| von Dr. Thomas Kiefer
Aktualisiert am: 23. Mai. 2016
Jungheinrich China
In den Produktionsablauf bei Jungheinrich sind elektronische Gruppenarbeitsplätze integriert, in denen ein Informationsaustausch über alle Hierarchieebenen erfolgt. - Bild: Thomas Kiefer

Die AHK China sieht weiter gute Absatzchancen für Anbieter von Hightech in China. es sei wichtig, vor Ort vertreten zu sein. Nur mit Importen sei der chinesische Markt kaum noch zu erschließen „Allein im Großraum Shanghai sind über 3 000 Unternehmen aus Deutschland vertreten“, erklärt Simone Pohl, Delegate and Chief Representative of Delegation of German Industry and Commerce Shanghai. In den USA sind nur etwa 3 500 deutsche Firmen angesiedelt. „Viele produzieren hier und wollen die neuesten Produktionsverfahren“, so Pohl. Aber auch immer mehr chinesische Firmen fragten Spitzentechnologien für ihre Produktion nach.

Große Hürden

Doch bei F & E in China bestehen noch große Hürden. „Die Entwicklungskosten in China sind immer noch zumeist sehr hoch und die Umsetzung der Entwicklung in Produkte oft schwierig“, sagt Dai Jiming, Business Development Manager von Siemens Ltd. China. Die Probleme ließen sich jedoch mit Industrie 4.0-Technologien entscheidend vereinfachen. Dai entwickelt für Siemens China das Konzept der „Digital Factory“.

Made in China 2025 ist breiter gefasst als Industrie 4.0. Darauf weist Zhang Mingjie, Leiter des Shanghai Electric Central Research Institute, auf dem Shanghaier Kongress hin. „Industrie 4.0 geht eher vom Produktionsprozess aus, China 2025 mehr vom Produkt, mehr direkt von der Nachfrage“ Zhang sieht die Entwicklungsmöglichkeiten in China bereits als durchaus gleichwertig mit den westlichen Standards an. „In der Vergangenheit hatten wir in China von Deutschland Technologie importiert“, so Zhang. „Dies ändert sich grundlegend.“ Bei Shanghai Electric hätten sie gute Technologiepartner aus Deutschland. Sie würden beginnen, mit diesen, ausgehend von gleichen Entwicklungskompetenzen, Zukunftstechnik in China zu entwickeln.

Die Produktbezogenheit von Made in China 2025 freut Yi Qian, internationaler Marketingdirektor von Alibaba: „Wir unterstützen insbesondere kleine und mittelgroße Firmen bei ihren Geschäften.“ Dazu hätten sie eine gewaltige Datenbasis, viel Erfahrung mit dem, was der Kunde vom Produkt erwartet. „Daher glauben wir, dass wir dieses produktbezogene Konzept Made in China 2025 gut unterstützen können,“ so Qian.

Der Gesamtprozess

„Im Produktionsprozess kommt es nicht auf die punktuelle Rationalisierung an, sondern auf das Zusammenwirken des Gesamtprozesses“, so Zhou Zhao Peng, Vice President der Shanghai STEP Electric. Wesentlich sei die Steuerungstechnik, die hinter einem Robotereinsatz stehe. Sie haben beispielsweise eine Fertigungsline in der Automobilindustrie mit 140 ihrer Industrieroboter bestückt, die innerhalb einer Minute an einem Teil tätig werden.

Dabei würden 15 Roboter gleichzeitig an dem Teil arbeiten. „Nicht der einzelne Roboter sei wichtig, sondern die Steuerung, die nur von Menschen gemacht werden kann“, sagt Zhang. „Ein Roboter kann im Endeffekt den Menschen nicht voll ersetzen, sondern nur menschlich vorgegebene Arbeitsschritte übernehmen.“