Thomas Ebenhöch: "Man darf kein Potenzial liegen lassen.“ (Bild: Continental).

Thomas Ebenhöch: "Man darf kein Potenzial liegen lassen.“ (Bild: Continental).

von Susanne Nördinger

(ks). 2012 sind Sie als Standort- und Werkleiter bei Continental in Regensburg angetreten. Was haben Sie sich damals vorgenommen?
Bei Continental arbeite ich schon lange. 2012 habe ich dann die neue Rolle in einem sehr gut funktionierenden Werk übernommen. Der Standort Regensburg war einer der Mitbegründer der Automobilelektronik und wir beschäftigen sehr gut ausgebildete Mitarbeiter. Mir war es wichtig, diesen funktionierenden Standort weiterzuentwickeln. Ich habe den Mitarbeitern damals gesagt, dass wir ein erfolgreicher Standort sind, aber noch die Möglichkeit haben, unser Restpotenzial in Richtung exzellent auszuschöpfen.

Wie unterscheidet sich ein erfolgreicher von einem exzellenten Standort?
Ein erfolgreicher Standort befindet sich verglichen mit Wettbewerbern schon im vorderen Drittel. Er ist konkurrenzfähig und kann sich mit seinen Produkten behaupten. Bei einem exzellenten Standort hingegen stellen sich die Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue die Frage, was noch verbessert werden kann. Das muss nichts Großes sein. Es geht um die Gesamtheit vieler kleiner Aktivitäten in einem kontinuierlichen Prozess. Um das umzusetzen, haben wir die Initiative ‚Von erfolgreich zu exzellent‘ entwickelt.

Vita

Thomas Ebenhöch

ist Standort- und Werkleiter bei Continental in Regensburg. Entwickelt und gefertigt werden dort Produkte wie Motor-, Getriebe-, Bordnetz- und Airbagsteuergeräte, Sensoren und Aktuatoren, Informationsdisplays sowie zukunftsweisende Assistenzsysteme.

Wie haben Sie die Mitarbeiter für dieses Projekt begeistert?
Es ist wichtig, dass man als Chef nicht zu schnell vorne wegläuft. In Regensburg arbeiten knapp 7 000 Mitarbeiter, die kann man nicht sofort alle mit einbeziehen. Ich habe mich dazu entschieden, im ersten Jahr der Initiative nur mit den Führungskräften an 21 verschiedenen Projekten zu arbeiten. Denn es war schon neu, dass Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen ein gemeinsames Projekt bewerkstelligen. Im zweiten Jahr haben sich dann schon 800 Mitarbeiter an 80 Projekten beteiligt.

Und was wird in diesen Projekten konkret bearbeitet?
Im Projekt Benchmark geht es zum Beispiel darum, dass Mitarbeiter aus Regensburg für zwei Monate an anderen Continental-Standorten mitarbeiten. Sie sammeln im Austauschwerk gute ­Ideen, die sie später in Regensburg implementieren und umgekehrt. Ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen und habe meine Assistentin Josefine Sebbesse mit einer Assistentin aus unserem chinesischen Werk in Tianjin getauscht. Das war für alle eine sehr gute Erfahrung. Die chinesische Kollegin war in Regensburg zum Beispiel in das Secretary-Netzwerk eingebunden, in dem alle Assistentinnen an gemeinsamen Projekten arbeiten. Diese Erfahrung kann sie nun nach China mitnehmen.

Was ist Ihrer Meinung nach das wichtigste, um ein exzellenter Standort zu werden?
Man darf kein Potenzial liegen lassen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mitarbeiter Potenzial hat, unabhängig von Funktion und Status. Und uns Managern muss es gelingen, dieses Potenzial etwa durch übergreifende Projekte in Netzwerke zusammenzubringen und somit zu fordern und zu fördern.

aus Produktion Nr. 51-52, 2013