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Die Studie von Kienbaum und dem Staufenbiel Institut zeigt außerdem: Mitarbeiter zu rekrutieren und dauerhaft an sich zu binden, sind nach eigenen Angaben die wichtigsten Aufgaben für Personaler in diesem Jahr. - Bild: Pixabay

Mit einem Fingertipp die Bewerbung per Smartphone abschicken klingt praktisch, ist im Recruiting der Unternehmen hierzulande bisher aber kaum angekommen: Nur 22 Prozent der Firmen bieten diese One-Click-Bewerbungen, beispielsweise über ein Xing-Profil, an. Wer denkt, dass die klassische Bewerbungsmappe hingegen ausgestorben ist, irrt sich: Trotz des deutlich höheren administrativen Aufwands nehmen 59 Prozent der Befragten weiterhin Bewerbungsmappen an, die per Post eingehen.

Das sind Ergebnisse der Studie „RecruitingTrends 2017“, die Kienbaum Communications und das Staufenbiel Institut gemeinsam durchgeführt haben. Für die Studie wurden knapp 300 Personalverantwortliche in Deutschland befragt.

Die Studie zeigt außerdem: Mitarbeiter zu rekrutieren und dauerhaft an sich zu binden, sind nach eigenen Angaben die wichtigsten Aufgaben für Personaler in diesem Jahr. „Konkret heißt das zum Beispiel, neue Recruiting-Kanäle zu besetzen, um talentierte Nachwuchskräfte auf möglichst vielen Wegen zu erreichen. Denn viele Unternehmen sind sicher: Der Fachkräftemangel spitzt sich weiter zu“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications, der Agentur für Arbeitgeberkommunikation.

Unternehmen bevorzugen digitale Bewerbungskanäle

Fragt man die Unternehmen, welche Form der Bewerbung ihnen am liebsten ist, gibt die Mehrheit an, dass sie Bewerbungen über Online-Formulare oder die eigene Karrierewebsite bevorzugt. Außerdem erzielen die Befragten mit Online-Kanälen die besten Erfolge: Auf Platz eins der erfolgreichsten Recruiting-Kanäle liegen Online-Anzeigen mit 89 Prozent, gefolgt von der eigenen Karrierewebsite mit 72 Prozent und der eigenen aktiven Personalsuche und -ansprache mit 71 Prozent.

Persönliche Kommunikation wichtig

Obwohl digitale Bewerbungskanäle im Trend liegen, bleibt der persönliche Kontakt nach wie vor sehr wichtig: Mit Karriere-Events und -Messen erzielen 69 Prozent der Befragten große Recruiting-Erfolge. Und für zwei Drittel der Firmen ist auch der eigene Talentpool eine bewährte Ressource, um freie Positionen zu besetzen. Die Empfehlung von Mitarbeitern durch Mitarbeiter ist mit 60 Prozent ebenfalls erfolgversprechend, landet im Ranking der erfolgreichsten Rekrutierungskanäle allerdings nur im unteren Mittelfeld.

„Recruiting läuft heute im ersten Schritt digital, aber ohne persönlichen Austausch geht es nicht. Karriere-Events und -Messen bieten die Chance, sich face-to-face einen Eindruck zu verschaffen, ob man wirklich zueinander passt. So fließt aktuell das meiste Recruiting-Budget in Online-Anzeigen, Karriere-Events und -Messen“, sagt Julia Troesser, Studienleiterin und Redakteurin beim Staufenbiel Institut.

Wenige Firmen gehen im Social Web neue Wege

Die meisten Unternehmen setzen für das Employer Branding eher auf die klassischen Social-Media-Kanäle: Das Ranking der beliebtesten sozialen Netzwerke und Apps für Employer Branding zeigt: 88 Prozent der deutschen Unternehmen präsentieren sich bei Xing, gefolgt von Facebook mit 72 Prozent sowie kununu und LinkedIn mit 69 und 60 Prozent. Immerhin die Hälfte der befragten Unternehmen nutzt YouTube für ihr Employer Branding; im Vorjahr waren es noch 44 Prozent.

„Nachholbedarf haben die Unternehmen jedoch bei der Nutzung neuerer Apps: Instagram wird nur von 17 Prozent für das Employer Branding genutzt, die Job-App Truffls und WhatsApp sogar nur von sechs und fünf Prozent“, sagt Erik Bethkenhagen.

Vorstellungsgespräch ist ein Muss

Im Auswahlverfahren bleibt der persönliche Kontakt unverzichtbar: 98 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf das klassische Vorstellungsgespräch. Immerhin 87 Prozent der Unternehmen greifen für Bewerbungsgespräche auf Telefoninterviews zurück. Weniger verbreitet ist das Assessment-Center: 53 Prozent der Unternehmen nutzen diese Methode, um einen geeigneten Bewerber zu finden.

Auswahlverfahren über einen Online-Test oder per Video-Interview sind bisher ebenfalls noch nicht flächendeckend in den Unternehmen angekommen: Lediglich 42 Prozent der befragten Firmen verwenden diese Möglichkeit im Auswahlverfahren.

Flexible Arbeitszeiten als Benefit

Für die befragten Unternehmen ist klar: Neben einem erfolgreichen Recruiting ist die zweite Priorität für ihre Personalarbeit die Bindung der Top-Talente an das Unternehmen. 92 Prozent der Befragten sehen das als besonders wichtige Aufgabe des HR-Bereichs in diesem Jahr an. Um Mitarbeiter langfristig zu binden, setzen die Unternehmen in erster Linie auf flexible Arbeitszeiten: Darüber können sich Mitarbeiter in 91 Prozent der befragten Unternehmen freuen.

Den zweiten und dritten Platz der beliebtesten Benefits belegen die betriebliche Altersvorsorge mit 81 Prozent und das Home-Office mit 73 Prozent. Am Ende des Rankings stehen hingegen die Möglichkeiten, seinen Hund mit zur Arbeit zu bringen, und das Familienbüro: Diese Benefits werden nur von 17 und elf Prozent der befragten Unternehmen angeboten.

Kienbaum Communications / Staufenbiel Institut 

Die 10 coolsten Büros made in Germany

  • glispa büro

    Viel Platz für große Ideen haben Mitarbeiter Im Großraumbüro von glispa in Berlin. Hier trifft Industriecharme auf Ballsaalflair. Blecherner Rollcontainer auf prunkvollen Kronleuchter. Und wer genug hat von hohen Fenstern und luftiger Atmosphäre, zieht sich einfach in die Chillout-Zone zurück. - Bild: Glassdoor

  • zalando büro

    Fast jeder Arbeitnehmer kennt das Gefühl, dass ihm an besonders stressigen Tagen die Decke auf den Kopf zu fallen droht. Bei Zalando in Berlin gibt es einen Ausweg, denn hier finden die Mitarbeiter im Innenhof offene Gartenhäuschen – für viel frische Luft und einen klaren Kopf. Gartenfeeling mitten in Berlin: zum kurz durchatmen oder draußen weiterarbeiten. - Bild: Glassdoor

  • bmw büro

    Wofür mach’ ich das eigentlich? Eine Frage, die sich die Büroangestellten in diesem BMW-Werk sicher nicht stellen. Hier werden die Mitarbeiter im offenen Großraumbüro stets daran erinnert, dass sie Teil eines großen Ganzen sind. Neben E-Mails und Excel-Tabellen auf Computermonitoren erleben sie das Resultat ihrer Arbeit hautnah auf dem beleuchteten Karosserie-Fließband über ihren Köpfen. Ein durch und durch transparentes Arbeitsplatz-Konzept – gewissermaßen ein Cabrio-Büro. - Bild: Glassdoor

  • Stylight büro

    Der erste Eindruck zählt, und das nicht nur beim ersten Date. Die hellen und hochgeschnittenen Räume von Stylight in München sind – passend zum Namen – top durchgestylt. So lädt auch der Empfangsbereich zu einem zweiten Treffen ein, egal ob für Mitarbeiter oder Kunden. - Bild: Glassdoor

  • SoundCloud Büro

    Was ist benutzerfreundlich und bietet was für die Ohren? Die SoundCloud-App auf dem Smartphone. Was ist mitarbeiterfreundlich und bietet was für’s Auge? Das SoundCloud-Büro in Berlin. Vom "Meeting Room Castro", über die Büroküche bis hin zum Aufnahmestudio. Ein Remix aus aufgeräumtem Design und edlen Materialien. Wir markieren das mit einem virtuellen Herzen und verteilen ein "Like". - Bild: Glassdoor

  • trivago büro

    Arbeiten, wo andere Urlaub planen. Vielleicht damit das Fernweh in der Belegschaft von trivago nicht zu groß wird, verbreiten die Räumlichkeiten im Düsseldorfer Stadtbezirk 1 eine wohltuende Reiseatmosphäre. Die Büros bringen die Mitarbeiter nicht nur in verschiedene Länder, sondern auch in unterschiedliche Höhenlagen. Je nach Stimmung und Projekt bietet sich hier jede Menge Raum für Inspiration – und den ein oder anderen einen gedanklichen Kurzurlaub in den Alpen. - Bild: Glassdoor

  • puma büro

    Bei Puma stimmt die Work-Life-Balance (3,9 von 5 Sternen auf Glassdoor). Und wenn sie mögen, können die Mitarbeiter ihre Freizeit sogar wunderbar am Arbeitsplatz verbringen. Denn wer das Tagwerk in Herzogenaurach hinter sich hat, macht es sich einfach auf dem Sitzsack gemütlich und schaut mit den Kollegen nach Feierabend Fußball. Und wer noch nicht fertig ist, ist trotzdem mit dabei, packt seinen Laptop aus und findet einen Arbeitsplatz in der geräumigen „Social Lounge“. Teamwork auch nach dem Abpfiff. - Bild: Glassdoor

  • otto büro

    Bei Otto in Hamburg bietet sich dem Mitarbeiter ein bunter Mix aus Farben und Formen. In kleinen Nischen und durch Baumstämme geschützt können sich Mitarbeiter zurückziehen. Und wer Großes plant, setzt sich einfach an die rustikalen Gruppentische. - Bild: Glassdoor

  • InnoGames büro

    Wer in virtuelle Welten abtaucht, braucht Inspiration. Ein guter Grund für InnoGames in Hamburg, die Büroräume in unterschiedliche Themenwelten zu verwandeln: Neben Freizeitzimmern mit Tischtennisplatte und Flipper, wird der Meeting-Raum schnell mal zur Filmkulisse aus 1000 und einer Nacht. - Bild: Glassdoor

  • sap büro

    Ob kurzes Brainstorming oder Verhandlungsmarathon: In diesem Konferenzraum von SAP behalten die Mitarbeiter bei jeder Denksportaufgabe das Ziel fest im Visier. In offener Atmosphäre haben sich alle Diskutanten im Blick, keine Tische und Monitore vor der Nase und vermeiden so sicher die ein oder andere unnötige Extrarunde im Meeting. - Bild: Glassdoor

  • produktion büro

    Formschön, funktionell und liebevoll mit blauen Stellwänden verschönert präsentiert sich unser Domizil der Produktion in Landsberg am Lech. Große helle Glasfenster sorgen dafür, dass wir Redakteure stets klar erkennen, wo im Maschinenbau der Hase läuft. Für Individualismus sorgen wir mit (in der Regel von Kollegen mitgebrachten und meist mit Seitenhieben versehenen) Postkarten oder Aufklebern. - Bild: Weinzierl