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Mit dem Internet der Dinge kann es einfacher und billiger sein, Sicherheit bei Großveranstaltungen zu gewährleisten. - Bild: Pixabay

Kaum ein Wettkampf erregt so viel Aufmerksamkeit und ist so spannend wie die Olympischen Spiele. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die Olympiade in einem geschützten und sicheren Umfeld stattfinden kann. Die Veranstalter der nächsten Olympischen Spiele 2020 in Tokyo haben bereits angefangen, führende Technologiefirmen mit der Entwicklung von Video-Informationsanalysen zu beauftragen. Damit soll die Sicherheit der Zuschauer im Blick behalten sowie spezielle Geräte zum Aufspüren gefährlicher Substanzen genutzt werden.

Das Potenzial des IoT, die Zahl der Kontaktpunkte über ein System oder einen Veranstaltungsort hinweg zu erweitern, inspirierte Kevin K. Rad zu seinem Projekt. Mit seinem Prototypen wollte der Solution Architect für SAP bei Coresystems in der Schweiz für Sicherheit bei den Olympischen Spielen sorgen und gleichzeitig zeigen, wie sich die Technologie für Menschen in einem sozialen Kontext einsetzen lässt.

"Mit dem IoT lassen sich die Grenzen unseres Systems erweitern", so Rad. "Im Zusammenspiel mit Technologien wie Cloud Computing, Big Data, maschinelles Lernen und weltweites WLAN können wir mehr Dinge miteinander vernetzen. Und das bedeutet, dass mehrere Dinge zu einem Ganzen, zu einem System gehören. Es gibt mehr Interaktionen und dadurch haben wir mehr Kontrolle."

Als ehemaliger Wasserpolo-Profi aus Australien hat Rad viel Zeit bei Sportwettkämpfen verbracht und kennt die spezifischen Herausforderungen in diesem Umfeld. Im Vergleich zu vielen Sicherheitslösungen, die derzeit auf dem Markt sind, kann es mit dem Internet der Dinge einfacher und billiger sein, Sicherheit bei Großveranstaltungen zu gewährleisten.

Folgende Technologien kamen bei diesem Prototypen zum Einsatz: Smart-Kameras, die verdächtiges Verhalten und Zuschauer aufspüren; Sensoren, die gefährliche Substanzen entdecken; Gassensoren, um gefährliche Gase in der Umgebung zu lokalisieren; Smart-Kameras, die Bewegungen größerer Menschenmengen vorhersagen, und intelligente Straßen.

Rad ist davon überzeugt, dass man am besten durch Ausprobieren lernt. "Dieser Wettbewerb hat mir viel gebracht, vor allem von der Rückmeldung der anderen Teilnehmer habe ich profitiert. Man holt Feedback ein, gibt selbst welches und lernt durch praktisches Handeln."

Smart Water für Fernwanderer

Wasser ist eine wertvolle Lebensquelle. Deshalb sollte man es auch nicht dem Zufall überlassen, ob ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht oder nicht. Und vor allem nicht, wenn man gerade durch die Wüste wandert und über 30 Kilometer vom nächsten Lager oder von der nächsten Station entfernt ist.

Olga Werner, UX Visual Designer bei SAP, wollte mithilfe des IoT das Problem von Wanderern lösen, die auf Fernwanderwegen mehr über die verfügbare Wassermenge und -qualität an verschiedenen Stationen erfahren möchten. "Ich habe erst vor Kurzem mit dem Wandern angefangen und interessiere mich vor allem für die drei Fernwanderwege in den USA, vor allem für den Pacific Crest Trail", erzählt Werner. "Er ist 4200 Kilometer lang und die Wanderung dauert in der Regel zwischen vier und sechs Monaten. Ich finde es beeindruckend, wie die Wanderer mit der Wassersituation umgehen, vor allem in der Wüste."

Die Wanderer müssen entweder blind darauf vertrauen, dass es an der nächsten Station ausreichend Wasser gibt oder sie müssen ihre eignen Wasservorräte mitbringen. Allerdings tragen sie dann zusätzliches Gewicht herum. Es gibt einen Bericht zum Pacific Crest Trail, der Auskunft über die Trinkwasserversorgung entlang des Wanderweges gibt.

Leider sind die Informationen nicht immer aktuell. "Ich dachte, dass dieses Problem mithilfe des IoT gelöst und so die Wanderung noch angenehmer gestalten könnte", erklärt Werner ihre Motivation.

Sensoren an den Wasserstationen am Trail können wertvolle Daten sammeln und die Wanderer vor gefährlichen Situationen wie Wasserknappheit oder -verunreinigung warnen. Die Wanderer haben über eine App in Echtzeit Zugriff auf diese Informationen und können so ihre Tour besser planen.

Werner hatte viel Spaß bei der Entwicklung des Prototypen. Denn es war eine Herausforderung für sie, ein Thema zu vertiefen, über das sie zunächst wenig wusste. "Es half mir dabei, mich in dieses Thema einzuarbeiten und das IoT wirklich zu verstehen", sagte sie.

Solar-Mülleimer für Städte

Mathias Ehret, Senior Solution Manager bei der Corporate Business Solutions Unternehmensberatung GmbH in München, kam auf der Heimfahrt von der Arbeit auf die Idee, eine IoT-Lösung für Solar-Mülleimer in Städten zu bauen. Er fuhr nämlich an einem motorbetriebenen Solar-Mülleimer vorbei, der offenbar nicht funktionierte.

"Ich sah jede Menge Müll um den Behälter herum. Der Deckel stand offen und der Abfall quoll heraus", erinnert er sich. "Das hat mich etwas geärgert. Jetzt gibt es schon so ein teures Gerät und es liegt trotzdem mehr Müll herum, als wenn dort ein normaler Abfalleimer stehen würde. Dann ist mir eingefallen, dass das Ding leider nicht um Hilfe rufen kann. Als ich aus der U-Bahn ausstieg, hatte ich bereits eine vage Vorstellung von meinem Prototypen."

Mit diesem Prototypen ist es möglich, den Behälter in Echtzeit zu warten, da die Mitarbeiter der Stadt direkt bei Problemen informiert werden. Beispielsweise dann, wenn eine Batterie schwach, ein Solarpaneel blockiert oder die Füllmenge eines Mülleimers erreicht ist.

Dieser Prototyp bietet Lösungen für zwei generelle Schwierigkeiten bei IoT-Szenarien. Ein Problem ist das operative Management von verteilten Geräten, da genau bestimmt werden muss, welcher Mülleimer nicht funktioniert oder voll ist. Angesichts der enormen Datenmengen ist das Datensammeln die zweite Herausforderung.

Ehrets Unternehmen ist zurzeit durch Kundenaufträge in IoT-Projekte eingebunden, darunter auch in Smart-City-Szenarien. Dabei geht es ebenfalls um die Entwicklung von bewährten Verfahren für verschiedene IoT-Szenarien und Geschäftsprozesse.

Die Teilnahme am Kurs ‘Imagine IoT’  hat Ehret dabei geholfen, die Thematik besser zu begreifen und neue Ideen zu entwickeln, die er auch bei seinen aktuellen beruflichen Projekten einbringen kann. Er hat weitere openSAP-Kurse absolviert und ihm gefällt die häufig eingesetzte Design-Thinking-Methode. "Das war der erste Wettbewerb mit Peer Review, an dem ich teilgenommen habe", erzählt er. Ihm liegt die praktische Lernmethode mehr als die traditionellen passiven Ansätze, "weil man sich mit den Kursinhalten intensiv beschäftigen muss. Das ist sehr effektiv. Ja, zuerst muss man viel Zeit investieren, aber danach hat man wirklich etwas gelernt."