Dual-Arm-Roboter
Auf der IREX hat Epson etwa gezeigt, wie der Dual-Arm-Roboter Verschraubungen ausführt. In Zukunft soll der Roboter – mit weiteren Sensoren ausgestattet – auch sich nähernde Menschen erkennen können - Bild: Epson

Produktion: Was gibt es Neues im Bereich Steuerungstechnik, wie denken Sie beispielsweise über offene Steuerungen?

Norio Yokoshima: Das ist eine gute Frage. Wir bieten schon jetzt eine offene Kommunikation innerhalb unseres Systems. Aber eine Roboter-Steuerung ist an sich ein geschlossenes System. Wir haben momentan auch nicht vor, dieses System zu öffnen. Um unsere Maschinen optimieren zu können, wird schließlich unser eigenes Steuerungssystem gebraucht. Diese Einstellung verfolgen wir hier bei Epson grundsätzlich.

Produktion: Inwieweit spielt das Thema Cloud Robotics bei Epson eine Rolle?

Norio Yokoshima: Aus Sicht eines Roboterhersteller muss ich sagen, dass Cloud Robotics momentan noch kein Thema ist. Die Cloud wird aber in Zukunft bei der Kommunikation an sich eine tragende Rolle spielen. Denn es wird immer öfter gefragt, Informationen zwischen Firmen in Asien, Europa oder Amerika in Echtzeit teilen zu können. Im Falle von produzierenden Unternehmen spielt beim Thema Cloud aber die Sicherheit nach wie vor eine wichtige Rolle. Und diese notwendige Sicherheit ist bei einer Kommunikation via Cloud momentan noch nicht gewährleistet.

Vita

Hiroshi Miyazawa

- studierte ‚Information Science‘ an der Tokyo University of ­Science in Japan
- stieg 1985 bei Epson ein
- ist als ‚General Manager‘ für Entwicklung und Design von Robotern, Roboter-Manipulatoren und -Steuerungen verantwortlich.

Norio Yokoshima

- studierte ‚Precision Engineering‘ an der Tohoku University in Japan
- stieg 2000 bei Epson ein
- ist als ‚General Manager‘ für Entwicklung und Design von Robotern und hochwertigem Roboter-Zubehör wie Bildverarbeitung oder Kraftsensoren verantwortlich.

 

Produktion: Welche Bedeutung haben die Themen Industrie 4.0 und IoT bei Epson?

Hiroshi Miyazawa: Wir konzentrieren uns auf die Daten, die ein Roboter produziert. Wenn man eine Produktionslinie analysieren möchte, dann müssen die ver­bauten Roboter Daten herausgeben wie etwa Lebenszeit oder Stromverbrauch. Das ist für uns der Start, um Industrie 4.0 oder IoT realisieren zu können. Gleichzeitig müssen Roboter noch autonomer arbeiten können, um auch mit anderen Werkzeugen und zu anderen Zwecken eingesetzt werden zu können. Dazu entwickeln wir einen Roboter wie unseren Dual-Arm.

Uns gefällt sowohl das Konzept hinter Industrie 4.0 als auch hinter IoT. Das Ganze müssen wir jetzt aber noch mit Leben erfüllen. Klar ist aber, dass ein autonomer Roboter, der Daten zur Verfügung stellt, wichtig ist. Wir beobachten alles rund um Industrie 4.0 und IoT sehr genau und forschen auch zu diesen Themen. Kommunikation wird dabei eine tragende Rolle spielen.

Produktion: Was zeigen Sie dieses Jahr auf der Automatica in München?

Hiroshi Miyazawa: Das müssen wir noch mit Epson Deutschland diskutieren. Wir haben das noch nicht entschieden.

 

Susanne Nördinger aus Produktion Nr. 03-04, 2016