

Die fünf Phasen helfen, das Innovationsmanagement zu standardisieren und gleichzeitig die reibungslose Zusammenarbeit sicherzustellen.

2: Technologie ist nur ein Mittel zum Zweck

Allzu oft setzen Unternehmen Technologie nur um der Technologie willen ein. Jede Lösung, die Sie einsetzen, soll aber ein klares Ergebnis erzielen und muss einen Mehrwert für das Unternehmen bringen. Die Gesamtbetriebskosten (TCO) und die Rentabilität der Lösung müssen von Anfang an sorgfältig geprüft werden: Schließlich soll eine Innovation nicht zur Belastung werden.

3: Kunden in den Mittelpunkt stellen

Intelligente Systeme und vernetzte Geräte bieten produzierenden Unternehmen einen wesentlich tieferen Einblick in die Kundenbedürfnisse. Es ist von entscheidender Bedeutung, diese Informationen nicht nur zu nutzen, um aktuelle Anforderungen zu erfüllen. Sondern Unternehmen müssen gleichzeitig flexibel genug zu sein, um sich an neu entstehende Bedürfnisse anpassen zu können.

Ein gutes Beispiel dafür ist Nachhaltigkeit. Die Kunden denken zunehmend stärker an die Umwelt, so dass Nachhaltigkeit bei Kaufentscheidungen in den Vordergrund rückt. Hersteller müssen ihre Produkte nun so gestalten, dass sie die Erwartungen erfüllen. Mit einer flexiblen Fertigung geht das schneller und einfacher.

4: Mitarbeiter gezielter einsetzen

Die Produktion der Zukunft verbindet die Fähigkeiten von Robotern und Menschen: Wir sehen schon heute, dass die Mensch-Maschine-Kollaboration gut funktioniert. Beispielsweise können die produzierenden Unternehmen mit Hilfe künstlicher Intelligenz Roboter für Aufgaben einsetzen, die bisher zu zeitintensiv waren.

Die Mensch-Roboter-Kollaboration verschafft den Facharbeitern Zeit für höherwertige Aufgaben und gleichzeitig können Unternehmen mehr Arbeit schneller als je zuvor erledigen.

5: Bauen Sie ein Partnernetzwerk auf

In rasantem Tempo kommen neue Technologien auf den Markt. Für produzierende Unternehmen kann es schwierig werden, die Innovationen zeitnah für den eigenen Vorteil einzusetzen. Es wird damit wichtiger, sich ein Netzwerk an vertrauenswürdigen Partnern aufzubauen, die neue Möglichkeiten entdecken, vorschlagen und Lösungen auch testen.

Ein gutes Beispiel für eine solche Partnerschaft ist unsere Zusammenarbeit mit Rockwell Automation. Wir haben gemeinsam disruptive Fertigungstechnologien beobachtet und bei vorhandenem Mehrwert implementiert. Rockwell bringt eine große Bandbreite an Know-how bei uns ein und ist außerdem eines der wenigen Unternehmen, das viele Einzelsysteme zu einer End-to-End-Lösung vernetzen kann. Es geht uns bei einer Partnerschaft nicht nur um die allgemeine Digitalisierung der Fertigung, sondern wir wollen auch disruptive Technologien entdecken und fortschrittliche Analysefunktionen testen. Die Zusammenarbeit mit Rockwell hat uns ermöglicht, Entwickler erfolgreich zu integrieren und schnelle Erfolge zu erzielen.

Innovationen müssen gut geplant sein

Die Fertigungsindustrie befindet sich an einem Scheideweg. Die meisten Hersteller sind gut positioniert, um die Zukunft der Produktion zu gestalten. Wenn sie die Hürden und Chancen über ein Innovationsmanagement identifiziert haben, finden sie den optimalen Weg zu disruptiven Technologien mit echtem Mehrwert.

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