| von Sabine Spinnarke
Fotolinse
Bildverarbeitungssysteme beruhen immer auf Vergleichen zwischen einem Soll- und Ist-Bild. - Bild: pixabay

Eine weitere technische Hürde sei die Sensorfusion. Um zusätzliche Mess- und Prüfergebnisse liefern zu können, müssten mehr unterschiedliche Verfahren in ein System vereinigt werden. Man könne zum Beispiel bei der Bildaufnahme über das sichtbare Spektrum hinauszugehen, etwa 2D- und 3D-Verfahren einbeziehen.

Gerade in der Agrartechnologie, die laut Jansen derzeit immens an Bedeutung gewinnt, liegen große Potenziale: „Denken Sie an die automatisierte Ernte von beispielsweise Paprika: Es gibt rote und grüne Früchte, Blätter, unterschiedliche Reifegrade, Verdeckungen, Hinterschneidungen. Bilddaten des nahen Infrarotbereichs helfen, den Reifegrad zu bestimmen, anhand von 3D-Verfahren kann der Roboter besser greifen, Farbsensoren helfen, Blätter und Früchte zu unterscheiden.“

Ein großes Interesse an solchen Verfahren zeigten bereits die Roboterhersteller, schließlich wollen sie ihre Abhängigkeit von der Automobilindustrie reduzieren. Die Robotik ist ein weiteres Top-Thema innerhalb der Industrie 4.0-Diskussion. Auch sie eine technische Herausforderung.

So reicht es heute nicht mehr, wenn der Roboter das eingelernte Teil erkennen kann. Flexible Fertigung bedeutet, eine beliebige Bandbreite unterschiedlicher Teile erkennen und greifen zu können, ohne dass im Vorfeld Engineeringaufwand betrieben werden muss. Mensch und Roboter rücken immer enger zusammen, das erfordert Sicherheitskonzepte, die im Wesentlichen auf optischen Technologien beruhen.

Bestehende Systeme verbessern

Bevor neue Technologien flächendeckend in der Industrie anzutreffen sind, müssen die Anbieter allerdings die bereits installierten Systeme verbessern: „Bildverarbeitungssysteme beruhen immer auf Vergleichen zwischen einem Soll- und Ist-Bild.

Heutige Technologien erlauben zwar ein Lernen der Systeme, jedoch ist die zu definierende Eingriffsgrenze immer ein ganz ‚hartes‘ Kriterium. Dadurch kommt es auf der einen Seite zu Schlupf bei zu grob eingestellten Eingriffsgrenzen und auf der anderen Seite zu Pseudofehlern bei zu eng eingestellten Eingriffsgrenzen.

Ein weiter beschränkender Faktor für den Einsatz können Umgebungsbedingungen in der Fertigung wie Temperatur, Feuchtigkeit und ähnliches sein“ sagt Dr. Juan-Ignacio Conrat, der als Technikvorstand der BSH Hausgeräte die Möglichkeiten und Grenzen der IBV gut einschätzen kann; immerhin gilt Weiße Ware neben Automotive als Vorreiter in Sachen Bildverarbeitung.

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