Logistik-Kisten

Moderne Lieferketten werden per KI optimiert und mit Blockchain abgesichert. - Bild: Pixabay

| von Wolfgang Kräußlich

Die Endverbraucher sind, soviel kann man sicher sagen, vom Online-Versandhandel verwöhnt. Heute bestellt, morgen da, und saisonale Ware ist trotz globaler Lieferketten zur richtigen Jahreszeit lieferbar. Eine derart ausgefeilte Logistik klappt nicht ohne digitale Unterstützung.

Dabei ist Transparenz das wichtigste Stichwort. In der Kette zwischen Einkauf, Planung, Produktion, Distribution und am Ende auch Händler und Kunde spielt die Logistik als Service eine entscheidende Rolle. Wenn Unternehmen Transparenz für die Prozessoptimierung haben, dann ermöglicht das Flexibilität und damit auch eine Kostensenkung in der gesamten Supply Chain.

Und es bietet echten Kundennutzen: Amazon weiß, welche Produkte im Sommer oder zu Weihnachten in der Regel besonders gut verkauft werden und kann sie gezielt bevorraten, sodass auch bei großem Ansturm kaum Lieferengpässe auftreten. Eine künstliche Intelligenz könnte darüber hinaus die Mittelfrist-Wettervorhersage nutzen, um Regenkleidung in die richtigen Regionen zu transferieren.

Effizienz dank Cloud und Blockchain

Die Industrie ist hierbei weniger weit, als vielfach angenommen. „Die aktuelle Pandemie hat deutlich aufgezeigt, dass die Systeme noch nicht richtig ineinandergreifen“, erklärt Torsten Chudobba, bei T-Systems Senior Client Consultant im Bereich Automotive & Manufacturing Industries. „Wir haben hier eine riesengroße Abhängigkeit von verschiedenen Systemen. Auf der einen Seite arbeiten wir hier in Europa, in Deutschland, bereits hochautomatisiert. Doch diese Lieferkette hat auf der anderen Seite Lieferanten ersten, zweiten, dritten oder sogar vierten und fünften Grades. Diese Lieferanten sitzen unter Umständen irgendwo in der Welt, haben heute noch keine Datensysteme, die arbeiten vielleicht auch noch mit Fax und Papier.“

Doch wie lassen sich diese Probleme lösen? Basis sollte in der Regel eine cloudbasierte Plattform sein, die dank standardisierter Schnittstellen in der Lage ist, Daten aus der Produktion, aus dem IoT-Umfeld, aus MES- und ERP-Systemen zu sammeln und mit Daten aus globalen Wertströmen oder auch Wettervorhersagen zusammenzuführen.
Mittels künstlicher Intelligenz lassen sich diese Daten auswerten und mittels Konzepten wie dem Digitalen Zwilling oder Blockchain ist eine lückenlose und sichere Nachverfolgung möglich. „Ich glaube, dass Blockchain das Thema der Zukunft wird“, betont Torsten Chudobba.

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Die richtige Vorgehensweise

Um derartige Technologien im Unternehmen einzuführen, empfiehlt der T-Systems-Experte eine methodische Vorgehensweise: „Ich würde grundsätzlich mit einer Ist-Aufnahme anfangen. Wo stehe ich heute? Wo sind wirklich Probleme aufgetreten und wo sehe ich heute für mein Unternehmen noch Verbesserungspotenzial?“ Dann sei zu überlegen, wo überall nutzbare Daten anfallen und wie diese auf eine Cloud-Plattform zu bringen seien. „Erst dann kann man das Zielbild definieren und die Strategie festlegen. Daraus ergibt sich dann auch, ob eine Künstliche Intelligenz hier helfen kann oder ob der Einsatz einer Blockchain-Technologie von Nutzen ist“, so Chudobba. Auch über den Aufbau eines Campus-Netzes mit 5G könne erst dann nachgedacht werden.

Der größte Nutzen kommt dann, wenn die Systeme in der Lage sind, die gesamten Daten von den Transporten auf der Straße oder der Bahn nahtlos auch in den Indoorbereich der Firmen zu übertragen. Denn erst dann wird das Thema Just-in-Time-Lieferung auf ein Industrie-4.0-Level gehoben, in dem Unternehmen mit kleinen Losgrößen schnell auf wechselnde Kundenanforderungen reagieren können.

„Die 5G-Technologie kann hier eine ganz entscheidende Rolle spielen“, erklärt Torsten Chudobba. „5G ermöglicht ein dediziertes privates Funknetz mit starker Datensicherheit, das Machine-to-Machine-Kommunikation auch für die gesamte Sensorik bietet. Wenn tausende Sensorabfragen über das zukünftige 5G-Mobilfunknetz realisierbar und auswertbar werden, ist das die Datenbasis für transparente und hoch optimierte Prozesse.“

Digitale Frachtpapiere und Smart Labels

Ansätze dafür gibt es bereits heute: Der Bundesverband Güterverkehr und Logistik hat berechnet, dass alleine in Deutschland jährlich 650 Millionen Frachtbriefe verschickt werden. Diese enorme Menge zu digitalisieren ist nicht einfach, da es sich im internationalen Warenverkehr um den sogenannten CRM-Frachtbrief handelt, bei dem verschiedene internationale Zoll-Behörden mitreden wollen. Deshalb hat T-Systems im ersten Schritt das Konzept des Smart Label entwickelt. „Die Idee ist es, auf die vielen kleinen Papieraufkleber mit Warenbegleitinformationen zu verzichten. Das können wir digital auf einem 5-Zoll-Display abbilden und digital mit intelligenten Managementsystemen wie SAP verknüpfen. Die Daten können über sogenannte Geofences in Echtzeit upgedated werden und bringen so sicher wieder die geforderte Transparenz.“

Per Blockchain abgesicherte Daten und KI werden alleine deshalb in der Supply Chain Einzug halten, weil damit Prozesse auf Effizienz, Nachverfolgbarkeit und größtmögliche Automatisierungsgrade ausgerichtet werden können. „Das wird auf jeden Fall auch den B2B-Markt beeinflussen“, ist sich Torsten Chudobba sicher. „Die Anforderungen von B2C-Online-Händlern unterscheiden sich auf der Ebene nicht wesentlich von der Industrie. Wir haben hier wie dort Zulieferer und die Frage, was zu welchem Zeitpunkt an welcher Stelle benötigt wird. Hier mit der mittlerweile bezahlbar gewordenen KI Lösungsansätze aus historischen Daten zu generieren ist sicher etwas, was man als Industriebetrieb von Amazon und Konsorten lernen sollte.“

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