Stilh, Fanuc, Motorsägenhersteller, Produktonsstraße

In der neuen Verpackungslinie nimmt der Roboter aus der Montage kommende Trennschleifer von einem Hängeförderer ab und macht die sogenannte Schüttelprüfung. Bild: Fanuc

In der neuen Verpackungslinie ist es die Aufgabe des Roboters, aus der Montage kommende Trennschleifer von einem Hängeförderer abzunehmen, die sogenannte Schüttelprüfung vorzunehmen und ihn so lange zu halten, bis auch die letzte Sichtprüfung positiv absolviert ist. Anschließend setzt der Roboter den Trennschleifer in einen bereitstehenden Versandkarton. In diesem Kooperationsbereich verfährt der Roboter lediglich mit der zulässigen Geschwindigkeit von 250 mm/s.

Bevor der Roboter das Handling an diesem Arbeitsplatz übernahm, oblagen dem Werker Handling und Schüttelprüfung. Im Prinzip handelt es sich hier um eine akustische Prüfung, bei der der Trennschleifer geschüttelt wird – ein wichtiger Schritt in der Qualitätsprüfung und Endkontrolle. Hört man beim Schütteln ein „Klackern“ ist der Saugkopf korrekt verbaut und der Trennschleifer kann verpackt werden. Da ein Trennschleifer rund 10 kg wiegt, summiert sich das pro Schicht und Mitarbeiter auf rund acht Tonnen. Der Mitarbeiter wird also durch den Roboter ganz erheblich entlastet.

Da in der Montageendprüfung die Einstellarbeiten an jedem Trennschleifer unterschiedlich lange dauern können, ist bei dem kontinuierlich laufenden Förderer nicht jede Werkstückaufnahme belegt. Manchmal bleiben sogar einige Positionen hintereinander frei. Mehrere Kamerasysteme entlang der Förderstrecke erkennen, an welchem Haken des Hängeförderers ein Trennschleifer hängt und geben diese Information an die Kopfsteuerung und das Datenmanagement weiter. 

Sthil, Fanuc, Motorsägenhersteller, Firmenkooperation
Bevor der Roboter das Handling an diesem Arbeitsplatz übernahm, führte der Werker die Qualitätsprüfung durch. Bild: Fanuc

Der Roboter synchronisiert über die Fanuc Software „Line Tracking“ seine Geschwindigkeit mit dem Förderer und greift dann im richtigen Moment zu. Einer von zahlreichen kleinen Tricks: Den Hängeförderer hat man so konzipiert, dass seine Geschwindigkeit variabel ist.

Vollautomatisches Arbeiten

Damit der Roboter möglichst ausgelastet ist, gibt es nach dem Hängeförderer noch einen Zwischenspeicher. Dieser Puffer wird beispielsweise genutzt, wenn mehr Trennschleifer bei der Packstation ankommen als der Mitarbeiter prüfen kann oder wenn er in eine Pause geht. Dann arbeitet der Roboter vollautomatisch. Nur korrekt gegriffene Trennschleifer werden aus dem Hängeförderer entnommen. Dabei wird die vollständige Lastaufnahme direkt am Greifer überprüft. Überhaupt ist der Greifer, eine Eigenentwicklung von Stihl, zu einem Interaktionselement geworden. Denn er zeigt über LEDs an, in welchem Modus er sich befindet. Die rote LED leuchtet beispielsweise auf, wenn der Roboter im Highspeed-Modus mit 750 mm/s läuft. Den sicheren MRK-Modus signalisiert eine blaue LED. Leuchttasten, die sich am Greifer befinden, dienen dem Mitarbeiter dazu, den Status „i.O.“ zu bestätigen oder eben „n.i.O.“, wenn er einen Mangel entdeckt hat.

Line Tracking

Wie seine gelben „Kollegen“ arbeitet der kollaborative CR-35iA mit der bei Fanuc üblichen Steuerung: Steuerungstechnik, Bedienoberfläche – alles ist gleich, ein großer Vorteil für die Praxis. Zudem: Gerade die für die Synchronisation mit dem Hängeförderer sinnvolle Software von Fanuc „Line Tracking“, die Integration von Kamerasystemen oder die bewährte Software-Option „Collision Guard“ waren Systembestandteile, die bei Stihl bereits bekannt und geschätzt sind.

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Damit der Roboter möglichst ausgelastet ist, gibt es nach dem Hängeförderer noch einen Zwischenspeicher. Bild: Fanuc

„Es ist zu erwarten, dass in Zukunft der Einsatz von Robotern in unseren Fertigungsprozessen zunehmen wird“, erklärt Gruppenleiter André Lange, verantwortlich für Service und Hardwareplanung bei Stihl. Dass nun die kollaborative Robotik in den Fokus rücke, sei lediglich die Weiterentwicklung der bisherigen Produktionsstrategie mit hoher Fertigungstiefe. „Wir stellen uns immer wieder die Frage: „Wie können Roboter die Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag entlasten?“ MRK sei eine Technologie, die neue Chancen eröffne: „Wir haben nun die Möglichkeit, dass der Mensch Hand in Hand mit einem Roboter arbeiten kann. Das möchten wir erproben, um einen Schritt voran zu kommen und um uns einen Vorsprung im Wettbewerb zu erarbeiten. Die Technologie eröffnet neuen Spielraum bei der Gestaltung von Anlagen.“

Fanuc

Video: Erfolgsgeschichte - Stihl geht mit kollaborativem Roboter von Fanuc neue Wege

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