Edge Computing

Edge Computing bietet einige Vorteile gegenüber der Public Cloud. - Bild: Nutanix

| von Nutanix Newscenter

Dass die IT auch in der Produktion eine wichtige Rolle spielt, ist nichts Neues. Seit Jahren sind Produktionsleiter gewohnt, Funktionalitäten von ERP- oder MES-Systemen zu nutzen und damit Produktionsabläufe zu optimieren. Doch während bislang eher der Mensch über diese Systeme mit den Maschinen gesprochen hat, bietet sich heute die Möglichkeit, dass die Maschinen untereinander und auch mit den Menschen sprechen.

Daten, die in und an den Maschinen gesammelt werden, sind die Wörter für diese Kommunikation. Doch damit nicht nur andere Maschinen, sondern auch der Mensch sie verstehen kann, müssen sie erst übersetzt und zu ganzen Sätzen zusammengefügt werden, die etwas aussagen.

Dieser Dialog ist das Neue an Industrie 4.0 und der Digitalisierung allgemein. Er verleiht dem Einfluss und der Bedeutung der IT in der Fertigung noch einmal großen Auftrieb und macht sie endlich von einem Hilfsmittel zu einem zentralen Part in der Wertschöpfungskette.

Skepsis ist vernünftig

Von Seiten der IT-Anbieter hören Produktionsleiter und Manager in der Fertigungsindustrie immer wieder das Mantra: Du kannst und sollst diesen Dialog nur in und mittels der Public Cloud führen. Es muss schon frustrierend für diese Anbieter sein, dass produzierende Unternehmen und insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer sich dieses Mantra eher nicht zu eigen machen und öffentlichen Cloud-Angeboten gegenüber skeptisch bleiben.

Hierzu ein paar Ergebnisse aus einer internationalen Untersuchung von 2018 (siehe Kasten unten), die das untermauern und zudem deutliche Unterschiede zu anderen Branchen aufzeigen:

  • Unternehmen in der Fertigung nannten Sicherheit und Compliance etwas häufiger – 34 Prozent – als jene in anderen Branchen – 31 Prozent – als Hauptentscheidungsfaktor, wenn es um den Ort für die Ausführung von Anwendungen und Funktionalitäten geht.
  • Unternehmen in der Fertigung nutzen derzeit häufiger als in jeder anderen Branche nur einen einzelnen öffentlichen Cloud-Dienst: 20 Prozent der produzierenden Unternehmen gaben an, einen einzigen Cloud-Service zu verwenden – weltweit liegt der Durchschnittswert bei 12 Prozent.
  • 43 Prozent der befragten Fertigungsunternehmen verwenden derzeit ein traditionelles Rechenzentrum als primäre IT-Infrastruktur – und liegen damit leicht über dem weltweiten Durchschnitt von 41 Prozent.
  • Fertigungsunternehmen treiben die Umstellung auf die private Cloud voran. So gaben 56 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Unternehmensanwendungen in einer privaten Cloud ausführen – was den weltweiten Durchschnitt um 7 Prozent übertrifft.

Viele Kommentatoren würden diese Ergebnisse dahingehend deuten, dass die Fertigungsindustrie eben konservativer als andere Branchen ist. Wenn sie weniger wohlwollend sind, würden sie vielleicht sogar so weit gehen, zu behaupten, dass hier eine Branche, die speziell in Deutschland eine überragende Rolle spielt, ihre eigene Zukunft verschläft.

Betrachtet man jedoch alle Ergebnisse zusammen, kommt man eher zu dem Schluss, dass die Fertiger und Maschinen- und Anlagenbauer völlig rational an das Thema herangehen. Sie verschließen sich ja nicht der Cloud und ihren unbestreitbaren Vorteilen wie Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Flexibilität. Vielmehr wollen sie sie eher im eigenen Unternehmen realisieren als bei den so genannten Hyperscalern. Angesichts der nicht von der Hand zu weisenden Sicherheitsbedenken und Compliance-Risiken ist diese Vorgehensweise mehr als nachvollziehbar.

Zudem geht es hier nicht um irgendwelche nebensächlichen Daten. Vielmehr handelt es sich bei den Informationen aus der Produktion um geistiges Eigentum in der Gegenwart und um die Basis für neues geistiges Eigentum in der Zukunft. Will man diesen Schatz wirklich aus der Hand geben und Dritten, noch dazu aus anderen Rechtsräumen, überlassen? Eher nicht.

Edge, nicht Internet

Schließlich gibt es noch einen ganz praktischen Grund, warum Edge Computing handfeste Vorteile gegenüber der Public Cloud bietet. Die Daten, um die es hier geht, fallen vor Ort an, an der Maschine, in der Werkshalle. In den meisten Szenarien müssen sie in Echtzeit überwacht und ausgewertet werden. Warum soll man sie dafür erst in die Public Cloud schaffen – allen Latenzzeiten und möglichen Übertragungsunterbrechungen zum Trotz? Schon der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass sie am besten vor Ort verarbeitet und analysiert werden.

Maschinen- und Anlagenbauer wie die Fertigungsbranche allgemein haben recht, wenn sie Edge Computing nicht mit Public Cloud Computing gleichsetzen und verwechseln. Und sie haben noch in einem anderen wesentlichen Punkt recht: Ihre Investitionen in private Cloud-Umgebungen zeigen, dass die Cloud einen Standard gesetzt hat, der auch in den Unternehmen Einzug halten soll.

Die gute Nachricht lautet: Es gibt Möglichkeiten, den Cloud-Stack und alle damit verbundenen Vorteile ans Edge zu bringen. Das Angebot von Nutanix für hyperkonvergente Infrastrukturen, Cloud-Software und darauf aufbauende Dienste für Edge Computing ist eine solche Möglichkeit. Wie aus dieser Möglichkeit in der Fertigungsindustrie Wirklichkeit wird, erfahren Sie hier. In der Tat: Es muss nicht immer die Public Cloud sein.

Die Studie „Nutanix Enterprise Cloud Index 2018“

Für die Studie „Nutanix Enterprise Cloud Index 2018“ hat Nutanix das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne beauftragt, um von IT-Entscheidern zu erfahren, wo sie ihre Geschäftsanwendungen heute betreiben und wo sie das künftig vorhaben, welchen Herausforderungen sie bei der Implementierung ihrer Cloud-Umgebungen gegenüberstehen und welchen Stellenwert ihre Cloud-Initiativen im Vergleich zu anderen IT-Projekten und -Prioritäten haben. Das Marktforschungsunternehmen hat Antworten von rund 2.300 IT-Entscheidern aus verschiedenen Branchen erhalten – darunter von 337 Fertigungsunternehmen. Befragt wurden Unternehmen unterschiedlicher Größe aus Nord- und Südamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) sowie aus dem asiatisch-pazifischen Raum einschließlich Japan (APJ).