Digitales Frachtpapier im DIN-A5-Format von T-Systems

Mit dem Display im DIN-A5-Format soll der E-Frachtbrief real werden. - Bild: T-Systems

Bisher liegen für Logistikdienstleister als auch für produzierende Unternehmen noch viele Steine im Weg, um Supply Chains zu digitalisieren. Noch fehlen teilweise endgültige Rechtsverordnungen für papierlose Frachtunterlagen, nur in der Luftfracht ist man mit E-Freight schon weiter.

Auf die technologischen Herausforderungen will IT-Dienstleister T-Systems dennoch schon eine Antwort geben: „Digital Label & Goods Tracking“ heißt die Lösung, die ein robust, bruchfest und energiesparend konzipiertes E-Paper-Display von 4,2-Zoll mit einer Telematikeinheit kombiniert. Digitale Ladepapiere, Begleitdokumente, Versicherungsscheine oder Bar- und QR Codes können über das Gerät eingesehen und auch online zwischen allen Akteuren ausgetauscht werden.

Papierlose Zusammenarbeit über die Supply Chain hinweg

„Über die Cloud arbeiten Besteller, Lieferanten, Spediteure, Lager, Hubs, Dienstleister und Sendungsempfänger dabei gewissermaßen an einem virtuellen Schreibtisch zusammen“, erklärt Torsten Chudobba, Senior Client Consultant Industrial IoT für Automotive & Manufacturing Industry bei T-Systems.

Im Gesamtkonzept werden verschiedene Ebenen rund um Transport und Logistik auf einer einheitlichen Cloud-IoT-Plattform abgebildet und miteinander vernetzt. „Damit lässt sich im gesamten Supply-Chain-Prozess nicht nur das Papier ablösen, sondern auch gleich das Tracking & Tracing und Condition Monitoring mit umsetzen“, so Chudobba.

Denn das Label funktioniere zugleich als IoT-Device: Es könne nicht nur mit Frachtdokumenten, Ladelisten oder anderen Informationen aus der Logistikplattform bespielt werden, sondern auch mittels Sensoren die jeweiligen Bedingungen während des Transportes überwacht und aufgezeichnet werden. Dazu gehören beispielsweise Temperatur, Luftdruck, Feuchtigkeit oder Erschütterungen.

Automatisierte Anpassung an die jeweilige Landessprache

Das digitale Label hilft auch bei den Sprachhürden im internationalen Versand. „Mittels GPS-Lokalisierung wird unter anderem erkannt, dass die Ware Ländergrenzen verlässt und so kann dynamisch die Anzeige auf dem Display länderspezifisch aktualisiert werden“, sagt Torsten Chudobba.

So erfasst das System auch automatisiert, ob Ware am Zielort angekommen ist. Über standardisierte Schnittstellen ist die Integration in bestehende Produktionsprozesse und Warenwirtschaftssysteme demnach ohne weitere Infrastruktur möglich. Die Anzeige der Dokumente kann aufgrund von Regeln – beispielsweise auf Basis von Geo Fences – auch automatisch und dynamisch erfolgen, berichtet der Experte: Bisher weltweit einzigartig sei das Telematikmodul mit Display, das Infos gezielt bereitstellt und sich drinnen wie draußen mit globaler Konnektivität nutzen lässt.

Auch für Luftfracht soll sich die Lösung demnächst eignen, derzeit wird eine Zertifizierung nach Standards der Luftaufsichtsbehörden angestrebt. Eine luftfahrtkonforme Abschaltung schaltet dann die IoT-Geräte in den Flugmodus, dennoch lässt sich der Zustand des Frachtguts weiterhin in Echtzeit überwachen. Die Lösung soll zudem um ein berührungsempfindliches Schwarz-Weiß-Display im DIN-A5-Format ergänzt werden, das sich derzeit noch im Prototypenstadium befindet. Hier können Begleitdokumente eingesehen, Informationen ergänzt, Beschädigungen oder Mengenabweichungen festgehalten und Lieferungen quittiert oder unterschrieben werden.

Produktionsstillstände durch mehr Transparenz vermeiden

Das Digital Label & Goods Tracking setzt auf Mobilfunkstandards wie 2G und 3G und unterstützt zukünftig LTE-M sowie NarrowBand IoT:  Der neue IoT-Funkstandard ist sparsamer bei der Energie und dringt auch in baulich für Mobilfunk schwer zu durchdringende Gebäudeteile wie Keller. Auch Bluetooth Low Energy (BLE) kommt zum Einsatz. Die integrierte Telematikeinheit soll Standorte, Temperaturen oder Erschütterungen erfassen und diese Informationen über das Mobilfunknetz weltweit an die Cloud senden. Die Hardware ist nach IP-Schutzklasse 68 besonders robust ausgelegt.

Für produzierende Unternehmen bedeutet die Lösung höhere Transparenz, da Waren in Echtzeit mit Zustandsüberwachung präzise verfolgt werden können. „Das bedeutet weniger Leerlauf durch Qualitäts- und Schadenserkennung von Rohstoffen, Teilen oder Waren – so lassen sich Produktionsstillstände vermeiden und eine passgenaue Belieferung umsetzen“, stellt Torsten Chudobba heraus.

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